SDB:System-Boot-CD erzeugen
aus openSUSE, der freien Wissensdatenbank
Version: 7.2 -
Anliegen
Sie haben Probleme, Ihr installiertes System über den Bootmanager GRUB oder LILO, den Sie mit Hilfe von YaST2 eingerichtet haben, zu booten.
Vorgehen
Falls in Ihrem Computer ein Brenner vorhanden ist, ist es möglich, eine bootfähige CD erstellen, auf die Sie die Linux Startdateien brennen.
Beachten Sie bitte, daß es sich bei dieser Lösung um einen "Workaround" handelt. In der Regel sollte es möglich sein, den Bootmanager GRUB bzw. LILO entsprechend zu konfigurieren. Werfen Sie dazu einen Blick in die Dokumentation des jeweiligen Bootloaders:
Bezüglich des GRUB finden Sie Hinweise zum Beispiel im Supportdatenbankartikel SDB:Der Bootmanager GRUB ) .
Bezüglich des LILO finden Sie die Dokumentation beispielsweise unter /usr/share/doc/packages/lilo/README, und in die man-Pages zu lilo.conf und lilo, die Sie mit den Befehlen man lilo.conf und man lilo aufrufen.
Boot-CD mit ISOLINUX
Um eine bootfähige CD zu erstellen, ist es am einfachsten, den Bootmanager Isolinux zu verwenden. Auch die SuSE Installations-CDs werden übrigens per Verwendung von Isolinux bootfähig gemacht.
- Booten Sie Ihr installiertes System zunächst auf folgendem Umweg (ab SuSE Linux 7.2):
- Booten Sie von der Installations-CD oder -DVD, wie bei der Installation.
- Wählen Sie beim Booten die Option "Installation" aus.
- Danach die Sprache auswählen.
- Im nächsten Menu wählen Sie den Punkt "Installiertes System booten".
- Die root-Partition wird automatisch erkannt und von dieser wird das System gebootet.
- Installieren Sie mit Hilfe von YaST2 das Paket syslinux aus der Gruppe System/Systemstart.
- Öffnen Sie eine root-Shell. Mit Hilfe der folgenden Aufrufe wird für die Boot-CD ein temporäres Verzeichnis erstellt und die zum Booten des Linux Systems notwendigen Dateien (der Bootloader Isolinux sowie der Kernel und die Initrd) hineinkopiert.
mkdir /tmp/CDroot cp /usr/share/syslinux/isolinux.bin /tmp/CDroot/ cp /boot/vmlinuz /tmp/CDroot/linux cp /boot/initrd /tmp/CDroot
- Mit Ihrem Lieblingseditor erstellen Sie nun die Bootloader-Konfigurationsdatei /tmp/CDroot/isolinux.cfg. Wenn Sie z. B. pico verwenden wollen, lautet der entsprechende Aufruf
pico -w /tmp/CDroot/isolinux.cfg Tragen Sie folgenden Inhalt ein: DEFAULT linux LABEL linux KERNEL linux APPEND initrd=initrd root=/dev/hdXY [bootparameter] Für den Parameter root=/dev/hdXY tragen Sie bitte Ihre root-Partition ein. Wenn Sie sich nicht sicher sind, welche Partitionsbezeichnung diese hat, schauen Sie einfach in der Datei /etc/fstab nach. Für den Wert [bootparameter] können Sie zusätzliche Optionen eingeben, die beim Booten verwendet werden sollen. Die Konfigurationsdatei könnte z. B. folgendermaßen aussehen: DEFAULT linux LABEL linux KERNEL linux APPEND initrd=initrd root=/dev/hda7 hdd=ide-scsi
- Anschließend wird mit folgendem Aufruf aus den Dateien ein ISO9660-Dateisystem für die CD erstellt:
mkisofs -o /tmp/bootcd.iso -b isolinux.bin -c boot.cat -no-emul-boot -boot-load-size 4 -boot-info-table /tmp/CDroot Beachten Sie, daß der gesamte Aufruf in eine einzige Zeile eingegeben werden muß.
- Dann kann die Datei /tmp/bootcd.iso auf CD gebrannt werden, entweder mit graphischen Brennprogrammen wie
koncd oder xcdroast, oder einfach von der Kommandozeile: cdrecord -v -eject speed=2 dev=0,0,0 /tmp/bootcd.iso Evtl. muß der Parameter dev=0,0,0 an die SCSI-ID des Brenners angepasst werden (diese erfahren Sie durch Eingabe des Aufrufs cdrecord -scanbus, vgl. auch man cdrecord).
- Probieren Sie die Boot-CD aus! Rebooten Sie dazu den Computer und überprüfen Sie ob Ihr Linux-System korrekt von der CD gestartet wird.
Bitte beachten Sie: Der kostenlose Installationssupport kann Ihnen bei der Erstellung einer solchen CD nicht weiterhelfen.
Ein herzliches Dankeschön geht an unseren ehemaligen Kollegen Stefan Schmidt, der wertvolle Hinweise für diesen Artikel beigesteuert hat. Danke, Stefan!
SDB:Booten mit der initial ramdisk
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