SUSE Blinux

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Inhaltsverzeichnis

SuSE Blinux

Ursprünglich existierte eine SuSE Blinux Webseite welche jedoch nicht mehr verfügbar ist. Aus diesem Grund haben wir die diese Informationen, die in naher Zukunft aktualisiert werden, in dieses Wiki übertragen.

Anmerkung der Übersetzerin: Einige Informationen werden/wurden bereits während der Übersetzung/Korrektur aktualisiert.

Seit SuSE Linux 7.0 ist der SuSE Blinux Screenreader, der blinden Benutzer ermöglicht auf der Textkonsole und mit zahlreichen Applikationen mittels einer Braillezeile oder einer Sprachausgabe zu arbeiten, fester Bestandteil jeder offiziellen Version.

Unterstützte Hardware

Dieser Abschnitt vermittelt eine Übersicht über derzeit durch SuSE Blinux unterstütze Braillezeilen und Sprachausgabegeräten

Im Moment unterstützt SuSE Blinux die folgenden Braillezeilen:

  • Papenmeier: alle Modelle
  • Handytech: alle Modelle
  • ALVA: alle Modelle
  • Baum: Vario 40, Vario 80
  • Tiemann: Combybraille 25, 40, 80
  • Blazie: Braille Lite

Die folgenden Geräte werden unterstützt aber im Verlauf der Installation nicht automatisch erkannt:

  • Tiemann: Combybraille
  • Blazie: Braille Lite

Grundsätzlich ist SuSE Blinux nur auf die Verwendung von Braillezeilen welche über die serielle Schnitstelle angebunden sind ausgelegt. Es ist nicht ausgeschlossen, dass ausschliesslich über die USB Schnittstelle zu betreibende Zeilen mittels eines Adapters von USB auf Seriell betrieben werden können, allerdings wurden solche Zusammenstellungen bis jetzt nicht getestet. Reine Hardwarezeilen können ohne Probleme mit Linux betrieben werden da SuSE Blinux keinen Einfluss auf die Ausgabe nimmt. Bei Fragen zum Betrieb von unterstützten Braillezeilen sowie Anregungen zur Unterstützung weiterer Zeilen mittels SuSE Blinux kontaktieren Sie bitte den Support.

Im Moment unterstützt SuSE Blinux die folgenden Sprachausgabegeräte:

  • Apollo1 and Apollo2
  • Infovox 700
  • Keynote (experimentell)

Die Einbindung neuer externer, serieller Sprachausgabegeräten in SuSE Blinux ist nicht schwierig. Wenn Sie eine neue Adaption benötigen kontaktieren sie gerne jederzeit das SuSE Blinux Support Team.

Beginnend mit SuSE Linux 7.2 stellte SuSE Blinux eine Schnittstelle für das Sprachausgabesystem Mbrola zur Verfügung, welches unentgeltlich aus dem Internet bezogen werden kann. Unter ftp://ftp.suse.com/pub/projects/blinux/mbrola befindet sich das Paket mbrola4sbl, das die Konfiguration von Mbrola unter SuSE Blinux außerordentlich erleichtert. Des weiteren stehen dort auch alle Sprachdatenbanken welche für die Benutzung von SuSE Blinux mit Mbrola benötigt werden zur Verfügung. Hinweise zur Konfiguration von SuSE BLINUX mit Mbrola befinden sich in der Dokumentation zu mbrola4sbl am Ende dieser Seite.

Installation von SuSE durch blinde Benutzer

Die Datei suse-blinux.conf

Diese Seite stellt eine kurze Erkläuterung der verfügbaren Konfigurationsparametern in der Datei suse-blinux.conf vor, welche in der Voreinstellung im Verzeichnis /etc zu finden ist. Diese Datei ist die zentrale Konfigurationsdatei für SuSE Blinux. die für die jeweils eingesetzte Braillezeile oder eines Sprachausgabegerätes gültigen Einstellungen sind in dieser Datei hinterlegt. Die Datei kann mit einem einfachen Texteditor bearbeitet werden. Kommentarzeilen eingeleitet mit einem Lattenkreuz (#) bleiben vom Programm unverarbeitet.


suse-blinux.conf beinhaltet die folgenden Parameter:

  • brlname= : Name der angeschlossenen Braillezeile, z.B. ht40 für eine 40-Zeichen-Zeile von Handytech. Wenn sie mbrola4sbl benutzen, you should enter ht40 in order to set the keymap of this display (ht40.map). Derzeit sind folgende Einträge für die unterstützten Geräte möglich:
  • Papenmeier: 2dlite, tiny, 2d, el80, el66, el2d, el40
  • Handytech: ht40, ht80, brlwave
  • Baum: vario40, vario80::
  • Alva: abt340, abt380, abt34d, abt38d, del440, del480
  • Tiemann: cmbbrl25, cmbbrl40, cmbbrl80
  • Blazie: brllite40
  • brlport= : Die serielle Schnittstelle an welcher die Braillezeile angeschlossen ist, z.B. /dev/ttyS0 für com1, /dev/ttyS1 für com2, etc.
  • spkname= : Name des angeschlossenen Sprachausgabegerätes, z.B. apollo2 für Apollo2. Derzeit sind die folgenden Einträge möglich: apollo2, infovox700, keynote und mbrola (für dieses Gerät geben sie bitte // als spkport ein!!!)
  • spkport= : Die serielle Schnittstelle, an welche das Sprachausgabegerät angeschlossen ist, z.B. /dev/ttyS0 für com1. Wenn sie mbrola aus dem Paket mbrola4sbl benutzen, so lautet die Schnittstelle //
  • debug=x : Setzen sie x = 0 um keine Debugausgaben im Logfile zu erhalten. Bei x = 1 werden einige Debuginformationen nach /tmp/sbl.log geschrieben. x = 2 resultiert in einer wesentlich höheren Ausgabe an Debuginformationen.
  • kbdsniff=x : Legt fest, ob die Tastaturüberwachung benutzt werden soll. Zusätzlich zu den Tasten auf einer Braillezeile erlaubt die Tastaturüberwachung SBL durch eine Tastaur zu kontrollieren. Die Tastaturüberwachung ist ein Kernelpatch welcher derzeit nur für den Kernel 2.2.y verfügbar ist. x = 1 startet die Tastaurüberwachung unter der Vorausgesetzt dass selbige installiert ist. Im Falle von x = 0 wird die Tastaturüberwachung nicht gestartet.
  • keydelay=x : Dieser Parameter legt die Verzögerung fest, mit welcher Befehle ausgeführt werden, die über die Tasten an der Braillezeile gestartet werden. x muss größer als 0 sein.
  • repeatdelay=x : Dieser Parameter legt die Geschwindigkeit fest, mit welcher Befehle ausgeführt werden, welche über die Tasten an der Braillezeile ausgelöst werden (z.B. Zeile rauf und Zeile runter). x muss gößer als 0 sein.
  • brltbl= : Mit diesem Parameter wird die Brailletabelle festgelegt, welche benutzt werden soll, z.B. german für Deutsch order us for amerikanisches Englisch.
  • sleep=x : Dies legt die Zeit fest, welche SBL Rückmeldungen andere Programme im System abwartet bevor es einen Befehl ausführt. x muss größer als 0 sein.
  • profdelay=x : Mit diesem Parameter stellt man die Zeit ein, die vergeht, bevor das System einen automatischen Profilwechsel durchführt. x muss größer als 0 sein.
  • profile1, profile2, profile3, profile4= : Diese vier Parameter können benutzt werden Profile zu definieren zwischen denen der Anwender selbsttätig wechseln kann.
  • progpath= : Mit diesem Parameter kann man festlegen, in welchem Unterverzeichnis SuSE Blinux abgelegt ist, z.B. /usr/lib/suse-Blinux.

SuSE Blinux Sprachfilter

Dieser Absatz beschreibt kurz zusammenfassend wie Sprachfilter für SuSE Blinux aufgesetzt werden. Sprachfilter steuern die Sprachausgabe für bestimmte Ausdrücke. Man kann Sprachfilter als Wörterbücher für die Sprachausgabe bezeichnen. Die Methode die Sprachfilter benutzen ist "suchen und ersetzen".

Ein Beispiel:

[x]= aktiv

Ersetzt den Ausdruck "[x]" mit "aktiv".

Per Voreinstellung befinden sich SuSE Blinux Sprachfilter im Verzeichnis /usr/lib/suse-blinux/spkfilter. Sprachfilter können für jede beliebige Anwendung erstellt werden. Der Name des Filters muss dem Eintrag der Anwendung in der Prozesstabelle des Systems entsprechen, so beispielsweise "lynx" für den Browser lynx oder "y2base" für YaST2. Die Prozesstabelle kann mit dem Befehl "ps" durchsucht werden.

Wenn für eine Anwendung kein Sprachfilter verfügbar ist wird als Vorgabe die Datei "default" verwendet.

Beginnend mit SuSE Blinux version 2 werden landessprachlich unterschiedliche Filter unterstützt. Da viele Sprachausgabegeräte verschiedene Landessprachen unterstützen erlaubt diese Merkmal SBL noch flexibler eingestellt zu werden als wie bisher.

Die Dateierweiterung kann für verschiedenen landessprachlich spezifischen Vorgabedeateien unter

/usr/lib/suse-blinux/spk 

durch die Einstellung

filter1= 
filter2= 
... 

gesetzt werden.

Ein Filter wird benutzt wenn das Sprachausgabegerät eine durch die Einstellungen

language1= 
language2= 
... 

eingestellte Landessprache benutzt.

Hier ein Beispiel für die Softwaresprachausgabe "mbrola":

Die folgenden Einstllungen sind gesetzt in der Datei /usr/lib/suse-blinux/spk/mbrola:

language1=de2 
language2=en1 
... 
filter1=.de 
filter2=.en 

Nun können im Verzeichnis

/usr/lib/suse-blinux/spkfilter 

Filter mit den Dateierweiterungen ".de" und ".en" erstellt werden.

Wenn die Landessprache "de2" in Benutzung ist werden die Sprachfilter mit der Dateierweiterung ".de" verwendet und wenn die Landessprache "en1" benutzt wird finden die Filter mit der Dateierweiterung ".en" Verwendung.

Während des Einsatzes kann die Landessprache mittels der Einstellungen "nextlang=" und "prevlang=" durch betätigen der eingestellten Tastenkombination für die Braillezeile gewechselt werden (siehe dazu auch die Dokumentation für Tastatureinstellung).