OpenSUSE-Neuigkeiten/Ausblick auf openSUSE 11.2: KDE 4.3 Erlebnis, mit Luboš Luňák

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Ausblick auf openSUSE 11.2: KDE 4.3 Erlebnis, mit Luboš Luňák

Dienstag, 27. Oktober 2009 (Quelle )


Das KDE4-Erlebnis in openSUSE wurde täglich verbessert, und während die Arbeitsflächenumgebung seit ihrer letzten Ausgabe selbst signifikant verbessert wurde, lag ein konstanter Fokus auf einer Hervorragenden Integration in openSUSE 11.2.

Zu den Höhepunkten zählen: die openSUSE-DVD präsentiert KDE 4.3 als Vorauswahl; die neue Firefox-KDE-Integration; die OpenOffice.org-KDE4-Integration; die konsistente KDE-Gestaltung; die komplette Portierung aller anderen Standardanwendungen auf KDE4, inklusive KNetworkManager, Amarok, Digikam, K3b, Konversation und anderen.

Wir werden außerdem mit dem openSUSE- und KDE-Kernentwickler Luboš Luňák sprechen, um mehr über die Entwicklungen in KDE 4.3 zu erfahren, wo das Projekt seine Anstrengungen bündelt, und worum sich das openSUSE-Boosters-Team kümmern wird.

KDE 4.3 Vorauswahl auf der DVD

Nachdem eine Anfrage im openSUSE Feature Tracker openFATE auf Platz eins hoch schoss, begann auf den openSUSE-Mailinglisten eine lebhafte Diskussion darüber, ob bei der DVD-Installation vorausgewählt werden sollte. openSUSE, und zuvor auch schon SUSE Linux, hatten immer eine starke KDE-Anhängerschaft in der Nutzergemeinde, und die Diskussion gewann schnell an Schwung und Popularität. Zum Vergleich: Die openSUSE-Projekt-Mailingliste verzeichnete im August 751 E-Mails, im Vergleich zu 89 im Juli.

Schlussendlich wurde entschieden, den Auswahlknopf der DVD-Installation standardmäßig auf KDE einzustellen. Daher wird bei einer Installation von openSUSE 11.2 die KDE-Arbeitsfläche installiert, wenn der Nutzer die Standardeinstellungen verwendet. Nutzer können an dieser Stelle natürlich auch GNOME auswählen.

Firefox-KDE-Integration

Auf Grund der Beliebtheit von Firefox hat sich das KDE-Team dazu entschlossen, Firefox als Standard-Browser für openSUSE 11.2 auszuwählen. Dafür wurden besondere Anstrengungen von Luboš Luňák unternommen, um Firefox KDE-freundlicher zu machen.

Die Firefox-Integration von openSUSE bedeutet, dass wann immer Firefox den Rest der Arbeitsfläche kontaktiert, KDE-Komponenten genutzt werden, darunter: Dateiauswahldialog, Dialog zur Auswahl einer Anwendung, Handhabung von MIME-Typen, Benachrichtigungssystem, und mehr. Javier Llorente hat von diesen Änderungen ein Bildschirmvideo aufgenommen:

Video-Firefox-KDE-Integration.jpeg

KDE-Gestaltung

Mit openSUSE 11.2 nimmt unser KDE am KDE-Weg einer geteilten, konsistenten Marke teil, indem es von Nuno Pinheiro entwickelte openSUSE-Gestaltungsmerkmale verwendet:

KDE 3

openSUSE war die einzige große Distribution, die die parallele Installation von KDE 3 und KDE 4 erlaubt hat. Nachdem KDE 4.3 nun aber weithin als Ersatz für KDE 3 [ akzeptiert] wird, bietet 11.2 in der Standardinstallation nicht länger eine Installation von KDE 3 an.

KDE3-Anwendungen bleiben allerdings noch dort bestehen, wo noch keine Portierung auf KDE 4 existiert, und Nutzer können immer noch eine KDE3-Arbeitsfläche über den openSUSE Build Service installieren.

