Xgl unter älteren Versionen von SUSE Linux verwenden
aus openSUSE, der freien Wissensdatenbank
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Hinweis
Diese Vorgehensweise wurde ursprünglich für eine Betaversion von SUSE Linux 10.1 geschrieben. In der veröffentlichten Version ist es wesentlich einfacher, Xgl/Compiz zu konfigurieren wie es im Artikel "Xgl unter SUSE Linux verwenden" beschrieben wird. Diese Seite bleibt für Nutzer bestehen, die versuchen, Xgl unter SUSE Linux 10.0, NLD9 oder früheren zum Laufen zu kriegen.
Beachten Sie, dass die Verwendung von Xgl auf diesen Systemen absolut experimentell ist und nicht unterstützt wird.
Installation der proprietären Treiber
nVidia-Karten
Installieren Sie die nVidia-Treiber nachdem Sie in Runlevel 3 gewechselt haben, danach installieren Sie dann Xgl.
ATi-Karten
Nachdem Sie ihr System in Runlevel 3 gestartet haben installieren Sie den ATi-Treiber. Nach der Installation und Konfiguration des Treibers müssen Sie noch einige Veränderungen in der Datei /etc/X11/xorg.conf vornehmen, was root-Rechte erfordert.
In Section "Device" fügen Sie folgende Zeilen hinzu:
Option "EnablePrivateBackZ" "no" Option "KernelModuleParm" "agplock=0"
In Section "Extensions" dann folgendes:
Option "DAMAGE" "no"
Starten Sie ihr System dann neu und installieren Sie anschließend Xgl.
Installation von Xgl und Compiz
| Version: 10.0 &
älter | Neben den unten aufgeführten Paketen müssen Sie auch noch ein Kompatibilitätspaket installieren, welches mittlerweile für verschiedene Rechnerarchitekturen bereitsteht. Es enthält drei fehlende gemeinsam genutze Bibliotheken (shared libraries). Weiterhin müssen Sie noch libdrm installieren, wahrscheinlich von SUSE 10.1 (es sollte sich ohne Abhängigkeitsprobleme installieren lassen). Beachten Sie, dass die Verwendung von Xgl auf diesen Systemen absolut experimentell ist und nicht offiziell unterstützt wird. |
Folgende Pakete müssen installiert werden:
- xgl
- compiz
- libsvg
- libsvg-cairo
Sie können die Pakete von http://download.opensuse.org/distribution/SL-OSS-factory/inst-source/suse/ herunterladen.
Daneben existieren alternative und erweiterte Pakete von Compiz aus dem Entwicklungs-CVS von Quinnstorm.
Eine englischsprachige Anleitung, wie Sie sich die Programme selber aus dem offiziellen CVS bauen, erhalten Sie auf freedesktop.org.
Xgl als Haupt-Xserver starten
Um Xgl zu nutzen, ändern Sie folgende sysconfig Variable, entweder mit dem Sysconfigeditor von YaST (System -> Editor für /etc/sysconfig-Dateien -> Desktop -> Display manager) oder mit einem beliebigen Editor:
DISPLAYMANAGER_XSERVER="Xorg" | in |
/etc/sysconfig/displaymanager | auf |
"Xgl" | , |
Führen Sie dann SuSEconfig --module xdm aus und starten Sie ihre X-Sitzung neu. Sie können weitere Optionen für Xgl in DISPLAYMANAGER_XGL_OPTS setzen, lesen Sie /usr/share/doc/packages/xglx/README.SuSE für mehr Informationen.
Achtung: Falls Sie eine Grafikkarte mit einem Grafikprozessor von ATi benutzen, lesen Sie vorsichtshalber den Abschnitt Problemlösungen.
| Version: 10.0 &
älter | Die oben gezeigte Vorgehensweise zum Einstellen von Xgl als Haupt-Xserver funktioniert nicht, wenn Sie kdm/gdm benutzen. Stattdessen müssen Sie die Konfiguration von kdm/gdm verändern, damit Xgl an Stelle von Xorg gestartet wird. Bei kdm müssen Sie dazu /etc/opt/kde3/share/config/kdm/kdmrc bearbeiten und ServerCmd=/usr/X11R6/bin/X -br in ServerCmd=/usr/X11R6/bin/Xgl -br ändern. Wenn Sie gdm benutzen, ersetzen Sie in der Datei /etc/opt/gnome/gdm/gdm.conf in der Server-Standard Sektion command=/usr/X11R6/bin/X -audit 0 durch command=/usr/X11R6/bin/Xgl -audit 0. |
Compiz als Fensterverwalter benutzen
Xgl arbeitet am besten mit einem Überlagerungs- und Fensterverwalter (composite) zusammen. Für einige Effekte müssen der Überlagerungs- und der Fensterverwalter gut zusammenarbeiten, deshalb sollten beide Aufgaben von einem Prozess erledigt werden. Compiz ist der erste verfügbare kombinierte Überlagerungs- und Fensterverwalter (combined window / composite manager) der OpenGL benutzt.
