SDB:Digitalkameras nutzen
aus openSUSE, der freien Wissensdatenbank
Version: 9.1
Anliegen
Sie möchten eine Digitalkamera mit SUSE Linux verwenden.
Dieser Artikel soll einen Überblick über die Möglichkeiten bieten, Digitalkameras unter Linux zu verwenden.
Vorgehen
Sehr viele Kameras (ca. 400) sind mittlerweile unterstützt und werden automatisch erkannt, eingebunden und ein entsprechendes Icon wird auf dem Desktop angezeigt bzw. die jeweilige Software bietet die erkannte Kamera zur Bedienung an.
Eine Liste der im Moment unterstützten Digitalkamers finden Sie hier:
http://www.gphoto.org/proj/libgphoto2/support.php
Sollte es noch Probleme mit der Erkennung Ihrer USB-Kamera geben. führen Sie bitte zunächst ein YaST Online Update durch, damit das Paket hotplug aktualisiert wird.
Beachten Sie dazu bitte auch den Artikel:
SDB:Ordner /media/usb-storage-07340330088E:0:0:0p1 lässt sich nicht öffnen
Nähere Informationen zum subfs Dateisystem erhalten Sie in den Artikeln
SDB:Ordner /media/usb-storage-07340330088E:0:0:0p1 lässt sich nicht öffnen
und:
SDB:Überblick über das SUSE Linux Hotplug System
Es kann bei seriellen Kameras immer noch nötig sein, die Kamera manuell einzurichten. In der entsprechenden Software muss dann die manuelle Einrichtungsmöglichkeit verwendet werden.
Desweiteren kann es auch nötig sein, die Raute beim Eintrag:
# For serial gphoto cameras. # add /dev/ttyS0 desktop
in der Datei /etc/resmgr.conf zu entfernen, damit der Eintrag aktiv wird. Danach sollte der Abschnitt wie folgt aussehen:
# For serial gphoto cameras. add /dev/ttyS0 desktop # add /dev/ttyS1 desktop
Dann muss noch die Ressource-Manager Konfiguration neu eingelesen werden, dass kann entweder mit YaST2 im Runlevel-Editor Modul durchgeführt werden; oder man kann als root in einer Textconsole den Befehl
rcresmgr reload
verwenden. Im Normalfall sollten diese Maßnahmen jedoch nicht nötig sein.
gphoto
Um Digitalkameras anzusprechen, wird unter Linux das Kommandozeilen-orientierte Programm gphoto2 verwendet. Dieses benutzt die Module die unter /usr/lib/gphoto2/VERSION/ durch die libgphoto2 Bibliothek aufgerufen werden.
Sie können das Programm gphoto2 in einer Textkonsole dazu verwenden weitere Informationen zum Kameramodell zu erhalten und es ist auch möglich die Digitalkamera komplett per Kommandozeile zu steuern und zu bedienen. Die Erläuterung aller möglichen Parameter würde den Rahmen eines SDB-Artikels sprengen, beachten Sie daher hierzu die manual Page von gphoto2 (man gphoto2)
Anwendungsprogramme
Da es natürlich für ein bequemes Arbeiten mit den Datenbeständen auf der Digitalkamera recht umständlich ist, alles per Kommandozeile durchzuführen, gibt es zahlreiche Anwendungsprogramme (sogenannte GUI's, Graphical User Interface's oder auch Frontend), die eine komfortable Bedienung der Kamera ermöglichen.
Folgende Applikationen stehen bei einer Standardinstallation von SUSE LINUX zur Verfügung:
digikam
gtkam
Eine Ausführliche Beschreibung aller Möglichkeiten, die diese Programme bieten, würde den Rahmen eines SDB-Artikels übersteigen. Orientieren Sie sich daher bitte an den Hilfedateien und den Informationen die die Programme unter /usr/share/doc/packages/Paketname bereitstellen; sowie an der Hilfe-Funktion die die einzelnen Programe in ihrem Menü bereithalten.
Hinweis zum Programm Digikam: Das Programm Digikam ist im KDE-Menü unter dem Eintrag Graphik zu finden. Wählen Sie hier den Eintrag 'Photographie'.
Eine sehr gute Beschreibung der Programmversion Digikam Version 0.6 des Autors Frank Rennemann steht im Linux Knowledge Portal zur Verfügung:
Digitalphotos bearbeiten mit Digikam
The Gimp
Auch das Grafikprogramm 'The Gimp' ist geeignet, Bilder von der Digitalkamera anzuzeigen und diese zu bearbeiten. Im KDE-Menü finden Sie es unter dem Eintrag 'Graphik'. Wählen Sie den Punkt 'Bildbearbeitung'.
