OpenSuSE 11.0 Installation auf Medion E1210 Akoya

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Inhaltsverzeichnis

Aufgabenstellung

Sie möchten auf dem Netbook Medion E1210 Akoya OpenSuSE 11.0 installieren. Diese Anleitung soll Ihnen helfen, alle notwendigen Schritte dafür durchzuführen. Dies beginnt bei der Wahl des richtigen Speichermediums für das Installationssystem und endet bei der Bereitstellung der Treiber für die integrierte Webcam.

Hinweis : root (Administrator)

Dieser Hinweis soll im Wesentlichen den Benutzer dienen, die sich nicht sooo mit Linux auskennen!

  • Eine Konsole rufen Sie auf, indem Sie Strg+Alt+F2 drücken, das Wort "konsole" (ohne Gänsefüsse) eintippen und Eingabe (Enter) drücken
  • Im Artikel wird häufiger von "... machen Sie dies als root (Administrator) ..." oder ähnlich gesprochen. Um auf einer Konsole zum Administrator zu werden genügt das Kommando :
su

und die darauf folgende Eingabe des root Passwortes. Wenn Sie wieder als "normaler" Benutzer arbeiten wollen, genügt ein :

exit

Vorbereitung

  • Zunächst sollten Sie sich einen USB Medium besorgen, welches von der Speicherkapazität her groß genug ist, eine Installations-DVD zu fassen. Hier bieten sich beispielsweise 6 oder 8GB große USB Sticks an. Bereiten Sie das Medium gemäß SuSE_Installation_vom_USB_Medium bis zum Menüpunkt Installation vom USB Medium (Booten und Setup) vor.
  • Drucken Sie sich diese Anleitung aus, falls Sie keine Möglichkeit haben, mit einem zweiten Computer die Anleitung im Internet zu lesen. Dies ist erst möglich, sobald Sie den WLAN Karten Treiber installiert haben.
  • Besorgen Sie sich die aktuellen Quellpakete des WLAN Teibers auf der Ralink Website und speichern Sie diese z.B. auf einen zweiten USB Stick.

Defragmentierung der NTFS Partition

Im Auslieferungszustand ist die Festplatte des Medion E1210 in zwei Partitionen aufgeteilt. Bevor Sie mit der Installation beginnen sollten Sie die NTFS Partition (bezeichnet als BOOT) defragmentieren, um später diese zu verkleinern. Dazu rufen Sie über "Start => Zubehör => Systemprogramme => Defragmentierung" das Programm zur Defragmentierung auf. Damit deframentieren Sie die BOOT Partition.

Installation

Installation vom USB Stick

Stecken Sie bei abgeschalteten Computer den USB Stick nun in das Medion E1210 ein und starten Sie ihn. Direkt am Anfang (Boot Bildschirm) drücken Sie F11, um in das Boot Menü zu gelangen. Dort wählen Sie Ihren USB Stick. (Sollte als sdb1 angezeigt werden, wenn keine anderen USB Medien bzw. Speicherkarten angeschlossen sind). Nun sollte vom USB Stick gebootet werden. Setzen Sie gemäß SuSE Installation vom USB Medium am Menüpunkt Installation vom USB Medium - Abschnitt - Setup fort. Dort werden Sie bis zum eigentlichen Beginn der Installation geleitet.

Verkleinern der Festplatte

Während der Installation muß die Festplatte des Medion E1210 verkleinert werden. Folgende Konfiguration könnte dazu vorgenommen werden :

  • Verkleinerung der Windows XP NTFS Partition (BOOT), so dass ca. 35GB für Linux übrig bleiben.
  • Anlegen einer Erweiterten Partition
  • 2GB Swap Partition anlegen (Dateiformat : swap)
  • 7GB / (root) Partition anlegen (Dateiformat : EXT3)
  • 26GB /daten Partition anlegen (Dateiformat : FAT32) - Datenaustausch mit Windows XP

Bei weiterführenden Fragen konsultieren Sie die Installationshilfe. Insbesondere Fragen, die die Partitionierung betreffen werden dort auch behandelt.

Paketauswahl

Um später die Kernel Module kompilieren zu können, müssen die Kernel Quellen und einige Entwicklerwerkzeuge installiert sein. Während der Installation sollte aus den Paket-Schemata das Schema "Linux Kernel Entwicklung" gewählt worden sein, damit eine spätere Fehlersuche auf Grund fehlender Quell-Header vermieden wird. Das Schema ist bei der Softwareauswahl links zu finden.


