SDB:YaST-System-Repair

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Version: 9.0 -

Inhaltsverzeichnis

Was ist das YaST-System-Repair?

Mit dem YaST-System-Repair können Sie große Teile eines beschädigten SUSE LINUX Systems reparieren. Hierzu wird ein umfangreicher Systemcheck durchgeführt. Wird dabei ein Fehler ermittelt, dann bietet Ihnen YaST eine oder mehrere Möglichkeiten zur Behebung des Problems an.

Hierbei ist folgendes zu beachten:
Fehler die schon während der Installation auftreten, können im nachhinein mit dem YaST-System-Repair nicht repariert werden.

Die Repair-Funktion lässt sich mit den openSUSE-10.3-Installationsmedien nicht starten.

Welche Probleme können mit dem YaST-System-Repair gelöst werden?

Der folgenden Tabelle können Sie entnehmen, welche Probleme mit welchem Reparaturmodus behoben werden können:


Automatische Reparatur

Benutzerdefinierte Reparatur

Expertenwerkzeuge

fstab-Einträge korrigieren   Bootloader konfigurieren
Dateisysteme prüfen   Bootloader neu installieren
Basispakete des Systems prüfen   verlorene Partitionen finden
Partitionstabelle prüfen wie "Automatische Reparatur" verändern von Partitionen
rpm-Datenbank prüfen einzelne Module auswählbar Dateisysteme prüfen
swap-Bereich kontrollieren   Basispakete des Systems prüfen
Bootloader konfigurieren    
Bootprobleme beheben    



Wie gelangt man zum Yast-System-Repair?

  1. Starten Sie von CD1 oder DVD der SUSE LINUX 9.0
  2. Wählen Sie "Installation"
  3. Treffen Sie Ihre Sprachauswahl, ein neues Fenster öffnet sich
  4. Wählen Sie "Reparatur des Installierten Systems"
  5. Danach stehen drei Modi des YaST-System-Repair zur Verfügung:
    1. Automatische Reparatur
    2. Benutzerdefinierte Reparatur
    3. Expertenwerkzeuge
In den meisten Fällen wird die "Automatische Reparatur" zur Lösung vorhandener Probleme ausreichen. Nur in seltenen Situationen müssen Sie auf die "Benutzerdefinierte Reparatur" bzw. die "Expertenwerkzeuge" zurückgreifen. 

Bitte beachten Sie die "Hinweise" zu den Reparaturmodi.


Automatische Reparatur

Folgende Probleme können mit der "Automatischen Reparatur" behoben werden: 

    • /etc/fstab Einträge werden korrigiert:
      Nach Löschung oder falschen Editierung der Datei /etc/fstab stellt die "Automatische Reparatur" die Datei wieder komplett her und nimmt automatisch alle erforderlichen Einstellung vor.
    • Versehentliches Löschen von wichtigen Systempaketen:
      Alle Basispakete die zum Betrieb des Systems notwendig sind, das gilt auch für den X-Server, wie z.B. kde-base, rpm, man oder hotplug werden nach versehentlichem Löschen wieder installiert.
    • Überprüfen der Partitionstabelle:
      Überprüft wird die Partitionstabelle und damit die Festplattenpartitionierung. Dies ist wichtig um die Dateisysteme mounten zu können.
    • Kontrolle bzw. Reparatur der Dateisysteme:
      Alle gängigen Dateisysteme (z.B. ext2, fat, xfs, raid) werden kontrolliert, auf Schäden untersucht und ggf. repariert.
    • Überprüfung der rpm-Paketdatenbank:
      Die Paketdatenbank (rpm) wird überprüft.
    • Kontrolle des Swapbereichs:
      Der Swapbereich wird lokalisiert, kontrolliert und ggf. aktiviert oder wieder hergestellt.
    • Boot-Probleme:
      • Wurde im Bootloader (GRUB) oder der menu.lst manuell editiert , kann ein eventuelles Fehlverhalten das nach der Editierung auftritt wieder korrigiert werden. Selbst wenn der Bootloader komplett gelöscht wurde, kann die "Automatische Reparatur" diesen wiederherstellen. Dieses beinhaltet die Installation des Bootloaders (GRUB) und dessen komplette Konfiguration.
      • Nach einem Überschreiben des Masterbootrecords mit "fdisk /mbr" oder "FIXMBR", läßt sich LINUX nicht mehr booten. Die "Automatische Reparatur" kann dieses Problem lösen. Der Bootloader wird neu installiert und alle erforderlichen Einträge werden vorgenommen.
      • Windows und LINUX auf einer Festplatte:
        Läßt sich eines der beiden Betriebssysteme nicht mehr starten, hilft die "Automatische Reparatur" auch hier. Der Bootloader GRUB wird, egal in welcher Reihenfolge Sie die beiden Betriebssysteme installiert haben, wieder korrekt installiert bzw. neu konfiguriert. Wurde der Eintrag für Windows manuell aus GRUB entfernt, korrigiert die "Automatische Reparatur" dieses und erneuert den Eintrag. Beim nächsten Start wird die Bootoption "windows" dann wieder zur Verfügung stehen. Selbst ein fdisk /mbr oder FIXMBR, das den Masterbootrecord löscht und nur noch die Windows-Bootmöglichkeit zur Folge hat, kann repariert werden. Der Bootloader wird in diesem Fall ebenfalls neu installiert und automatisch richtig konfiguriert. Beide Betriebssysteme können nach einem Neustart über GRUB gestartet werden.
      • Windows und LINUX auf zwei Festplatten:
        Haben Sie Windows auf der ersten Festplatte (/dev/hda) und LINUX auf der zweiten Festplatte (/dev/hdb oder /dev/hdc) installiert, kann Ihnen die "Automatische Reparatur" bei Bootproblemen auch in diesem Fall helfen. Sollten die Bootloader-Einträge von GRUB nicht ordnungsgemäß vorhanden sein, installiert die "Automatische Reparatur" ggf. den Bootloader neu und nimmt alle erforderlichen Einstellungen für Sie vor.

