SDB:Drucker-Kauf und Kompatibilität
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Anliegen:
Sie überlegen einen bestimmten Drucker zu kaufen oder Sie besitzen schon einen Drucker und hätten gerne weitere Informationen, ob der Drucker unter Linux verwendbar ist.
Vorgehen:
Suchen Sie die im Supportdatenbankartikel SDB:Drucker einrichten genannten Quellen ab.
Bitte beachten Sie, daß die genannten Quellen zur Hardwareunterstützung durch Linux meist auf Kunden/Benutzerinformationen beruhen und keine Garantie beinhalten.
Auch meint "unterstützt" üblicherweise "normal verwendbar" und nicht "optimal und zu 100% in allen Funktionen unterstützt".
Bei unterstützten Druckern ist z.B. oft nicht die vom Hersteller als maximal angegebene Auflösung oder Geschwindigkeit möglich.
Auch können wir keine speziellen Hardwareempfehlungen geben, da wir keinen Hersteller bevorzugen noch benachteiligen möchten. Darüberhinaus ist die Frage nach dem optimal geeigneten Modell immer von den individuellen Anforderungen des jeweiligen Kunden abhängig.
Allgemeine Aspekte
Die mit Abstand wichtigste Vorausssetzung für einen problemlosen Druckerbetrieb ist, das passende Druckermodell zu verwenden. Welches Drucksystem (CUPS oder LPRng/lpdfilter) eingesetzt wird, ist zweitrangig, denn beide Drucksysteme funktionieren problemlos. Probleme beim Drucksystem lassen sich fast immer durch entsprechende Konfiguration in den Griff bekommen. Es ist zwar nicht jeder Wunsch konfigurierbar, aber für fast jede Problemstellung gibt es eine ausreichende Lösung. Probleme, deren Ursache ein ungeeigneter Drucker ist, können meist nicht durch Anpassungen der Konfiguration des Druckerservers behoben werden.
Technische Aspekte
Druckqualität (DPI vs. Speicherbedarf)
Bei Schwarzweiss-Laserdruckern sollte sichergestellt sein, dass das Gerät zumindest PCL5e kann, so dass die Ghostscript-Treiber ljet4 und lj4dith funktionieren, dann kann ab 4MB internem Druckerspeicher problemlos mit 600 Dpi im Schwarzweissdruck gedruckt werden - bei zu wenig Speicher beachten Sie bitte den Artikel SDB:Laserdrucker druckt nicht/falsch
Um mit 1200 Dpi auch komplexe Seiten zuverlässig drucken zu können, sollte der Drucker ca. 16MB internen Druckerspeicher haben und PCL6 bzw. PCLXL verstehen, so dass die Ghostscript-Treiber lj5mono, lj5gray oder pxlmono funktionieren.
Allerdings bringt 1200 Dpi im Vergleich zu 600 Dpi kaum noch sichtbare Verbesserungen im Druckbild, dafür hat 1200 Dpi den vierfachen CPU- und Speicherbedarf wie 600 Dpi. Dagegen bringt 600 Dpi im Vergleich zu 300 Dpi ein offensichtlich deutlich besseres Druckbild, so dass insgesamt 600 Dpi eine gute Wahl bzgl. Druckbild einerseits und CPU- und Speicherbedarf andererseits ist.
PostScript Drucker
PostScript Drucker funktionieren vom grundsätzlichen Konzept her am besten, denn PostScript ist die Standardsprache zur graphischen Darstellung, aber das gilt nur für wirklich hochwertige PostScript Drucker, die neben einer einwandfreien PostScript Implementierung im Drucker auch über genügend Speicher und Rechenleistung im Drucker verfügen, um selbst komplexe Seiten darstellen zu können - und das möglichst auch in vertretbarer Geschwindigkeit.
Normalerweise verstehen PostScript-Drucker auch die Druckersprache PCL5e und oft auch PCL6/PCLXL, so dass auch problematische PostScript-Dateien via PCL5e bzw. PCL6/PCLXL zu Papier gebracht werden können. Im PCL5e bzw. PCL6/PCLXL Modus ist oft nicht die bestmögliche Qualität erreichbar, zu der der PostScript-Drucker fähig ist (z.B. ist man bei PCL5e oft auf 600dpi Auflösung beschränkt oder Farbdruck ist nicht möglich im PCL Modus). Dennoch ist ein PostScript+PCL5e(+PCL6/PCLXL)-Drucker die universellste Lösung, da mit so einem Gerät eigentlich alles, was überhaupt druckbar ist, zumindest in ordentlicher Qualität zu Papier gebracht werden kann.