Um Bilder anzuzeigen wählen Sie die Menüpunkte:
Datei -> holen -> (FIle -> Acquire -> )
Hier sollte im Untermenü bereits die Modellbezeichnung der Digitalkamera aufgelistet sein. Wählen Sie diesen Eintrag und die Bilder sollten in einem Extra-Fenster angezeigt werden. Die Bilder können dann mit allen Funktionen die The Gimp zur Verfügung stellt, bearbeitet werden.
Konqueror
Mit dem Programm Konqueror ist es ebenfalls möglich, Bilder einer Digitalkamera anzuzeigen und zu bearbeiten. Sollte der Navigationsbereich im Konqueror nicht angezeigt werden, drücken Sie die F9 Taste.
Klicken Sie dann auf den Button 'Geräte' (zweiter Button von oben) oder 'KDE-Dienste' (unterster Button). Sie sollten jetzt schon die Kamera und eventuell vorhandene Fotos sehen und können diese dann komfortabel bearbeiten.
Es ist auch möglich manuell den Eintrag camera:/ in die Adresszeile des Konquerors zu schreiben.
Wenn Sie die dann Eingabetaste drücken, sollte Konqueror (eventuell nach einer kurzen Suchphase) die gefundene Digitalkamera anzeigen.
Dann gibt es noch eine Reihe weiterer Programme die frei erhältich sind:
jPhoto
PhotoPC
Open Digita
Tips:
Bildformate:
Beim JPEG-Format handelt es sich um ein komprimiertes Dateiformat. Durch die voreingestellte Komprimierung benötigen die digitalisierten Bilder erheblich weniger Speicherplatz. Durch den geringen Speicherverbrauch hat sich das JPEG-Format als Standardformat bei digitalen Kameras etabliert.
Beim Tagged Image File Format (TIFF) handelt es sich um ein meistens LZW-komprimiertes Dateiformat. Trotz des wesentlich höheren Speicherverbrauches hat das TIFF-Format seinen Platz in der Digitalfotografie gefunden. Es eignet sich ideal zur Bildbearbeitung.
Einige Digicams werden auch mit dem RAW-Format ausgestattet. Bei diesem Format bleiben die Rohdaten völlig unbearbeitet und unkomprimiert. Das ermöglicht dem Benutzer nachträgliche Korrekturen und eine Optimierung der Bilddateien. Um die Möglichkeiten des RAW-Formates voll ausschöpfen zu können, benötigt man die passende Software. Nur wenige Programme können das Potenzial vom RAW-Format voll ausnutzen.
Bilder und Bildausdruck:
Der Monitor braucht mit durchschnittlich 80dpi weniger Pixel um ein Bild groß darzustellen als ein Drucker. Dieser arbeitet mit 300dpi und benötigt daher wesentlich mehr Pixel.
Mit folgender Formel können Sie ausrechnen, in welchem Bildformat fotorealistische Laborausdrucke erstellt werden können.
Gewünschtes Bildformat ist z.B. 10x15cm
10 geteilt durch 2,54 x 300dpi = 1181 Pixel
15 geteilt durch 2,54 x 300dpi = 1771 Pixel
Man benötigt also eine ungefähre Auflösung von rund 1800 x 1200 Pixel um das Bildformat 15x10cm fotorealistisch darzustellen.
Technischer Hintergrund:
Bilder werden bei Digitalkameras über einen sogenannten CCD-Chip (Charge Coupled Device) digitalisiert, danach auf einem Speichermedium abgelegt.
Jedes dieser Systeme, ob Compact Flash Card Typ I/II, Microdrive, Smart Media Card, Secure Digital(SD)-Card, MultiMedia Card (MMC), Memory Stick oder xD-Picture Card hat seine Vor- und Nachteile in bestimmten Bereichen.
Bei einem USB-Anschluß wird immer die Produktkennung übermittelt. Unterstützt gphoto die USB-Kamera, dann kann einfach durch Hinzufügen der Produktkennung die USB-Unterstützung Ihrer Kamera eingefügt werden. Die Produktkennung (ProdID) finden Sie einfach heraus, indem Sie die Kamera an den USB-Port anschließen. Die sogenannte ProductID können Sie jetzt aus der Gerätedatei /proc/bus/usb/devices auslesen:
cat /proc/bus/usb/devices
Alternativ können Sie auch die *.nif Datei aus dem Windows-Treiber auslesen
Wenn Ihre Kamera an die serielle Schnittstelle angeschlossen wird und nicht unter den Supported Cameras mit aufgelistet ist, dann können Sie versuchen, die Treiber des Vorgänger- bzw. anderen Modells des gleichen Herstellers zu verwenden.
Weitere, sehr umfangreiche Informationen zu Digitalkameras erhalten Sie u.a. auch auf folgenden Webseiten:
http://m4l.berlios.de/cgi-bin/bin/view/Bildbearbeitung/Digitalkamera
http://m4l.berlios.de/pub/Main/HowTo/DE-DIGITALKAMERA-HOWTO.html
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