SDB:Allgemeine Informationen zur ACPI Unterstützung
aus openSUSE, der freien Wissensdatenbank
Version: 8.1 -
Die Verwaltung von Interrupts ist seit jeher ein Problem der PC-Hardware. Interrupts sind, einfach ausgedrückt, die Unterbrecher-Signale an den Prozessor, die diesem mitteilen, wenn eine laufende Arbeit unterbrochen werden muss, damit eine andere Anfrage an den Prozessor bearbeitet werden kann. Damit hängt auch das Powermanagement zusammen, bei dem festgestellt wird, wie lange keine Anfrage mehr an den Prozessor gestellt wurde und dieser damit in verschiedene Stromsparmodi umschalten kann.
Die bisherigen Standards für dieses Powermanagement hießen APM und PNPBIOS. Der neue Standard nennt sich ACPI (Advanced Configuration and Power Interface specification) und wird als Nachfolger von APM und PNPBIOS gepriesen. Zusätzliche Funktionen von ACPI sind die Beschreibung der Hardware (CPU, Busse...) sowie kleinere zusätzliche Aufgaben jenseits des Powermanagements. Desweiteren existiert mit dem APIC (Advanced Programmable Interrupt Controller) eine weitere Technik zur Interrupt-Verwaltung. Die Ähnlichkeit der Abkürzungen trägt nicht gerade zur Entwirrung der komplexen Thematik bei.
Nachdem neue Rechner vermehrt ohne APM und PNPBIOS Support auf den Markt kommen, wird es zwinged notwendig, dass auch die Betriebssysteme ACPI unterstuetzen. ACPI sollte als Nachfolger von APM und PNPBIOS mit den Problemen, die häufig fehlerhafte APM Implementierungen der BIOS Hersteller hervorgerufen hatten, aufräumen. Leider hat auch ACPI durch seine deutlich größere Komplexität zu vielen fehlerhaften Implementierungen geführt. Speziell Rechner, die neben ACPI auch noch die alte APM- und PNPBIOS-Unterstützung haben, leiden unter diesen Symptomen. Das Betriebssystem muss nun anhand von sog. "Blacklists" wissen, ob bei einem bestimmten Rechnertyp besser APM/PNPBIOS oder ACPI zu verwenden ist, wenn beides vom BIOS als unterstützt gemeldet wird.
Durch diesen Technologiewechsel kann es jedoch bei einigen Rechnern aufgrund der genannten Probleme zu unerwarteten Fehlern kommen. Rechner, die eine defekte ACPI-Unterstützung haben, jedoch noch nicht in der Blacklist des Linuxkernels verzeichnet sind, können beim Booten des Kernel hängen bleiben, oder einige PCI-Karten nicht richtig erkennen. Hier kann sich der Benutzer allerdings leicht durch Bootoptionen behelfen, die ACPI teilweise oder gar ganz abschalten.
Falls bei oder nach der Installation von SUSE LINUX eines der genannten Probleme bei Ihnen auftreten sollte, müssen Sie bei der Installation einen Kernel-Parameter eingeben. Das Vorgehen ist in unserer Support-Datenbank unter folgender Adresse beschrieben:
SDB:Kernelparameter für ACPI/APIC
Keywords: acpi | kernel | parameter | irq | power | management | apm | apic | interrupt | controller | boot | option
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