YaST/Netzwerkgeräte/ISDN

aus openSUSE, der freien Wissensdatenbank


Das Modul ISDN ermöglicht die Konfiguration einer oder mehrerer ISDN-Karten in ihrem System. Wenn YaST ihre ISDN-Karte nicht erkannt hat, klicken sie auf dem Karteireiter ISDN-Geräte auf Hinzufügen und wählen sie Ihre Karte manuell aus. Theoretisch können sie mehrere Schnittstellen einrichten, im Normalfall ist dies aber nicht notwendig, da sie für eine Schnittstelle mehrere Provider einrichten können. Die nachfolgenden Dialogfelder dienen der Festlegung der verschiedenen ISDN-Optionen für den ordnungsgemäßen Betrieb der Karte.

Wählen sie im nächsten Dialogfeld das zu verwendende Protokoll. Der Standard ist Euro-ISDN (EDSS1), aber für ältere oder größere Telefonanlagen wählen Sie 1TR6. Für die USA gilt NI1. Wählen sie das Land in dem dafür vorgesehenen Feld aus. Die entsprechende Landeskennung wird im Feld daneben angezeigt. Geben sie dann noch die Ortsnetzkennzahl und ggf. die Vorwahl zur Amtsholung ein.

Geräte-Aktivierung definiert, wie die ISDN-Schnittstelle gestartet werden soll:

  • Beim Systemstart initialisiert den ISDN-Treiber bei jedem Systemstart.
  • Manuell hier muss der ISDN-Treiber als root geladen werden. Verwenden sie hierfür den Befehl rcisdn start.
  • Falls hot-plugged wird für PCMCIA- oder USB-Geräte verwendet. Diese Option lädt den Treiber, nachdem das Gerät eingesteckt wurde.

Wenn sie alle Einstellungen vorgenommen haben, klicken sie auf OK.

Im nächsten Dialogfeld können sie den Schnittstellentyp für die ISDN-Karte angeben und weitere ISPs zu einer vorhandenen Schnittstelle hinzufügen. Schnittstellen können in den Betriebsarten SyncPPP oder RawIP angelegt werden. Die meisten ISPs verwenden jedoch den SyncPPP-Modus, der im Folgenden beschrieben wird.
Die Nummer, die Sie unter Eigene Telefonnummer eingeben, ist vom jeweiligen Anschlussszenario abhängig:

  • ISDN-Karte direkt an der Telefondose
    Eine standardmäßige ISDN-Leitung bietet ihnen drei Rufnummern (sogenannte MSNs, Multiple Subscriber Numbers). Auf Wunsch können (auch) bis zu zehn Rufnummern zur Verfügung gestellt werden. Eine dieser MSNs muss hier eingegeben werden, allerdings ohne Ortsnetzkennzahl. Sollten sie eine falsche Nummer eintragen, wird Ihr Netzbetreiber die erste Ihrem ISDN-Anschluss zugeordnete MSN verwenden.
  • ISDN-Karte an einer Telefonanlage
    Auch hier kann die Konfiguration je nach installierten Komponenten variieren:
    • Kleinere Telefonanlagen für den Hausgebrauch verwenden für interne Anrufe in der Regel das Euro-ISDN-Protokoll (EDSS1). Diese Telefonanlagen haben einen internen S0-Bus und verwenden für die angeschlossenen Geräte interne Rufnummern. Für die Angabe der MSN verwenden sie eine der internen Rufnummern. Eine der möglichen MSNs ihrer Telefonanlage sollte funktionieren, sofern für diese der Zugriff nach außen freigeschaltet ist. Im Notfall funktioniert eventuell auch eine einzelne Null. Weitere Informationen dazu entnehmen sie bitte der Dokumentation Ihrer Telefonanlage.
    • Größere Telefonanlagen (z. B. in Unternehmen) verwenden für die internen Anschlüsse das Protokoll 1TR6. Die MSN heißt hier EAZ und ist üblicherweise die Durchwahl. Für die Konfiguration unter Linux ist die Eingabe der letzten drei Stellen der EAZ in der Regel ausreichend. Im Notfall probieren sie die Ziffern 1 bis 9.

Wenn die Verbindung vor der nächsten zu zahlenden Gebühreneinheit getrennt werden soll, aktivieren sie ChargeHUP. Dies funktioniert unter Umständen jedoch nicht mit jedem ISP. Durch Auswahl der entsprechenden Option können sie auch die Kanalbündelung (Multilink-PPP) aktivieren. Sie können SuSEfirewall2 für die Verbindung aktivieren, indem sie Externe Firewall-Schnittstelle und Firewall neu starten auswählen. Wenn sie normalen Benutzern ohne Administratorberechtigung die Aktivierung und Deaktivierung der Schnittstelle erlauben möchten, aktivieren sie Enable Device Control for Non-root user via KInternet (Gerätesteuerung für Nicht-Root-Benutzer via KInternet ermöglichen).

Details öffnet ein Dialogfeld, das für die Implementierung komplexerer Verbindungsszenarien ausgelegt und aus diesem Grund für normale Heimbenutzer nicht relevant ist. Schließen sie das Dialogfeld Details mit OK.

Im nächsten Dialogfeld legen sie die Einstellungen für die Vergabe der IP-Adressen fest. Wenn ihr Provider ihnen keine statische IP-Adresse zugewiesen hat, wählen sie Dynamische IP-Adresse. Anderenfalls tragen sie gemäß den Angaben ihres Providers die lokale IP-Adresse ihres Rechners sowie die entfernte IP-Adresse in die dafür vorgesehenen Felder ein. Soll die anzulegende Schnittstelle als Standard-Route ins Internet dienen, aktivieren sie Standard-Route. Beachten sie, dass jeweils nur eine Schnittstelle pro System als Standard-Route in Frage kommt. Schließen sie das Dialogfeld mit Weiter.

Im folgenden Dialogfeld können sie Ihr Land angeben und einen ISP wählen. Bei den in der Liste aufgeführten ISPs handelt es sich um Call-By-Call-Provider. Wenn ihr ISP in der Liste nicht aufgeführt ist, wählen sie Neu. Dadurch wird das Dialogfeld Provider-Parameter geöffnet, in dem sie alle Details zu ihrem ISP eingeben können. Die Telefonnummer darf keine Leerzeichen oder Kommas enthalten. Geben sie dann den Benutzernamen und das Passwort ein, den bzw. das sie von Ihrem ISP erhalten haben. Wählen sie anschließend Weiter.

Um auf einem Einzelplatz-Arbeitsplatzrechner Dial-On-Demand verwenden zu können, müssen sie auf jeden Fall den Namenserver (DNS-Server) angeben. Die meisten Provider unterstützen heute die dynamische DNS-Vergabe, d. h. beim Verbindungsaufbau wird die IP-Adresse eines Namenservers übergeben. Bei einem Einzelplatz-Arbeitsplatzrechner müssen sie dennoch eine Platzhalteradresse wie 192.168.22.99 angeben. Wenn Ihr ISP keine dynamischen DNS-Namen unterstützt, tragen sie die IP-Adressen der Namenserver des ISPs ein. Ferner können sie festlegen, nach wie vielen Sekunden die Verbindung automatisch getrennt werden soll, falls in der Zwischenzeit kein Datenaustausch stattgefunden hat. Bestätigen sie die Einstellungen mit Weiter. YaST zeigt eine Zusammenfassung der konfigurierten Schnittstellen an. Klicken sie zur Aktivierung dieser Einstellungen auf Fertig stellen.

Siehe auch