Anpassung der Auflösung

Nachdem OpenSuSE 11.0 auf den Medion E1210 Akoya installiert wurde, müssen Anpassungen vorgenommen werden, um die Auflösung von 1024x600 nutzen zu können. Direkt nach der Installation versucht der X-Server eine Auflösung von 1024x768 darzustellen, was dazu führt, dass der untere Rand mit der Taskleiste nicht zu sehen ist. Dazu brauch nur eine Variable in der Datei /etc/sysconfig/displaymanager geändert zu werden. Drücken Sie Strg+Alt+F1 um auf eine (textbasierte) Konsole zu gelangen (Später wechseln Sie mit Strg+Alt+F7 zur graphischen Oberfläche). Loggen Sie sich als Benutzer root (Administrator) ein und geben dort :

vi /etc/sysconfig/displaymanager

ein. Um im Texteditor "vi" Text einfügen zu können, müssen Sie i drücken (Sie befinden sich im Bearbeitungsmodus). Bearbeiten Sie die Stelle mit der Variable :

DISPLAYMANAGER_RANDR_MODE_VGA="auto"

indem Sie "auto" in "1024x600" ändern :

DISPLAYMANAGER_RANDR_MODE_VGA="1024x600"

Um den Bearbeitungsmodus zu verlassen, geben drücken Sie ESC. Danach gelangen Sie mit : in die Kommandoeingabe von "vi" (unten links) und dort können Sie mit wq und darauf folgend Eingabe die Datei speichern. Sollte Ihnen bei der Bearbeitung ein Fehler unterlaufen sein, so können Sie "vi" mit dem Kommando q! anstatt wq verlassen. Änderungen werden dann nicht gespeichert. Danach beginnen Sie die Bearbeitung der Datei von vorn.

Wenn die Bearbeitung erfolgreich war, können Sie mit Strg+Alt+F7 wieder auf die graphische Oberfläche wechseln. Mit 2 x Strg+Alt+Backspace innerhalb von 2 Sekunden wird der X-Server neu gestartet und die Auflösung sollte nun 1024x600 betragen.

Updates durchführen

Voraussetzungen

Falls Sie über eine kabelgebundene Netzwerkverbindung verfügen, so können jetzt mit den Updates fortfahren. Falls Sie jedoch nur die Möglichkeit besitzen über WLAN ins Internet zu gelangen, so muss zuerst der Treiber für die WLAN Hardware installiert werden. Bearbeiten Sie dazu den Punkt WLAN Hardware installieren und kehren Sie hierhin zurück. Nachteil dabei ist, dass während des Updates ein neuer Kernel eingespielt wird, sodass dies eine Neukompilierung der WLAN Treiber erforderlich macht. Der Punkt WLAN Hardware installieren muss dann 2x bearbeitet werden (einmal vor und einmal nach dem Update)

auf KDE 4.1 updaten

Wenn Sie die Vorteile der neuesten KDE 4.1 Pakete nutzen wollen, so ist es jetzt an der Zeit, die entsprechenden Pakete via 1-click-install für OpenSuSE 11.0 zu installieren :

Kde4-ymp.png

Distribution auf den neuesten Stand bringen

Öffnen Sie eine Konsole und loggen Sie sich via

su

als root (Administrator) ein. Dort geben Sie folgendes Kommando zum Upgraden der Distribution ein :

zypper dist-upgrade

Die vorhandenen Pakete werden nun auf den neuesten Stand gebracht.

WLAN Hardware installieren

Der Medion E1210 verfügt über eine eingebaute WLAN Karte von Ralink. Leider wird die Karte noch nicht automatisch von OpenSuSE 11.0 unterstützt. Jedoch bietet der Hersteller native Treiber für diese Karte an, so dass es recht "einfach" ist, diese zu installieren.

Quellen besorgen

Falls noch nicht geschehen, so besorgen Sie sich jetzt die entsprechenden Quellpakete für die WLAN Karte der Firma Ralink.

