SDB:Auf Windows-Freigaben zugreifen
aus openSUSE, der freien Wissensdatenbank
Version: 8.1
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Anliegen
Sie möchten von Ihrem Linux System auf Verzeichnis-Freigaben von Windows-Rechnern zugreifen.
Manuelles Vorgehen
Die Windows Freigabe kann manuell mit dem mount-Befehl eingebunden werden. Stellen Sie dazu sicher, dass das Paket samba-client installiert ist. Um zunächst die Freigaben eines Windows-Rechners einzusehen, geben Sie in einer root-Shell den Befehl
smbclient -L netbios-name
ein, wobei netbios-name für den NetBIOS-Namen des Windows-Rechners steht. Falls der Zugriff fehlschlägt, ist eine Authentifizierung unter Hinzufügung des Benutzernamens erforderlich. Die Syntax des Aufrufs lautet in diesem Fall folgendermassen:
smbclient -L netbios-name -U username
Als Ergebnis wird eine Liste ausgegeben, welche die Freigaben anzeigt:
erde:~ # smbclient -L winmachine -U testuser added interface ip=192.168.0.1 bcast=192.168.0.255 nmask=255.255.255.0 Password: Anonymous login successful Domain=[WORKGROUP] OS=[Windows 5.0] Server=[Windows 2000 LAN Manager]
Sharename Type Comment
--------- ---- -------
IPC$ IPC Remote-IPC
testshare Disk test-share
ADMIN$ Disk Remoteadmin
C$ Disk Standardfreigabe
Server Comment
--------- -------
WINMACHINE
Workgroup Master
--------- -------
WORKGROUP WINMACHINE
Wie aus der Auflistung ersichtlich, wird auf dem Rechner winmachine das Verzeichnis testshare freigegeben. Um dieses mit Hilfe des mount-Aufrufs einzubinden, erstellen Sie zunächst einen Mountpoint:
mkdir -p /windows/winshare
Mit dem folgenden Aufruf hängen Sie nun die Windows-Freigabe in Ihr Dateisystem ein (passen Sie Rechner-und Verzeichnisnamen bitte an Ihre Verhältnisse an):
mount -t cifs //winmachine/testshare /windows/winshare
Durch diesen Aufruf wird die Freigabe namens testshare des Windows-Rechners winmachine eingebunden. Zugriff auf die Daten ist nun unterhalb des Verzeichnisses /windows/winshare möglich.
Falls am Windows-Rechner eine Authentifizierung mit Benutzernamen erforderlich ist, lautet die Syntax des Aufrufs folgendermassen:
mount -t cifs -o username=benutzer,password=geheim //winmachine/testshare /windows/winshare
Für benutzer setzen Sie den Benutzernamen ein, der zur Authentifizierung auf dem Windows Rechner erforderlich ist, für geheim dessen Passwort.
Wenn das Verzeichnis automatisch beim Rechnerstart eingebunden werden soll, so kann eine entsprechende Option in die Datei /etc/fstab eingefügt werden (alles in eine einzige Zeile schreiben):
//winmachine/testshare /windows/winshare smbfs auto,gid=users,fmask=0664,dmask=0775,iocharset=iso8859-15 0 0
In diesem Beispiel sind zusätzliche Optionen eingefügt: gid=users bedeutet, dass nicht nur root, sondern auch Benutzer des Linux-Systems auf die Daten des Windows-Share zugreifen können. Mit fmask bzw. dmask wird festgelegt, mit welchen Rechten Dateien bzw. Verzeichnisse im lokalen System angezeigt werden. Mit iocharset=iso8859-15 wird der Zeichensatz festgelegt. Weitere Optionen bietet der Shell-Aufruf man smbmount.
Da die Datei /etc/fstab von allen Benutzern des Linux Systems lesbar ist, sollten hier die Optionen username und password nicht direkt eingetragen werden. Stattdessen benutzen Sie die Datei /etc/samba/smbfstab, um den Eintrag vorzunehmen. Diese Datei kann nur von root, nicht jedoch von Nutzern des Systems eingesehen werden.
Entfernen Sie den Eintrag aus der Datei /etc/fstab und tragen Sie in die Datei /etc/samba/smbfstab folgendes ein (wiederum alles in eine einzige Zeile):
//winmachine/testshare /windows/winshare auto,gid=users,fmask=0664,dmask=0775,iocharset=iso8859-15,username=benutzer,password=geheim
Achten Sie auf die im Gegensatz zur Datei /etc/fstab leicht veränderte Syntax: Das Dateisystem sowie die Angaben für dump und fsck (die beiden Zahlen am Schluss der Zeile) werden nicht angegeben.
Das Verzeichnis wird beim nächsten Booten automatisch eingehangen.
Vorgehen unter KDE
Unter KDE ist der Lan Information Server LISa verfügbar, um mit Hilfe des Dateimanagers und Webbrowser Konqueror auf einfache Art und Weise Zugriff auf Windows-Freigaben zu bekommen. Mit Hilfe von LISa sind Sie in der Lage, nach gemeinsamen Ressourcen Ihres Netzwerks zu suchen. Je nach Suchmethode können dabei nicht nur Windows/Samba-Freigaben, sondern ebenso FTP-, HTTP-, SSH- und NFS-Dienste angezeigt werden.
