Installation mit wenig Arbeitsspeicher
aus openSUSE, der freien Wissensdatenbank
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Systeme mit sehr wenig Arbeitsspeicher
Weniger als 100 MBytes
Dem Installationsprogramm wird direkt nach der Meldung 'moving into tmpfs' mit einem Kernel Panic der Arbeitsspeicher ausgehen. Um dies zu umgehen fügen Sie der Boot-Zeile die Option _tmpfs=0 hinzu. Sie werden wahrscheinlich sowieso die 'Safe Settings'-Installation auswählen wollen, wobei Sie diese Option einfach ans Ende der Zeile setzen müssen, mit einem Leerzeichen vom Rest getrennt. Zusätzlich werden Sie bestimmt Swap brauchen, mehr dazu im nächsten Abschnitt.
Davon abgesehen wird ein System mit so wenig Arbeitsspeicher extrem langsam sein, wenn Sie die Installation überhaupt abschließen können (die auch elendig langsam ablaufen wird). Auch die Nutzung eines leichtgewichtigen Fensterverwalters wie IceWM an Stell von KDE oder GNOME wird es immer noch langsam arbeiten lassen. Am besten bleiben Sie gleich ganz im Textmodus!
Alternativ sollten Sie sich den Einsatz einer auf solche Fälle spezialisierten Distribution überlegen, zum Beispiel:
Nutzen Sie '_tmpfs=0' nur, wenn es wirklich nötig ist (bspw. bei einer Kernel Panic).
Zwischen 100 und 256 MBytes
Die Installation wird Swap-Platz benötigen, wonach möglicherweise automatisch gefragt wird. Falls nicht hängen Sie addswap=-1 an die Boot-Zeile an. Das kann auch mit _tmpfs=0 kombiniert werden.
Dabei wird davon ausgegangen, dass es bereits eine nutzbare Swap-Partition gibt:
- Wechseln Sie auf eine Kommandozeile (Alt-F2 oder vielleicht auch Alt-F9 uws.).
- Nnutzen Sie fdisk um existierende eine oder mehrere existierende Partitionen zu löschen und erstellen Sie eine neue Partition mit 100 bis 500 MB Speicherplatz, je nachdem wie viel Speicher sie frei haben. Notieren Sie sich die Partitionsnummer.
- Während Sie noch in fdisk sind setzen Sie den Partitionstyp der neuen Partition auf 'linux swap' (82).
- Speichern Sie und verlassen Sie fdisk.
- Formatieren Sie die neue Partition mit mkswap /dev/hda1 (oder was auch immer die neue Partition ist).
- Kehren Sie mit Alt-F1 (Textmodus) oder Alt-F7 (GUI) zum YaST-Installationsprogramm zurück.
Systeme mit mehr als 128 MB Arbeitsspeicher und einem > 100MHz Pentium-Prozessor lassen sich überraschend gut nutzen, wenn Sie einen leichten Fensterverwalter wie IceWM oder vielleicht AfterStep verwenden. Je mehr Arbeitsspeicher Sie finden können, desto besser...
Reduzieren Sie den Betrag genutzten Arbeitsspeichers
Textmodus
Die Nutzung des Textmodus für die Installation (ncurses) spart im Vergleich zum grafischen Modus (Qt) über 10 MB ein. Wählen Sie es zum Boot-Zeitpunkt über die Taste F3 aus oder über den Linuxrc-Boot-Parameter.
textmode=1
Installations-Root-Abbild auf Platte
YaST, das Installationsprogramm, und seine Helfer sind in einem über 70 MB großen komprimiertem Dateisystem (auffindbar in /boot/ARCH/root) gespeichert.
Wenn Sie HTTP oder FTP für die Installation nutzen muss dieses Dateisystem vor der Nutzung in den Arbeitsspeicher kopiert werden.
Installieren Sie von DVD/CD oder nutzen Sie NFS um dies zu vermeiden.
Pakete auf Platte
Dies ist seit SL-10.1/SLE-10 (Fehler 151862) nicht mehr nötig.
Wenn Sie HTTP oder FTP für die Installation nutzen, lädt YaST alle Pakete vor der Installation erst herunter. Das jeweilige RPM wird dabei im Arbeitsspeicher (auf einer RAM Disk) gespeichert. Da OpenOffice.org 100MB groß ist, ist das nicht so gut.
Installieren Sie von DVD/CD oder nutzen Sie NFS um dies zu vermeiden.
Weniger Protokollierung
Besonders die Auflösung der Paketabhängigkeiten kann große Protokolle erzeugen, wenn Sie viel herumklicken. Um den Speicher in der RAM Disk zu begrenzen, den YaST-Protokolle belegen können, setzen Sie die Parameter Y2MAXLOGSIZE (in KB) und Y2MAXLOGNUM.
Y2MAXLOGSIZE=1000 Y2MAXLOGNUM=1
(Dies funktioniert erst seit openSUSE 10.2)
Sie sollten dies natürlich nur machen, wenn Sie sicher sind nicht auf Fehler ;-) zu treffen. Um auf der sicheren Seite zu sein leiten Sie die Protokollieren in das Netzwerk um oder [[YaST-Protokolle während der Installation auf USB-Stick speichern|speichern Sie sie auf einem USB-Stick.
Swap-Speicher hinzufügen
Normalerweise wird YaST den Swap-Speicher nutzen, den Sie für die Installation angeben, allerdings erst dann, "wenn es kein Zurück mehr gibt", wenn die Formatierung der Festplatte beginnt. Um schon früher Swap-Speicher hinzuzufügen können Sie eine existierende Swap-Partition angeben, indem dem Sie der Boot-Zeile vor dem Start der Installation den folgenden Parameter hinzufügen:
addswap=hdaN
Alternativ können Sie auch die interaktive Abfrage nach Swap anfordern
addswap=-1
Swap auf Wechselmedien
Unglücklicherweise scheint der Parameter addswap nicht mit USB-Sticks oder anderen Wechselmedien zu funktionieren, aber es gibt dennoch eine Lösung dafür.
Als erstes nuten Sie den Linuxrc-Parameter start_shell=1 um vor dem Start von YaST in eine Eingabeaufforderung zu booten.
start_shell=1
Alternativ können Sie während der Installation mit Alt-F2 oder vielleicht auch Alt-F9 auf eine Kommandozeile wechseln.
Wenn Sie dann auf der Kommandozeile sind erstellen Sie auf dem Gerät eine Swap-Partition und teilen dem Installationssystem mit, diese Installaion zu nutzen:
mkswap /dev/sdb1 swapon /dev/sdb1
Um zu prüfen, ob das Installationssystem Swap nutzt, probieren Sie diesen Befehl aus:
free -m
Um die Installation fortzusetzen geben Sie bei der vorherigen Nutztung von 'start_shell=1' exit ein und drücken die Eingabetaste oder Sie drücken Strg+d. Wenn Sie Konsole 2 oder 9 nutzen (über Alt-F2 usw.) wechseln Sie mit Alt-F1 zurück in den Textmodus oder mit Alt-F7 zurück in die grafische Installation.
Probleme mit älteren Geräten
Festplatte und/oder CD werden während der Installation nicht gefunden
Für einige ältere Systeme (typischerweise Pentium I 75-150Mhz) muss das Modul 'ide-generic' geladen sein, bevor das Installationsprogramm die Festplatte und/oder CD erkennen kann. Wenn Sie auf solch ein Verhalten treffen versuchen Sie, die Installation mit folgendem Parameter in der Boot-Zeile neu zu starten:
'insmod=ide-generic'

