ATI-Treiber unter openSUSE installieren
aus openSUSE, der freien Wissensdatenbank
Die ATI-Treiber können wegen ihrer Lizenzbestimmungen nicht in openSUSE integriert werden. Diese Anleitung soll Ihnen helfen, sie richtig zu installieren.
Inhaltsverzeichnis |
Installation des fglrx-Treibers per YaST
Schritt 1 - Hinzufügen der Installationsquelle
Starten Sie das YaST-Kontrollzentrum. Dort wählen Sie die Repositorium-Verwaltung. Klicken Sie auf Hinzufügen und wählen Sie das Protokoll http. Der Server ist www2.ati.com, das Verzeichnis /suse/<Version> wobei Sie "<Version>" durch ihre jeweilige openSUSE-Version, z.B."11.0" ersetzen. In openSUSE 11.0 können Sie auch Community/Gemeinschaftsrepositories" wählen und das ATI-Repository direkt per Klick hinzufügen.
Schritt 2 - Installieren des RPMs
Kehren Sie nun in die Paketverwaltung zurück und geben Sie im Suchfeld fglrx ein. Wählen Sie die Pakete x11-video-fglrxG01 und ati-fglrxG01-kmp-<Kerneltyp>. Sollten Sie nicht wissen, welchen Kerneltyp Sie installiert haben, können Sie dies mit dem Kommando uname -r nachprüfen. Diese Anleitung funktioniert jedoch nur für Grafikkarten, die von AMD/ATI noch unterstützt werden. Nachprüfen kann man dies hier. Nicht unterstützte Karten werden oft vom freien radeon-Treiber unterstützt.
Schritt 3 - Konfigurieren des Treibers
Fahren Sie fort bei der Konfiguration.
Manuelle Installation
Die manuelle Installation ist mit den aktuellen ATI-Treibern nicht mehr möglich. Hier finden Sie eine Anleitung, für den Fall, dass Sie noch eine alte Treiberversion besitzen sollten:
Schritt 1 - Pakete
Bitte vergewissern Sie sich, dass folgende Pakete installiert sind, bevor Sie mit dem Tutorial beginnen:
32-Bit-System
- kernel-source
- qt3
- compat
- compat-libstdc++
- libstdc++
- libstdc++-devel
- libgcc
- xorg-x11-libs
- xorg-x11-devel
- Mesa
- Mesa-devel
- fontconfig
- fontconfig-devel
- expat
- freetype
- freetype2
- freetype2-devel
- zlib
- zlib-devel
- gcc
- make
64-Bit System
Es müssen zusätzlich zu den 64-bit-Versionen des Pakete aus der oberen Liste folgende 32-Bit-Pakete installiert sein.
- kernel-source
- compat-32bit
- qt3-32bit
- libstdc++
- libgcc
- xorg-x11-libs-32bit
- xorg-x11-devel-32bit
- Mesa-32bit
- Mesa-devel-32bit
- fontconfig-32bit
- expat-32bit
- freetype2-32bit
- zlib-32bit
- gcc
- make
Schritt 2 - Kernel für neue Treiber aufbereiten
Dieser Schritt ist nicht notwendig, aber er sollte durchgeführt werden, wenn Sie vorher mit ATI-Treibern experimentiert haben.
Öffnen Sie die Konsole und führen Sie folgende Befehle aus:
# su Passwort: <password> # cd /usr/src/linux # make mrproper # make cloneconfig # make modules_prepare # make clean
Falls Sie bereits einen Grafiktreiber installiert haben, müssen Sie unbedingt diesem Schritt folgen (als root/superuser):
Löschen des vorherigen fglrx-Grafiktreibers:
# rpm -e $(rpm -qa | grep fglrx)
Schritt 3 - Den neuesten Treiber besorgen
Gehen Sie zu ATI's Support-Website und laden Sie den Treiberinstaller herunter. Achtung: Dies gilt jetzt nicht mehr. Die neueren Treiberversionen können kein distributionsspezifisches Paket für openSUSE erstellen. Es wird empfohlen den Weg über die ATI-Paketquellen zu gehen.
