SDB:Migration von SUSE LINUX 9.0 auf Kernel Version 2.6
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Anliegen
Sie möchten auf ihrer SUSE LINUX 9.0 einen Kernel der Version 2.6 benutzen.
Vorgehen
SUSE LINUX 9.0 ist vorbereitet für Kernel 2.6. Alle tools (mit ein paar Ausnahmen) können mit einem 2.6 Kernel umgehen. Das heisst, das Installieren eines 2.6 Kernels funktioniert in den meisten Fällen, ohne dass man großartig eingreifen muss.
Warnung
Der Rest diese Dokuments geht davon aus, dass Sie wissen, wie man mit RPM Paketen umgeht, wie das SUSE Rescue System funktioniert und wie Sie gegebenenfalls ein SUSE System von der Installations CD wieder booten.
Auch wenn es unwahrscheinlich ist, besteht immer die Gefahr von Datenverlust beim Wechseln der Major Kernel Version. Ein Backup Ihrer wichtigen Daten empfiehlt sich somit auf jeden Fall.
Natürlich können wir für Kernel 2.6 und eventuell damit auftretenden Problemen keinen kostenlosen Installationssupport leisten!
Die SUSE Kernel Entwickler stellen den aktuellsten SUSE Kernel als RPM Paket auf dem FTP Server bereit. Sie finden die RPMs hier:
http://ftp.gwdg.de/pub/linux/suse/people/mantel/next/
Zusätzlich stehen in diesem Verzeichnis
http://ftp.gwdg.de/pub/linux/suse/people/kraxel/9.0-i386/
noch andere Pakete zur Verfügung die entweder kleinere Problem mit 2.6 beheben oder dazu notwendig sind, um neue Features von 2.6 zu erkunden.
Für SUSE LINUX 9.0 müssen Sie im Grunde genommen nur das Paket mkinitrd updaten. Danach können Sie eins der Kernel Pakete einspielen, wenn nötig ihren Bootloader anpassen, eine modprobe.conf Datei generieren und rebooten.
Einige Punkte sind allerdings zu beachten:
Module-init tools
Die Art, wie Module geladen werden, hat sich geändert. Dies geschieht jetzt über die modul-init-tools, die bei SUSE LINUX 9.0 in Paket modutils integriert sind. Die Konfiguration, welche Module zu welchem alias gehören und so weiter und so fort, die Sie früher in /etc/modules.conf vorgenommen haben, befindet sich nun in der Datei /etc/modprobe.conf. Es gibt ein Script, generate-modprobe.conf um die bestehende modules.conf in eine modprobe.conf zu konvertieren. Das Script liest die modules.conf ein und gibt eine modprobe.conf nach STDOUT aus. Sie können es zum Beispiel so ausführen:
generate-modprobe.conf | tee /etc/modprobe.conf
Bitte bedenken Sie, dass diese Konvertierung nicht perfekt sein kann, da es einfach zu viele Möglichkeiten gibt, wie eine modules.conf aussehen kann.
Bitte beachten Sie auch, dass init scripte, die auf einem Return Code von modprobe oder insmod aufbauen, vielleicht nicht mehr funktionieren, da sich diese geändert haben.
Weitere Hinweise zur Syntax von der modprobe.conf finden Sie in der manual page hierzu (man 5 modprobe.conf).
crypto FS
Verschlüsselte Dateisystem über das loop device funktionieren in 2.6 völlig anders. Im SUSE 2.6 kernel ist allerdings ein loop_fish2 Modul enthalten, welches die Passwörter und IV's vom 2.4er kernel versteht.
ALSA
Die Namen der Optionen für ALSA Module haben sich stark verändert. Manche Optionen sind auch komplett weggefallen. Im 2.4 Kernel hatten die Optionen alle einen Präfix snd_ (z.B. snd_index). Im 2.6 kernel gibt es diese Präfix nicht mehr. Viele ALSA-Module benötigen bei 2.6 keine Optionen mehr, wenn Sie Probleme mit ALSA haben, versuchen sie einmal die Modulspezifischen Optionen auszukommentieren. Damit das ALSA init script funktioniert updaten Sie bitte auch das alsa Paket.
sysfs
Das init script /etc/init.d/boot von SUSE LINUX 9.0 mountet sysfs nach /sys sobald das Verzeichnis existiert. Wenn Sie die Informationen in sysfs benutzen möchten, sollten Sie dieses Verzeichnis einfach erstellen. Ein Eintrag in die fstab ist nicht nötig.
hotplug
Die hotplug Scripte in SUSE LINUX 9.0 funktionieren mit Kernel 2.6 noch nicht einwandfrei. SUSE arbeitet an der Verbesserung der Scripte. Den aktuellen Stand finden Sie im Paket hotplug-beta
PCMCIA/WLAN
Die meißten externen PCMCIA Module fehlen im Moment noch, da diese erst auf Kernel 2.6 portiert werden müssen. Kernel 2.6 bringt allerdings schon eine Menge an PCMCIA Modulen mit.
IPsec
Kernel 2.6 hat seine eigene IPsec Implementierung. Um diese benutzen zu können, brauchen Sie das Paket ipsec-tools. Wenn Sie FreeSwan im Einsatz haben und dieses weiterhin mit Kernel 2.6 benutzen möchten, können Sie auch das freeswan Paket updaten. Beachten Sie bitte, das dieses Paket nicht abwärtskompatibel ist. Wenn Sie also wieder auf Kernel 2.4 downgraden, sollten Sie auch das Freeswan Paket wieder auf die Original SUSE LINUX 9.0 Version bringen.
SELinux
Im Kernel 2.6 gibt es die Möglichkeit, zusätzliche security features zu benutzen. Diese stammen vom SELinux Project. Wenn Sie eins der SUSE 2.6 Kernel RPMs auf SUSE LINUX 9.0 benutzen, haben Sie diese features im Kernel. Allerdings fehlen die features in den Userspace tools. Deswegen empfiehlt es sich den Kernel mit der Option selinux=0 zu booten.
Serial ATA
Serial ATA Platten werden unter Kernel 2.6 über SCSI devices angesprochen. Das heißt wenn Ihre Serial ATA Platte unter /dev/hdX zu erreichen war wird sie unter Kernel 2.6 unter /dev/sdX ansprechbar sein.
IDE Raid (Promise/Highpoint/Silicon Image)
Leider sind die Treiber für diese Controller noch nicht auf Kernel 2.6 portiert. Das heisst, wenn Sie ein so ein Raid Array unbedingt brauchen, können Sie leider Kernel 2.6 im Moment noch nicht benutzen.
ISDN (I4L)
Leider sind auch die i4L ISDN module noch nicht auf Kernel 2.6 portiert. Das heisst, im Moment können Sie nur Karten benutzen, die von den CAPI Modulen unterstützt werden.
Weiterführende Informationen
Wenn Sie mehr über Kernel 2.6 wissen möchten finden Sie weiterführende Informationen hier:
- What changed (Halloween document by Dave Jones)
- Halloween document in Deutsch
- Konfigurieren, Compilieren und Installieren eines Kernels 2.6 unter SuSE Linux
- OSDL press release
- OSDL bugzilla
- Wonderful world of Linux 2.6
- Towards Linux 2.6 (IBM)
- Kernel 2.6 status page
- Kernel Janitor's TODO
Bugreports zu Kernel 2.6
Wenn Sie uns SUSE-spezifische Bugs in unseren 2.6 Kernel RPM Paketen oder den anderen Paketen berichten möchten, benutzen Sie bitte unser Online Feedback Formular.
Keywords: kernel | 2.6 | migration