Entpacken und Vorbereiten

Entpacken Sie dann die heruntergeladene Datei indem Sie auf der Konsole als root in den Ordner mit der heruntergeladenen Datei wechseln und folgendes Kommando eingeben :

tar -xvjf 2008_0708_RT2860_Linux_STA_v1.7.0.0.tar.bz2

Wechseln Sie danach in den entpackten Ordner 2008_0708_RT2860_Linux_STA_v1.7.0.0. Dort befindet sich ein Ordner os/linux in dem die Datei config.mk liegt. Ändern Sie folgende Variablen in der Datei von :

# Support Wpa_Supplicant
HAS_WPA_SUPPLICANT=n
# Support Native WpaSupplicant for Network Maganger
HAS_NATIVE_WPA_SUPPLICANT_SUPPORT=n

nach :

# Support Wpa_Supplicant
HAS_WPA_SUPPLICANT=y
# Support Native WpaSupplicant for Network Maganger
HAS_NATIVE_WPA_SUPPLICANT_SUPPORT=y

um WPA Unterstützung für die WLAN Karte zu erhalten.

Des Weiteren muss für die WLAN Karte eine Konfigurationsdatei angelegt werden. Dazu öffnen Sie als root (Administrator) eine Konsole und erzeugen mit den folgenden Kommandos die benötigte Verzeichnisstruktur :

md /etc/Wireless
md /etc/Wireless/RT2860STA

dann kopieren Sie die Datei RT2860STA.dat, die sich im entpackten Ordner 2008_0708_RT2860_Linux_STA_v1.7.0.0 befindet in den neu erstellten Ordner. Dazu begeben Sie sich auf der Konsole zum Ordner 2008_0708_RT2860_Linux_STA_v1.7.0.0 und führen Sie :

cp RT2860STA.dat /etc/Wireless

aus.

Kernelmodul kompilieren und Testen

Falls Sie keine kabelgebundene Netzwerkverbindung zum Internet haben, so müssen Sie die Arbeitsschritte ab dieser Position sowohl vor als auch nach dem Update durchführen.


Wenn Sie zur Änderung der Datei config.mk den Ordner gewechselt haben, so begeben Sie sich auf der Konsole wieder in den Ordner 2008_0708_RT2860_Linux_STA_v1.7.0.0. Dort starten Sie mit dem Kommando :

make clean && make

das Erzeugen des Kernel Moduls (Treibers) für die WLAN Karte. Nach erfolgreicher Kompilierung der Quellen kann der Treiber mit :

insmod os/linux/rt2860sta.ko

in den Kernel geladen werden. Sie können jetzt mit dem Netzwerkmanager testen, welche Netze in Ihrer Umgebung angezeigt werden.

Installation ins System

Um nun den Treiber ständig nutzen zu können, müssen Sie den Treiber in den Systembereich kopieren :

cp os/linux/rt2860sta.ko   /lib/modules/2.6.xx.xx.xx-pae/kernel/drivers

und mit :

depmod -a

dem System bekannt machen. Beim nächsten Neustart können Sie dann die Konfiguration der WLAN Karte via YaST oder über den Netzwerkmanager vornehmen.

WebCam

Im Medion E1210 Akoya ist eine WebCam der Firma Bison integriert, die es ermöglicht, beispielsweise Videochats mit Skype oder Kopete zu führen. Da der aktuelle Treiber der WebCam jedoch noch nicht Bestandteil des mitgelieferten Kernels ist, muss wie für die WLAN Karte auch hier selbst Hand angelegt werden, sprich die Quelltexte müssen besorgt werden, das Kernel Modul (der Treiber) muss kompiliert werden und entsprechend ins System integriert werden.

Quellen besorgen

  • Verzeichnis webcam anlegen
  • Auf Konsole in das Verzeichnnis webcam wechseln und die aktuellen Quellen besorgen mit :
svn checkout svn://svn.berlios.de/linux-uvc/linux-uvc/trunk
  • Wechseln Sie nun in den neu angelegten Ordner trunk

Kernelmodul kompilieren

  • Wechseln Sie in den neu erstellten Ordner trunk
  • Starten Sie die Erstellung (Kompilierung) des Kernel Moduls (Treibers) mit :
make
  • Nachdem die Kompilierung durchgeführt wurde, sollte sich nun eine Datei uvcvideo.ko im Ordner trunk befinden. Dies ist das soeben Kernel Modul.