Falsch: man kann doch noch distributionsspezifische Pakete erstellen - man muss nur vorher das Paket "patch" installieren.
Schritt 4 - Distributionsspezifisches Treiberpaket erstellen
Loggen Sie sich aus und wählen Sie als Sitzungsart Textkonsolenmodus. Loggen Sie sich als root ein und wechseln Sie in das Verzeichnis, in das Sie den Installer heruntergeladen haben. Führen Sie den Installer aus:
# sh ati-driver-installer-x.xx.x-<arch>.run --listpkg
Das listet die unterstützten Distributionen auf:
.... SuSE/SUSE102-IA32 SuSE/SUSE102-AMD64 ....
Führen Sie jetzt folgenden Befehl aus, wobei <Version> durch die jeweilige, durch listpkg aufgeführte, eigene Distribution s-Version zu ersetzen ist. Für 32bit:
# sh ati*.run --buildpkg SuSE/SUSE<Version>-IA32
Für 64bit:
# sh ati*.run --buildpkg SuSE/SUSE<Version>-AMD64
Der ATI-Treiberinstaller hat nun ein Treiberpaket erstellt. Es befindet sich im lokalen Verzeichnis.
Schritt 5 - Installieren des Treiberpakets
Wechseln Sie in den Runlevel 3. Geben Sie dazu in der Konsole (als root) ein:
# init 3
Loggen Sie sich ein und gehen Sie in das Verzeichnis des gerade erstellten Treiberpakets. Installieren Sie das Treiberpaket
# rpm -Uvh fgl*.rpm
Konfigurieren des Treibers
Schritt 1 - aticonfig
Nach der Installation müssen Sie das aticonfig-Tool ausführen:
# ldconfig # aticonfig --initial --input=/etc/X11/xorg.conf
Schritt 2 - SaX2-Konfiguration
Nun muss der Treiber konfiguriert werden. Führen Sie dazu diesen Befehl aus:
# sax2 -r -m 0=fglrx
Das zwingt Sax dazu, den fglrx-Treiber zu benutzen. Sax2 wird das Konfigurationsprogramm im X-Server starten. Tätigen Sie hier Ihre Einstellungen und starten Sie neu.
Schritt 3 - Composite-Erweiterung deaktivieren (optional)
In manchen Fällen deaktiviert die Composite Erweiterung ATI's Treibersupport für DRI und 3D-Beschleunigung. Bei den aktuellsten Treibern sollte es jedoch ohne weiteres funktionieren. Achtung: Dieser Schritt verhindert die Nutzung eines Compositing-Managers wie Compiz.
Um die Composite Erweiterung zu deaktivieren, editieren Sie die folgenden Zeilen am Ende der /etc/X11/xorg.conf Datei:
Section "Extensions"
Option "Composite" "false"
EndSection
Hinweis: Es reicht nicht, die Zeilen zu löschen. Das würde nicht funktionieren da diese Erweiterung standardmäßig aktiviert ist.
Schritt 4 - Andere wichtige Einstellungen in der xorg.conf (optional)
Für bessere Stabilität können Sie die folgenden Änderungen im Bereich "Device" der xorg.conf vornehmen:
Option "BlockSignalsOnLock" "on" Option "KernelModuleParm" "locked-userpages=0" Option "OpenGLOverlay" "off" Option "UseFastTLS" "2" Option "UseInternalAGPGART" "no" Option "VideoOverlay" "on" Option "mtrr" "off" Option "no_accel" "no" Option "no_dri" "no" Option "EnablePrivateBackZ" "no" Option "backingstore" "true"
Schritt 5 - Neustart
Starten Sie das System neu. Dann sollten Sie beschleunigte 3D-Grafik haben.