Stellen Sie zunächst sicher, dass die Pakete kdenetwork3-lisa, kdenetwork3-lan, kdebase3-samba, samba-client (ab SuSE 8.2 zusätzlich libsmbclient) sowie (eventuell) samba installiert sind, bzw. installieren Sie diese unter Zuhilfenahme von YaST2 nach.
Um LISa zu konfigurieren, starten Sie das KDE Kontrollzentrum und wählen Sie zum Start des LISa Konfigurationsassistenten den Dialog
- Netzwerk
- -> LAN-Browser
- -> Geführte LISa-Einrichtung
(Ab SuSE 8.2 wählen Sie
- Internet & Netzwerk
- -> Netzwerk-Browser
- -> LISa-Dämon
- -> Geführte LISa-Einrichtung)
Legen Sie zunächst die Suchmethode fest. Die Methode "Pings senden" hat den Vorteil, dass neben Windows-Freigaben auch Rechner mit weiteren Netzwerk-Diensten gefunden werden. Sie funktioniert zuverlässig, empfiehlt sich jedoch nicht in sehr großen Netzwerken.
Um die Methode "NetBIOS Broadcasts senden" benutzen zu können, muss das Paket samba installiert sein, da auf das Programm nmblookup zugegriffen wird. Es werden lediglich Rechner mit Windows/Samba-Freigaben gefunden. Weitere Hinweise hierzu finden Sie in den Hilfetexten.
Falls Sie die erste Methode gewählt haben, wird im nächsten Feld der Adressbereich festgelegt, den LISa anpingt. Geben Sie hier die IP-Adresse des Netzwerks sowie die Netzmaske an. Bei einem privaten Klasse C Netz wäre dies zum Beispiel 192.168.0.0/255.255.255.0. Im Normalfall sollte schon ein Vorschlag eingetragen sein, den Sie übernehmen können. Im Zweifelsfalle können Sie die IP/Netmask auch mit dem Shell-Befehl
/sbin/ifconfig
einsehen.
Im Feld "Vertrauenswürdige Rechner" tragen Sie die IP-Adresse und Netzmaske Ihres Linux-Rechners ein, sofern nur von diesem Rechner auf den LISa-Dienst zugegriffen werden soll.
Unter "Eigene Broadcast-Netzwerk-Adresse" kann einfach die IP-Adresse des eigenen (Linux-)Rechners eingetragen werden. Sofern andere LISa-Server in Ihrem Netzwerk vorhanden sind, tragen Sie bitte die IP-Adresse des Netzwerks sowie dessen Netzmaske ein.
Bei der Abfrage des Aktualisierungsintervalls übernehmen Sie einfach den Default-Wert 300 Sek. Die sich im Dialog "Erweiterte Einstellungen" befindenden Optionen werden nur benötigt, wenn LISa nicht alle Rechner im Netzwerk findet. Schließen Sie die Konfiguration ab, so dass der Wizard beendet wird und Sie wieder das KDE Kontrollzentrum vor sich haben.
Damit die Einstellungen dauerhaft in der Datei /etc/lisarc abgespeichert werden können, drücken Sie im Kontrollzentrum (unten rechts) auf den Knopf Anwenden, geben das root-Passwort ein und drücken auf OK. Das KDE Kontrollzentrum kann nun geschlossen werden.
Starten Sie nun den LISa-Dienst mit dem folgenden Befehl, den Sie in eine root-Shell eingeben:
rclisa start
Wenn der Dienst beim nächsten Booten automatisch gestartet werden soll, so ist zusätzlich der Aufruf
insserv lisa
erforderlich.
Um auf Windows-Freigaben zuzugreifen, öffnen Sie nun den KDE Dateimanager Konqueror und geben als URL lan:/ ein. Rechner, die Netzwerkdienste bereitstellen, werden nun aufgelistet. Durch Anklicken eines Rechnernamens werden dessen Dienste angezeigt, smb bedeutet dabei eine Windows-Freigabe. Damit haben Sie nun Zugriff auf die Ressourcen dieses Rechners.
Weitere Informationen zu LISa finden Sie unter http://lisa-home.sourceforge.net
Bei Problemen mit dem Zugriff auf LISa bei SuSE Linux Version 8.1
Falls Sie bei der Eingabe von lan:/ die Fehlermeldung "Fehler beim Laden von 'kio_lan'" erhalten, so benutzen Sie ein fehlerhaftes Update-Paket. Geben Sie in diesem Fall den Namen des Window-Rechners bitte auf folgende Art und Weise in den Konqueror ein:
smb://netbios-name
Alternativ können Sie auch das Paket kdenetwork3-lan von CD/DVD zurückinstallieren.
Bitte beachten Sie: Der kostenlose Installationssupport kann Ihnen bei der Einbindung von Windows-Freigaben nicht weiterhelfen. Sie können jedoch gerne unseren Advanced Support Service in Anspruch nehmen, über den Sie sich unter http://www.suse.de/de/services/support/private/advanced.html informieren können.
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