Nun auf KDE 4.3 portierte und verbesserte Anwendungen

Da KDE 4.3 nun voll ausgereift ist, wurden die letzten verbliebenen Anwendungen komplett auf KDE 4 portiert. openSUSE- und KDE-Entwickler Will Stephenson und andere haben KDEs Network Manager für KDE 4.3 einer Generalüberholung unterzogen. Das Ergebnis ist eine vielseitigere Anwendung mit einem Schwerpunkt auf Nutzbarkeit:

Beliebte Anwendungen wir Amarok, K3b und Konversation sind für openSUSE 11.2 nun ebenfalls in ihren KDE4-Versionen enthalten:

YaST-Kontrollzentrum

Das YaST-Kontrollzentrum wurde nun komplett auf Qt 4 portiert, wobei die grafische Benutzerschnittstelle einer Generalüberholung unterzogen wurde. Die neue Schnittstelle ist nun konsistent zu KDEs Systemeinstellungen (systemsettings):

Andere Module, wie die Software-Verwaltung, wurden ebenfalls überarbeitet:

Mehr Anwendungen auf der Live-CD

Seit openSUSE bei seinen RPMs und Live-CDs zur LZMA-Komprimierung gewechselt hat, haben wir wesentlich mehr Platz auf den Live-CDs. Das bedeutet, dass nun mehr KDE-Anwendungen untergebracht werden können, wie Choqok, ein KDE-Klient für Twitter und identi.ca, Yakuake und Marble:

Vielen Dank an Martin Schlander und Will Stephensoon für ihre Hilfe und ihre Vorschläge bei diesem Artikel.

Gespräch mit Luboš Luňák

Konqueror ist ein Maskottchen des KDE-Projekts. Warum hast du dich für 11.2 dazu entschieden, Zeit in die Integration von Firefox zu investieren?

Aber wir haben dem Drachen doch nichts getan. Und es ist überhaupt sehr einfach, zurück auf Konqueror als Standard-Browser zu wechseln (ich selbst nutze ihn immer noch). Die andere Wahrheit ist aber auch, dass Konqueror in openSUSE 11.1 nicht 100% der Standard-Browser war. Der Klick auf eine Verknüpfung in einer KDE-Anwendung startete Konqueror, die Hauptleiste hatte ein Konqueror-Symbol, aber auf der Arbeitsfläche war ein Firefox-Symbol. Wir haben diese Inkonsistenz nun dadurch behoben, indem wir Firefox überall zum Standard-Browser gemacht haben, was die Situation für weniger erfahrene Benutzer verbessern sollte, die normalerweise das Arbeitsflächensymbol nutzen und sich dann ab und zu wundern, wenn auf einmal ein anderer Browser startet. Und erfahrene Nutzer, die Konqueror haben wollen, können dies einfach in den Systemeinstellungen von KDE umstellen, indem Sie dort die Einstellungen der Standardanwendungen zurück auf Konqueror setzen.

Der Hauptgrund war allerdings, dass viele Nutzer einfach Probleme mit der Nutzung von Konqueror haben. Wie schon gesagt, nutze ich selbst immer noch Konqueror, wenn aber bspw. jemand anderes auf meinem Computer im Internet surfen will, dann gebe ich ihm Firefox. Ich denke, wir sollten nicht versuchen, die Realität zu ignorieren, auch wenn wir sie nicht mögen. Wir werden bei der nächsten openSUSE-Ausgabe wieder die Fähigkeiten des Standard-Browsers (und in Konquerors Fall die der HTML-Rendering-Engine) überprüfen.

Was die Integration angeht, merkten wir bei unserer Entscheidung für Firefox als Standard-Browser für 11.2 schon bald, dass Firefox für KDE nicht so gut als Standard-Browser geeignet ist. Die Leute, die sich um die X11/Unix-Integration von Firefox kümmern, haben wohl nur zufällig einen Unterschied zwischen X11/Unix und GNOME gesehen, sogar im Quell-Code und nicht mal überall; dadurch war die Nutzung von Firefox mit KDE keine angenehme Erfahrung. Die Dateidialoge waren aus Gtk und wurden sogar dafür genutzt, um eine Anwendung auszuwählen, um eine Datei damit zu öffnen; die Standardanwendungen waren dabei normalerweise aus GNOME und die Reihenfolge der Knöpfe in Dialogen war falsch (nicht einfach anders herum, aber Gtk-Dialoge brauchen einen expliziten Aufruf, um die Knopfreihenfolge Abhängig von der Arbeitsfläche anzupassen, so wurden Firefox' eigene Dialoge und "kaputte" Gtk-Dialoge vertauscht, während korrekte Gtk-Dialoge die KDE-Reihenfolge hatten).