Manche PostScript Drucker können auch PDF-Daten direkt verarbeiten. Für PostScript+PDF Drucker gelten obige Aussagen analog.
Die Anschaffung eines hochwertigen PostScript-Druckers, nur um das Treiberproblem zu umgehen, erscheint aber nicht sinnvoll, denn PCL5e- bzw. PCL6/PCLXL-Drucker liefern auch sehr ordentliche Ergebnisse im Schwarzweissdruck. Im Gegensatz dazu ist PostScript normalerweise notwendig für einen Farblaserdrucker, um gute Druckqualität zu bekommen.
Ein hochwertiger PostScript-Drucker zusammen mit dem CUPS-Drucksystem ist dagegen sehr sinnvoll, wenn das Gerät viele Funktionen hat wie z.B.
* Duplexdruck
+ längs zur Druckrichtung umgebrochen
+ quer zur Druckrichtung umgebrochen
* mehrere Papierschächte
+ verschiedene Papierschächte zur Druckausgabe
+ verschiedene Schächte zum Papiereinzug
+ verschiedene Schächte für verschiedene Papiergrössen
* eine Vielzahl von internen Einstellungen bzgl. des Druckbildes
+ Auflösung
- 300dpi
- 600dpi
- 1200dpi
+ Farbtiefe bzw. Anzahl der Graustufen pro Bildpunkt
- 1 (1 Bit Speicherverbrauch pro Pixel)
- 256 (8 Bit Speicherverbrauch pro Pixel)
- 65536 (16 Bit Speicherverbrauch pro Pixel)
+ Sättigung
- wenig Toner (Toner-Sparmodus)
- normal
Einem ordentlichen PostScript-Drucker liegt immer eine genau zum Drucker passende PPD-Datei des Herstellers bei und das CUPS-Drucksystem ist optimal geeignet, die in der PPD-Datei definierten Einstellmöglichkeiten jedem Benutzer zugänglich zu machen und das pro einzelnem Druckauftrag. Beachten Sie dazu den Abschnitt "Allgemeine Hinweise zum Einrichten von PostScript Druckern" im Artikel: SDB:Drucker einrichten ab SUSE LINUX 9.1
Mögliche Probleme bei PostScript Druckern
Bei PostScript+PCL5e(+PCL6/PCLXL)-Druckern sind genannte Optionen zumeist nur im PostScript-Modus vollständig verfügbar und kombinierbar. Im PCL5e- bzw. PCL6/PCLXL-Modus sind die Einstellmöglichkeiten dagegen eingeschränkt: Die Auflösung kann zwar immer gewählt werden und durch passende Ghostscript-Treiber kann auch die Art der Graustufen (ljet4/lj4dith bzw. lj5mono/lj5gray) und auch Duplex-Druck (ljet4/ljet4d) vorgegeben werden, aber das kann nicht beliebig kombiniert werden.
PostScript-Drucker scheitern oft an zu komplexen PostScript-Dateien, meist dann, wenn im PostScript-Drucker nicht genüged Speicher eingebaut ist, um in PostScript-Dateien integrierte Bitmap-Grafiken verarbeiten zu können. Insbesondere bei eingebetteten Grafiken in der PostScript-Datei sollte es helfen Auflösung und Farbtiefe in der PostScript-Datei selbst (und nicht am Drucker) zu reduzieren, falls dies möglich ist, denn eine Bitmap-Grafik in 1200x1200 Dpi benötigt 16 Mal so viel Speicherplatz wie in 300x300 Dpi und 32-Bit Farbtiefe braucht 32 Mal viel Speicherplatz wie 1-Bit Schwarzweißdarstellung - d.h. eine 1200x1200 Dpi Bitmap-Grafik mit 32-Bit Farbtiefe braucht über Fünfhundert Mal so viel Speicherplatz wie dieselbe Grafik in 1-Bit Schwarzweißdarstellung bei 300x300 Dpi Auflösung.
