Paketquellen als YaST-Installationsquellen einbinden

aus openSUSE, der freien Wissensdatenbank


Wenn eine andere als die Standardpaketverwaltung mit YaST genutzt wird, so findet man nähere Informationen im Artikel Paketverwaltung. Sie erhalten dort eine Übersicht über alternative Paketverwaltungen für openSUSE sowie Verknüpfungen zu Anleitungen.


Inhaltsverzeichnis

Überblick

YaST ist ein großartiges Werkzeug, welches es auch Anfängern erlaubt, Software-Pakete zu verwalten. Es ermöglicht dem Benutzer nach auf den Installationsmedien oder über das Internet verfügbaren Paketen zu suchen, diese zu installieren, zu aktualisieren, zu entfernen oder zu sperren.

Obwohl die Installationsmedien bereits eine Menge Programmpakete enthalten, gibt es im Internet noch weitere Quellen, die weitere bzw. aktuellere Pakete bereitstellen. Dieser Artikel beschreibt, wie man diese Quellen in YaST einbindet, um die angebotenen Programme zu installieren, bzw. zu aktualisieren.

Der Vorgang des Aktualisierens ist in einem weiteren Artikel beschrieben: KDE und andere Software mittels YaST aktualisieren


Voraussetzungen und zusätzliche Paketquellen

Ab Version 10.0 können neben den oben erwähnten YaST-Quellen auch repomd-Quellen installiert werden.

Natürlich ist es auch möglich, lokale Verzeichnise in YaST einzubinden. Dazu kopiert man die gewünschten Pakete einfach in ein Verzeichnis und bindet dieses in YaST ein.

Eine Auswahl an vorhandenen Paketquellen findet man hier: Zusätzliche Paketquellen für YaST


Quelle einbinden

YaST-Modul Community Repositories

Ab openSUSE 10.3 bringt YaST ein Modul namens Community Repositories mit. Hierüber lassen sich bestimmte Paketdepots mit einem Klick bequem einbinden, diese werden dann auch im Modul Installationsquellen wechseln angezeigt und lassen sich dort weiter bearbeiten. Wie gesagt, lassen sich hier nur bestimmte Depots einrichten, welche den meisten Nutzern aber reichen werden, so dass für die große Masse der Nutzer kaum weitere Schritte nötig sind.


1-Klick-Installation

Ab 10.3 unterstützt openSUSE die 1-Klick-Installation. Diese ist zwar primär dazu gedacht, Software komfortabel installieren zu können, bindet hierfür aber auch die nötigen Installationsquellen ein und behält diese im System, wodurch auch hiermit Installationsquellen hinzugefügt werden können.


YaST-Modul Installationsquellen wechseln

In diesem Modul besitzen Sie im Gegensatz zum oben vorgestellten Community Repositories die volle Freiheit, alle verfügbaren Depots einzubinden. Sie benötigen hier zwar ein paar Klicks mehr, aber es ist auch nicht allzu schwierig. Wie alle YaST-Module lässt es sich auch von der Konsole aus bedienen.

Direkt nach der Installation werden Sie hier bspw. schon das Installationsmedium als Quelle vorfinden. Hier können Sie auch Quellen ein- und ausschalten, sowie festlegen, ob die Daten des vor einem Zugriff aktualisiert werden sollen.

Um eine Installationsquelle einbinden zu können, benötigen Sie einige Informationen über diese, vor allem ihre Adresse. Informationen über Installationsquellen finden Sie im Artikel Zusätzliche Paketquellen. Im folgenden Beispiel verwenden wir das KDE:KDE3-Depot aus dem Build Service, welches sich zur Zeit nich über Community Repositories installieren lässt, und binden es unter openSUSE 10.3 ein.

Nach dem Starten des Moduls sehen Sie eine Übersicht über die Bereits vorhandenen Installationsquellen, klicken Sie nun auf Hinzufügen. Sie gelangen nun zur Auswahl des Medientyps, wo Sie auswählen müssen, wo sich das Paketdepot befindet (bspw. auf einer CD), oder welches Netzwerkprotokoll es nutzt (bpw. HTTP). Für unser Beispiel wählen Sie HTTP aus und klicken auf Weiter.
Nun müssen Sie einen Namen für die Quelle, den Servernamen und den Pfad zum Verzeichnis auf dem Server angeben; die Authentifikation erfolgt bei den öffentlichen Depots anonym. Den Namen für die Quelle können Sie beliebig festlegen, nennen Sie sie bspw. openSUSE Build Service - KDE:KDE3. Der Server heißt in diesem Fall download.opensuse.org, einen Port brauchen Sie nicht angeben. Das Verzeichnis lautet in unserem Beispiel für openSUSE 10.3 /repositories/KDE:/KDE3/openSUSE_10.3. Nachdem Sie alles eingetragen haben klicken Sie auf Weiter und das neue Paketdepot wird hinzugefügt.

In neueren Versionen von YaST haben Sie bei der Auswahl des Medientyps auch die Möglichkeit, eine komplette Adresse anzugeben, was die Sache vereinfacht, da YaST sich dann alle Informationen automatisch holt. Neben der Adresse brauchen Sie dann nur noch einen Namen für das Depot. Um diesen Weg zu gehen, wählen Sie in der Medientypauswahl URL angeben, danach wird nach dem Namen und der URL, also der kompletten Adresse verlangt. Den Namen können Sie wie gewohnt frei wählen, die URL lautet in unserem Fall http://download.opensuse.org/repositories/KDE:/KDE3/openSUSE_10.3. Daraufhin lädt YaST aus dem Depot eine .repo-Datei herunter, welche alle wichtigen Informationen enthält.

Nachdem Sie eine Quelle hinzugefügt haben, erscheint diese in der Übersichtsliste, wo sie sich auch wieder entfernen oder bearbeiten lässt. Hier können Sie auch festlegen, ob diese Quelle aktualisiert werden soll, oder sie gegebenenfalls auch deaktivieren.


Mit zypper im Textmodus

Zypper ist eine Anwendung für die Kommandozeile und verwendet die gleichen Paketdepots wie YaST, da sie ebenfalls auf die Libzypp zurückgreift. Ein Depot, welches Sie mit YaST eingebunden haben, sei es über Community Repositories oder über Installationsquellen wechseln, wird auch automatisch von Zypper verwendet, dass Gleiche gilt auch im Umkehrschluss.
Wie Sie ein Paketdepot mit Zypper einbinden erfahren Sie in der Anleitung zu Zypper.