Es gab in der Vergangenheit Ansätze, eine Qt-Portierung von Firefox zu erstellen, aber soweit ich weiß gab es davon nichts annähernd nutzbares (und mit dem Voranschreiten von WebKit und der Tatsache, dass es mit Qt ausgeliefert wird, glaube ich auch nicht, dass sich daran in Zukunft etwas ändert). Der Grund dafür, warum wir etwas in wenigen Tagen erreichen konnten, das seit Jahren vermisst wird, ist dass ich die Messlatte recht tief gehängt habe - dies ist keine Portierung von Firefox sondern die gleiche Gtk-basierte Version von Firefox, angereichert mit etwas Code nach dem Motto "Wenn du unter KDE läufst, ruf diese kleine Helferanwendung auf", der an Desktop-spezifischen Stellen den Großteil der Arbeit erledigt. Ich glaube, selbst mit diesem Ansatz integriert sich Firefox nun recht gut in KDE.

KWin hat nun verlässliche, schnelle 3D-Effekte. Wie siehst du sich die Rolle des Fensterverwalters in Anbetracht semantisch, aktivitätsbasierter Schnittstellen und Netbooks verändern, und wie siehst du KDE unter openSUSE an diesem Trend teilhaben?

Im letzten Jahr bin ich so sehr mit openSUSE beschäftigt gewesen, dass ich nur wenig Zeit hatte, direkt im Ursprungsprojekt mitzuarbeiten. Aus diesem Grund bin ich wirklich glücklich, dass es Leute wie Lucas Murray, Martin Gräßlin und andere gibt, die KWin weiter voran treiben. Auch wenn ich immer noch versuche, ein Auge auf KWin zu haben, wäre es besser, die Leute dazu zu befragen, die aktuell daran arbeiten.

Ein paar der Dinge, die für KDE 4.4 in Vorbereitung sind, an die ich mich erinnern kann, sind Windows Tabbing und Window Tiling für KWin. Und bei den Dekorationen gibt es neben dem Zusammenführen der Oxygen-Abzweige Ozone und Nitrogen noch eine SVG-basierte Dekoration namens Aurorae, die es auch Nicht-Entwicklern erlaubt, einfach neue Dekorationen zu erstellen.

Werfen wir einen Ausblick auf KDE 4.4 und 4.5, auf welche Bereiche wird sich das KDE-Projekt dort konzentrieren?

In der KDE Techbase gibt es einen Plan zu den Funktionen (von denen es einige nicht in 4.4 schaffen werden, und andere, die es schaffen werden, sind nicht aufgeführt), aber ansonsten ähnelt meine Antwort der auf die vorhergehende Frage. Ich denke, KDE in openSUSE und das openSUSE-Boosters-Team werden mich eine ganze Zeit lang auf Trab halten.

Einige der interessanten Dinge in 4.4 oder 4.5 könnten die verbesserte Unterstützung von Netbooks, die Portierung von KMail und anderer KDEPIM-Anwendungen auf Akonadi und grundsätzlich kleine Verbesserungen überall sein :), wo jetzt alle grundlegenden Dinge an ihrem Platz sind. Es könnte sein, dass dabei etwas Zeit für einen Blick auf ein paar Optimierungen bleibt, etwas, wo ich wenn möglich auch einen Blick drauf werfen werden, was sich aber zeigen wird.

Kannst du uns etwas über das neue openSUSE-Boosters-Team erzählen?

Sie können darüber in der Ankündigung des Teams lesen.
Ganz kurz: Der Plan ist, dass das Team vollzeit daran arbeiten wird, der openSUSE-Gemeinschaft dabei zu helfen, openSUSE zu verbessern, was auch immer dafür nötig ist.

Wie können Leute bei KDE in openSUSE helfen? Wo werden neue Helfer gebraucht?

Macht ihr Witze ;-) ? Natürlich ist jeder, der helfen möchte, willkommen. Und dabei geht es nicht nur um Programmierung und Pakete, einfach jeder kann helfen ─ das KDE-Team kann auch Hilfe beim Auffinden von Fehlern, beim Schreiben von Dokumentation und Anleitungen, beim Unterstützen von Nutzern und sogar beim Durchführen der regelmäßigen IRC-Treffen oder dem Protokollieren gebrauchen.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass wir für jeden, der uns auf unseren IRC-Treffen, auf unserer Mailingliste opensuse-kde@opensuse.org oder im IRC-Kanal #opensuse-kde auf Freenode besucht, etwas zum Helfen finden. Ich hoffe, dass wir nach der Veröffentlichung von openSUSE 11.2 etwas Zeit finden werden, um ein paar einfache Anleitungen wie "Hinzufügen eines Patches zu einem KDE-Paket" oder "Aktualisieren einer Version einer KDE-Anwendung" zu schreiben, so dass Leute ohne große Probleme Sachen im Build Service erledigen können, die ihnen selber und openSUSE und KDE helfen.