PostScript-Drucker scheitern auch, wenn der im PostScript-Drucker eingebaute PostScript-Interpreter einen zu niedrigen PostScript-Level unterstützt. Die meisten älteren PostScript-Drucker unterstützen PostScript Level 2, aber in letzter Zeit erzeugen mehr und mehr Anwendungsprogramme standardmässig PostScript Level 3 und das kann dann evtl. von einem PostScript Level 2 Drucker nicht mehr oder nur fehlerhaft zu Papier gebracht werden - nämlich dann, wenn tatsächlich spezielle PostScript Level 3 Befehle gebraucht werden. Beachten Sie dazu als Beispiel den Abschnitt "Drucken aus Mozilla" im Artikel: SDB:Drucker einrichten ab SUSE LINUX 9.1
PostScript-Drucker liefern fehlerhafte Ausgaben, wenn die im Drucker eingebauten Zeichensätze nicht alle benötigten Zeichen enthalten. So können die meisten älteren PostScript-Drucker kein Eurozeichen direkt drucken. Abhilfe ist hier, wenn das Anwendungsprogramm die benötigten Zeichensätze in der PostScript-Ausgabe mitliefert.
Was soll gedruckt werden
Laserdrucker vs. Tintenstrahldrucker
Als Standarddrucker (also ohne besondere Erweiterungen wie Papierschächte etc.) ist ein Schwarzweiss-Laserdrucker, der zumindest die Duckersprache PCL5e kann und mindestens 4MB internen Druckerspeicher hat und über eine robuste Mechanik verfügt, eine gute Empfehlung.
Evtl. lohnt sich ein besonders hochwertiges Modell zu kaufen, was über Erweiterungsmöglichkeiten für
- Duplexeinheit - zusätzliche Papierschächte - Netzwerkanschluss - PostScript-Modul + Erweiterungsspeicher
verfügt und das nach und nach zu einem hochwertigen PostScript-Drucker aufzurüsten, oder es lohnt sich mehr, erst bei Bedarf einen hochwertigen PostScript-Drucker komplett mit den Erweiterungen zu kaufen.
Für Farbdruck sollte aber ein robuster Tintenstrahldrucker angeschafft werden, wenn dieser den im folgenden genannten Bedingungen genügt, denn ein solider Farb-Laserdrucker ist sehr teuer. Ist Photoqualität gewünscht, so sollte der Tintenstrahldrucker zusätzlich vom "hpijs"-Treiber und/oder vom "gimpprint/stp"-Treiber unterstützt werden.
Genauere Informationen dazu:
Bei Farb-Tintenstrahldruckern sind die in SDB:Drucker einrichten
Sie sollten auch versuchen direkt vom Hersteller Informationen zur Verwendbarkeit der Druckermodelle unter Linux zu bekommen, da (insbesondere bei neuen Druckermodellen) der Hersteller am einfachsten testen kann, wie gut das Modell unter Linux läuft. Hier zeigen sich auch die Unterschiede bzgl. der Linux-Unterstützung durch die einzelnen Druckerhersteller.
Wenn auch der Hersteller keine Linux-relevanten Informationen zu Ihrem Druckermodell liefern kann, sollten folgende Tips weiterhelfen:
Stellen Sie fest, ob Ihr Drucker zu einem Modell kompatibel ist, welches unter Linux läuft und nehmen Sie dann den Ghostscript-Treiber für das kompatible Modell.
Kompatibel unter Linux bedeutet, daß Ihr Drucker mit denselben binären Steuersequenzen wie das kompatible Modell korrekt drucken kann - d.h. die Drucker "verstehen" dieselbe Druckersprache direkt und nicht etwa nur durch einen passenden Treiber (z.B. für Windows) emuliert. Zur Problematik der sog. GDI-Drucker siehe den Artikel SDB:GDI-Drucker
Sie können nicht immer aus ähnlichen Druckerbezeichnungen auf Kompatibilität schließen. Dies liegt daran, daß ähnlich bezeichnete Drucker manchmal nicht dieselbe Druckersprache direkt verstehen.