Compiz ist nicht ihr normaler Fensterverwalter, er benutzt für all seine Funktionen PlugIns, sogar für grundlegendes wie Fensterbewegungen. Dieser Aufbau ermöglicht eine enorme Flexibilität.
Um die Basisfunktionen einzuschalten, müssen Sie decoration move resize place in dieser Reihenfolge laden.
Um den aktuellen Fenstermanager zu ersetzen und die grundlegenden PlugIns zu laden, starten Sie:
compiz --replace decoration move resize place minimize & gnome-window-decorator & |
Die zweite Zeile startet ein Fensterdekorationsprogramm um ihren Fenstern eine Dekoration (Titelleiste, Rahmen) zu verpassen.
Es handelt sich dabei um einen experimentellen Fensterdekorateur für GNOME, welcher in Compiz enthalten ist und auch mit KDE funktioniert.
Nun sind Sie bereit, mit den wesentlich interessanteren PlugIns herumzuexperimentieren, bspw. dem PlugIn wobbly.
Sie können auch mit allen PlugIns starten, indem Sie gconf decoration wobbly fade minimize cube rotate zoom scale move resize place switcher water angeben. Bei allen folgenden Startvorgängen reicht es, compiz --replace gconf aufzurufen. Sie können nun gconf-editor zum Verändern der Einstellungen aller compiz PlugIns benutzen. Leider gibt es bis jetzt noch kein PlugIn zur Konfiguration von KDE aus. Mehr Informationen über die PlugIns und ihre Einstellungsmöglichkeiten erhalten Sie auf der Seite von Compiz.
Unter GNOME
Um Compiz automatisch beim Start von GNOME auszuführen, starten Sie gnome-session-properties. Dort wechseln Sie auf den dritten Reiter unter welchem Sie die Startprogramme verwalten können. Fügen Sie dort nun zuerst compiz --replace hinzu, danach dann noch gnome-window-decorator. Nun sollte Compiz beim Starten von GNOME automatisch geladen werden. Die zu verwendenden PlugIns und deren Einstellungen können Sie mit dem gconf-editor bearbeiten.
Unter KDE
Sie können Compiz auch in Verbindung mit KDE benutzen. Um Compiz unter KDE automatisch zu starten, öffnen Sie einen Editor und fügen Sie die unten gezeigten Zeilen ein. Speichern Sie diese dann als compiz.desktop in /.kde/Autostart in ihrem Heimatverzeichnis ab.
[Desktop Entry] Encoding=UTF-8 Exec=compiz --replace gconf decoration wobbly fade minimize cube rotate zoom scale move resize place switcher water & gnome-window-decorator & GenericName[en_US]= StartupNotify=false Terminal=false TerminalOptions= Type=Application X-KDE-autostart-after=kdesktop
Das war's. Compiz sollte nun beim nächsten Anmelden automatisch gestartet werden. Sie können diese Datei auch irgendwo in ihrem Heimatverzeichnis - bspw. auf ihrem Desktop - speichern, um Compiz darüber einfach manuell starten zu können.
Problemlösungen
Xgl besteht aus sehr experimentellem Code, welcher bisher nur auf wenigen Hardwareplattformen getestet wurde und abhängig von der Treiberqualität könnte er ihr System zum Absturz bringen. Dieser Code ist nichts für schwache Nerven. Trotzdem läuft er auf einigen Plattformen erstaunlich gut.
Mehr Informationen über Xgl im Allgemeinen erhalten Sie auf der dazugehörigen Seite. Wenn bei der Benutzung von Xgl und Compiz Schwierigkeiten auftreten, erkundigen Sie sich auf der Seite Xgl Problemlösungen.
Besuchen Sie auch #Xgl auf irc.freenode.org für weitere Unterstützung.
Glossar
- Composite Erweiterung
- Diese Erweiterung von X führt dazu, dass ein kompletter Unterbaum der Fensterhirarchie in einen Off-Screen Zwischenspeicher gezeichnet wird. Anwendungen können dann den Inhalt dieses Pufferspeichers verwenden. Der Off-Screen Zwischenspeicher kann automatisch mit dem umgebenden Fenster verschmolzen werden oder von externenen Programmen dzu genutzt werden werden, dies sind die Überlagerungsverwaltern, auch compositing manager genannt.
- FBO
- Das Frame Buffer Object (FBO) ist eine OpenGL-Erweiterung die eine einfache Schnittstelle zum schreiben in Zeichenziele definiert, anders als die Zwischenspeicer die den Grafikbibliotheken vom Fenstersystem zur Verfügung gestellt werde.
- Pbuffer
- Pixel buffers (kurz Pbuffers, auf Deutsch Pixelzwischenspeicher) sind zusätzliche, nicht sichtare Zeichnerzwischenspeicher für OpenGL-Zeichner.