Installation ins System

  • Um nun den Treiber ins System einzupflegen sollten Sie zuerst alle alten uvcvideo-Treiber aus dem Kernel entfernen. Um herauszufinden, wo sich diese alten Treiber befinden, genügt ein :
find /lib/modules | grep uvcvideo
  • entfernen Sie alle alten uvcvideo-Treiber
  • Nachdem die alten Kernel Module entfernt wurden, können Sie im Ordner trunk als root (Administrator) folgendermaßen ins System installiert werden :
make install
  • Nun machen wir den neuen Treiber (und den neue Ort, an dem sich das Modul befindet) dem System bekannt mit :
depmod -a

Anwendung des Treibers

Die Ansteuerung der WebCam kann u.A. mit den Programmen Skype oder WebKam erfolgen. Sollten Sie keinen Zugriff auf die WebCam haben, weil ein anderes Programm diese belegt, so können Sie dies mit :

lsof | grep video

prüfen. Eine Ausgabe könnte beispielsweise folgendermaßen aussehen :

knotify4  3033     tux  mem       REG        8,6    18456  25924 /usr/lib/libgstvideo-0.10.so.0.13.0
kopete    5681     tux  mem       REG        8,6    96888  26469 /usr/lib/libkopete_videodevice.so.4.1.0
kopete    5681     tux   21u      CHR       81,0      0t0  21864 /dev/video0
kopete    5681     tux   22u      CHR       81,0      0t0  21864 /dev/video0

In diesem Beispiel sieht man, das kopete das Video Device belegt und somit nicht durch andere Programme nutzbar ist. Hier hilft nur ein Beenden des Programms, um die Resource (also die WebCam) wieder nutzen zu können.

Aktivierung der 3D Effekte

Alle Komponenten sind nun installiert und aktiviert, da soll der 3D Desktop von KDE 4.1 jetzt auch nicht zu kurz kommen.

Einstellung in YaST

Um die "eye candy" 3D Effekte vom Composite Manager kwin auch nutzen zu können, muß über YaST die 3D Beschleunigung der Grafikkarte aktiviert werden. Dazu rufen Sie über das K-Menü YaST auf (im Reiter Rechner zu finden). Im linken Fensterabschnitt wählen Sie die Rubrik Hardware. Im rechten Fensterabschnitt erscheint nun u.A. Grafikkarte und Monitor. Diesen Punkt wählen Sie und gelangen so zum Konfigurationsdialog der Grafikkarte / Monitor. Dort machen Sie Häckchen bei 3D-Beschleunigung aktivieren (ganz unten) und bestätigen mit OK

Systemeinstellungen von KDE4 bearbeiten

Nun müssen die Effekte nur noch in der KDE Systemeinstellung aktiviert werden. Dazu wieder das K-Menü aufrufen und Systemeinstellungen starten (zu finden ganz unten im Reiter Programme). Dort unter Arbeitsfläche (ganz oben links) die Option Arbeitsflächeneffekte aktivieren wählen und mit Anwenden übernehmen. Die Effekte können später noch konfiguriert werden. Dazu können Sie die einzelnen Effekte über den Karteireiter Alle Effekte aufrufen.

Fazit

Eine Installation auf dem Medion E1210 ist nicht nur möglich, es ist sogar die komplette Hardware, die in diesem Netbook verbaut ist, nutzbar. Des Weiteren werden die Desktop Effekte, die KDE 4.1 bereitstellt, durch die verbaute Intel G945 flüssig dargestellt. Einziger Wehrmutstropfen ist der steinige Weg bis zum voll funktionsfähigen System.

Bild:installation_finished.jpg

Weiterführende Links

Bericht Medion E1210 mit OpenSuSE

Bericht auf heise.de

Video von Hardware-Redakteur Marcel Hilzinger welches zeigt, wie der Medion E1210 mit OpenSuSE und Ubuntu zusammenarbeitet

Installationshinweise zur WebCam

Danksagung

Abschliessend möchte ich mich bei allen Entwicklern, Tester und Benuzter bedanken, die Ihre Erfahrungen und Hilfen zum E1210 ins Internet gestellt haben. Ohne die Hilfestellungen, die im Internet zu finden waren, hätte ich diesen Artikel nie schreiben können. Er ist also im Grunde eine Zusammenlegung aller von mir gefundenen Tipps.