Welche Druckersprache Ihr Drucker direkt versteht, erfahren Sie am sichersten direkt beim Hersteller. Auch unter den technischen Daten im Druckerhandbuch ist oft die Druckersprache angegeben.
Beispiele für Standarddruckersprachen:
- ASCII-Text
Normalerweise kann jeder Drucker wenigstens ASCII-Text direkt ausgeben, aber die nur für Windows konzipierten GDI-Drucker können weder ASCII-Text ausgeben noch Daten, die in einer der folgenden Standarddruckersprachen vorliegen, drucken.
Umgekehrt gibt es aber Drucker, die zwar keinen ASCII-Text direkt drucken können, aber über eine der folgenden Standarddruckersprachen angesprochen werden können. - PostScript Level 2 oder Level 3
Drucker, die Level 2 oder Level 3 PostScript direkt verstehen, sind relativ teuer, aber am unproblematischsten zu verwenden, da PostScript die Standarddruckersprache unter Unix/Linux ist.
Achten Sie insbesondere darauf, wie schnell der im Drucker eingebaute PostSript-Interpreter arbeitet, sonst kann es passieren, daß der Ausdruck komplexer Dokumente sehr langsam ist.
Wird kein PostScript-Drucker verwendet, werden Druckausgaben mittels Ghostscript in einer der folgenden Standarddruckersprachen erzeugt. - PCL5e oder PCL6
Drucker die PCL5e oder PCL6 direkt verstehen, sollten mit dem Ghostscript-Treiber ljet4 bis zu 600x600 dpi funktionieren.
Oft wird PCL5e nur als PCL5 bezeichnet. - PCL4 oder PCL5
Drucker die PCL4 oder PCL5 direkt verstehen, sollten mit einem der Ghostscript-Treiber laserjet, ljetplus, ljet2p oder ljet3 funktionieren, sind aber auf 300x300 dpi beschränkt. - PCL3
Drucker die PCL3 direkt verstehen, sollten mit einem der Ghostscript-Treiber deskjet, hpdj, pcl3, cdjmono, cdj500 oder cdj550 funktionieren. - ESC/P2, ESC/P oder ESC/P Raster
Drucker die ESC/P2, ESC/P oder ESC/P Raster direkt verstehen, sollten mit dem Ghostscript-Treiber stcolor oder mit dem Ghostscript-Treiber uniprint unter Verwendung einer passenden Parameterdatei *.upp (z.B. stcany.upp) funktionieren.
Allerdings hat ESC/P Raster Einschränkungen gegenüber ESC/P2 und daher könnte es Probleme mit den Ghostscrip-Treibern geben, die eigentlich für ESC/P2 Drucker gedacht sind.
Sollten Sie für Ihren Drucker eine geeignete Konfiguration gefunden haben, sind wir an einer Rückmeldung von Ihnen sehr interessiert.
Da wir nicht alle handelsüblichen Druckermodelle selbst testen können, sind wir hier besonders auf Rückmeldungen unserer Kunden angewiesen.
Wir würden Ihre Lösung dann gerne allen unseren Kunden und Linux-Benutzern z.B. über unsere Hardware-Komponentendatenbank, zur Verfügung stellen.
Bitte beschreiben Sie möglichst genau, welchen Druckertreiber Sie verwenden bzw. welche Menüeinträge Sie bei der YaST2 Druckerkonfiguration ausgewählt haben und wie gut die Druckergebnisse damit sind oder ob es Einschränkungen gibt (z.B. nur schwarz/weiß oder nur in einer bestimmten Auflösung oder verfälschte Farben beim Farbdruck etc.).
Außerdem ist wichtig, ob Sie spezielle Anpassungen vorgenommen haben oder ob es mit der Standardkonfiguration problemlos funktioniert hat.
Zusätzlich bzw. alternativ sollten Sie auch LinuxPrinting.org informieren, siehe "How to Contribute: Data".
Wenn Ihr Drucker nicht unterstützt ist:
Gibt es keinen Linux-Treiber für Ihren Drucker, dann informieren Sie vor allem den Hersteller und verweisen Sie dabei den Hersteller auf SDB:Information für Druckerhersteller bzgl. Linux-Unterstützung
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