# reboot
Testen
Um sich zu vergwissern, dass wirklich die ATI-Treiber und nicht MESA aktiv ist, führen Sie folgenden Befehl in der Konsole:
fglrxinfo
So oder ähnlich sollte das Ergebnis aussehen:
OpenGL vendor string: ATI Technologies Inc. OpenGL renderer string: RADEON X850 PRO Generic OpenGL version string: 2.0.6473 (8.37.6)
Und so nicht:
OpenGL vendor string: Mesa project: www.mesa3d.org OpenGL renderer string: Mesa GLX Indirect OpenGL version string: 1.2 (1.5 Mesa 6.5.1)
Wenn der Test "Mesa" ausgibt, folgen Sie den Troubleshooting-Schritten.
Ein anderer Befehl zum Testen ist:
glxinfo
Um die 3D-Beschleunigung zu Testen:
fgl_glxgears
Nun sollten Sie einen flüssig drehenden Würfel sehen. Hier sind die Ergebnisse eines Beispiel-Tests:
# fgl_glxgears Using GLX_SGIX_pbuffer 4217 frames in 6.0 seconds = 702.833 FPS 4465 frames in 5.0 seconds = 893.000 FPS 4705 frames in 5.0 seconds = 941.000 FPS 5775 frames in 5.0 seconds = 1155.000 FPS 6706 frames in 5.0 seconds = 1341.200 FPS 6443 frames in 5.0 seconds = 1288.600 FPS 7914 frames in 5.0 seconds = 1582.800 FPS 6078 frames in 5.0 seconds = 1215.600 FPS 6561 frames in 6.0 seconds = 1093.500 FPS
Falls dies funktioniert, sind die Treiber installiert und die 3D-Beschleunigung funktioniert. Wenn nicht, folgen Sie den folgenden Troubleshooting-Schritten:
Troubleshooting
Wenn sax2 hängen bleibt oder "Mesa" das Ergebnis des OpenGL-Checks ist, probieren Sie diese Schritte:
Schauen Sie zuerst in der Sax2-Log, um zu sehen welche Fehler passiert sind.
Schritt 1 - Kernel säubern
Gehen Sie in den Runlevel 3 und führen Sie folgende Befehle aus:
# cd /usr/src/linux # make mrproper # make cloneconfig # make modules_prepare # make clean
Löschen Sie vorherige Treiber mit dem Befehl:
# rpm -e $(rpm -qa | grep fglrx)
Schritt 2 - Treiber neu installieren
Installieren Sie den Treiber erneut:
# rpm -Uvh --force fgl*.rpm
Schritt 3 - Treiber konfigurieren
Verwenden Sie ldconfig und aticonfig um die xorg.conf zu konfigurieren:
# ldconfig # aticonfig --initial --input=/etc/X11/xorg.conf
Siehe oben: andere wichtige Einstellungen für xorg.conf.
Nachdem Sie diese beiden Befehle ausgeführt haben, rebooten Sie und wechseln sie wieder in den Runlevel 3.
Schritt 4 - Treiber prüfen und einrichten
Nun vergewissern Sie sich, dass die Kernelmodule richig gebaut sind. In der Konsole:
# fglrx-kernel-build.sh
Gefolgt von:
# sax2 -r -m 0=fglrx -b /usr/share/doc/packages/fglrx/sax2-profile
Wenn das nicht geht probieren Sie das:
# sax2 -r -m 0=fglrx
Achtung: Wenn Sax2 immer noch schwarze Bildschirme ausgibt, aktualisieren Sie zu der neuesten Version.
Composite und Xinerama
Die proprietären Treiber (fglrx) können nicht gleichzeitig zwei Bildschirme im Xinerama-Modus ansteuern und Composite Effekte ermöglichen. Man muss sich für eins entscheiden. Composite funktioniert also nur mit der folgenden Einstellung (getestet mit x11-video-fglrxG01-8.573-0.1):
Section "ServerLayout"
...
Option "Xinerama" "off"
EndSection
Die Composite Extension muss bei den proprietären Treibern nicht extra aktiviert werden. Dies geschieht automatisch, sobald der Xinerama Modus aus ist.

