SDB:Ein zweites Linux-System über den Bootloader GRUB starten

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Version: 8.1 -

Inhaltsverzeichnis

Anliegen

Sie haben zwei Linux Systeme auf Ihrem Computer installiert und möchten beide über den Bootloader GRUB starten.

Annahmen

Nehmen wir an, die Festplatte ist wie folgt partitioniert:

/dev/hda5      Swap
/dev/hda6      Linux 1
/dev/hda7      Linux 2

Auf der ersten logischen Partition (/dev/hda5) befindet sich die Swap-Partition, auf der Partition /dev/hda6 das erste Linux-System. Dieses System wird per Bootloader GRUB gestartet. Auf die Partition /dev/hda7 soll eine weitere Linux-Version installiert werden. Diese soll ebenfalls über GRUB gestartet werden.

Vorgehen

Bei der Installation des zweiten Linux-Systems installieren Sie den Bootloader nicht in den MBR, sondern in die Rootpartition (/dev/hda7). In die Bootloader-Konfigurationsdatei der ersten Installation (/boot/grub/menu.lst) tragen Sie anschliessend einen Abschnitt für das zweite System hinzu:

title Linux Zwei
   root (hd0,6)
   chainloader +1

Der Eintrag root (hd0,6) muss natürlich an Ihre Situation angepasst werden. (hd0,6) bezeichnet in diesem Beispiel die dritte logische Partition auf der ersten Festplatte. Weitere Informationen zu den Bezeichnungen der Einträge in der GRUB Konfigurationsdatei finden Sie im folgenden Artikel: SDB:Der Bootmanager GRUB

Speichern Sie die Datei. Beim nächsten Starten finden Sie im Bootmanager nun den zusätzlichen Eintrag. Wenn Sie diesen anwählen, wird durch den Chainloader-Mechanismus der Bootloader des zweiten Linux Systems gestartet. Somit sind quasi zwei Bootloader hintereinander geschaltet. Dies Vorgehen hat den Vorteil, dass der Bootloader des zweiten Systems relativ unkompliziert konfiguriert werden kann.

Alternatives Vorgehen

Alternativ können in dem Bootloader des ersten Systems Kernel und Initrd direkt eingetragen werden, wobei auch die Kernelparameter zu spezifizieren sind. Ein Beispiel, um eine SuSE 9.1 zu starten:

title Linux Zwei
    kernel (hd0,6)/boot/vmlinuz root=/dev/hda7 vga=794 resume=/dev/hda5 splash=verbose showopts
    initrd (hd0,6)/boot/initrd

Nachteilig bei diesem Vorgehen ist, dass der Bootloader aus dem zweiten System nicht umkonfiguriert werden kann, ohne die Partition des ersten Systems zu mounten. Es hat jedoch den Vorteil, dass nur ein Bootloader benötigt wird, um beide Systeme zu starten.

Bitte beachten Sie: Im Rahmen des kostenlosen Installationssupports können wir Ihnen bei dieser Konfiguration nicht weiterhelfen. Sie können jedoch gerne unseren Advanced Support Service in Anspruch nehmen, über den Sie sich unter http://www.suse.de/de/private/support/inst_support/advanced.html informieren können.

SDB:Der Bootmanager GRUB