Achtung!

Wenn Sie auf der ersten Festplatte (/dev/hda) LINUX installiert haben und auf der zweiten Festplatte (/dev/hdb oder /dev/hdc) Windows, kann der Bootloader mit der "Automatischen Reparatur" NICHT wiederhergestellt werden. Um den Bootloader so zu verändern, dass beide Betriebssysteme gestartet werden können, führen Sie bitte die Anweisungen des folgenden Artikels aus: SDB:Windows von der zweiten Festplatte booten

Hinweise zu "Automatische Reparatur"

Um die "Automatische Reparatur" auszuführen genügt es, auf den entsprechenden Menüpunkt zu klicken. Die Reparatur startet sofort. Sobald Sie gefragt werden, ob Sie die angezeigte swap-Partition aktivieren wollen, bestätigen Sie bitte mit "Ja". In einigen Fällen werden Sie aufgefordert Einträge in der Datei /etc/fstab zu korrigieren, bestätigen Sie einfach mit "reparieren". Danach erscheint die Frage nach der Korrektur des Bootloaders. Wenn Sie keine Probleme beim Starten Ihres Systems haben, dann klicken Sie an dieser Stelle bitte auf "weiter".

Benutzerdefinierte Reparatur

Unter der "Benutzerdefinierten Reparatur" können Sie gezielt einzelne Punkte der Reparatur anwählen. Dies ist z.B. dann sinnvoll, wenn Sie die Ursache des Problems bereits einem einzelnen Punkt zuordnen können.

Hinweise zu "Benutzerdefinierte Reparatur"

Wählen Sie die gewünschten Reparaturoptionen aus. Eventuelle Abhängikeiten zu anderen Reparaturmodi werden selbständig hinzugewählt. Danach bestätigen Sie bitte mit "weiter".

Expertenwerkzeuge

Hier können Sie direkt einzelne Konfigurationsmasken aufrufen, welche Sie aus dem YaST Control Center eines laufenden Systems kennen.

    • Bootloader installieren:
      Hier können Sie direkt einen neuen Bootloader installieren oder den alten Bootloader neu konfigurieren, ohne vorher die anderen Instanzen der "Automatischen Reparatur" durchlaufen zu müssen.
    • Verlorene Partitionen wiederherstellen:
      Partitionen, die z.B. durch das versehentliche Löschen der Partitionstabelle für das Betriebssystem nicht mehr auffindbar sind, können hier wiederhergestellt werden.
    • Partitionierer starten:
      Unter dieser Option können Sie die gesamte Festplattenpartitionierung Ihres Systems verändern. Sie können die Partitionen vergrößern, verkleinern, löschen oder neu erzeugen. Auch NTFS-Partitionen lassen sich von hier aus verändern.

      Achtung! Nehmen Sie hier bitte nur Veränderungen vor wenn Sie genau wissen was Sie tun!

      Veränderungen an den Partitionen können sie folgendermaßen vornehmen: Vergrößern, verkleinern, löschen oder erzeugen Sie nach Belieben Partitionen neu. Nachdem Sie dieses getan haben, gehen Sie mit dem Button "Zurück" direkt in den Anfangsbildschirm des YaST-System-Repair. Dort können Sie YaST-System-Repair beenden. Betätigen Sie den Menüpunkt "Abbrechen", wird direkt ein Neustart durchgeführt. Der Befehl "Weiter" funktioniert an dieser Stelle nicht.
    • Systemeinstellungen auf Diskette speichern:
      Dieser Menüpunkt funktioniert momentan noch nicht!
    • Reparatur des Dateisystems: Reparatur des Dateisystems:
      Mit diesem Menüpunkt können Sie das Dateisystem direkt prüfen, ohne vorher die gesamte "Automatische Reparatur" durchlaufen zu müssen.
    • Installierte Software prüfen:
      Sollten Sie Probleme mit installierten Softwarepaketen haben, können Sie diese hier kontrollieren lassen, ohne die gesamte Routine der "Automatischen Reparatur" durchlaufen zu müssen.