YaST/Netzwerkgeräte/Netzwerkkarte

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Inhaltsverzeichnis

Nach dem Öffnen des Moduls Netzwerkkarte zeigt YaST das Dialogfeld "Netzwerkeinstellungen" mit den vier Karteireitern Globale Optionen, Übersicht, Hostname/DNS und Routing an.


Auf dem Karteireiter Globale Optionen können sie wichtige globale Netzwerkoptionen einstellen. Unter Netzwerkeinrichtungsmethode wählen sie die Methode aus, mit der Netzwerkverbindungen verwaltet werden sollen. Wenn die Verbindungen für alle Schnittstellen über das Desktop-Applet NetworkManager verwaltet werden sollen, wählen sie Benutzergesteuert mithilfe von NetworkManager aus. Diese Option eignet sich besonders für den Wechsel zwischen verschiedenen verkabelten und drahtlosen Netzwerken. Wenn sie keine Desktop-Umgebung (GNOME oder KDE) verwenden oder mehrere Schnittstellen sofort benötigen, empfiehlt sich die Traditionelle Methode mit ifup.

Geben sie unter IPv6 Protocol Settings (IPv6-Protokolleinstellungen) an, ob Sie das IPv6-Protokoll verwenden möchten. IPv6 kann parallel zu IPv4 verwendet werden. IPv6 ist standardmäßig aktiviert. In Netzwerken, die das IPv6-Protokoll nicht verwenden, können die Antwortzeiten jedoch schneller sein, wenn dieses Protokoll deaktiviert ist. Zum Deaktivieren von IPv6 deaktivieren sie die Option IPv6 aktivieren. Dadurch wird das automatische Laden des Kernel-Moduls von IPv6 unterbunden. Die Änderung wird erst nach einem Neustart wirksam.

Unter Optionen für DHCP-Client konfigurieren sie die Optionen für den DHCP-Client. Wenn der DHCP-Client den Server anweisen soll, seine Antworten immer per Broadcast zu versenden, aktivieren sie Broadcast-Antwort anfordern. Diese Einstellung ist vermutlich erforderlich, wenn sie Ihren Computer in verschiedenen Netzwerken verwenden.

Die Kennung für DHCP-Client muss innerhalb eines Netzwerks für jeden DHCP-Client eindeutig sein. Wenn dieses Feld leer bleibt, wird standardmäßig die Hardware-Adresse der Netzwerkschnittstelle als Kennung übernommen. Falls sie allerdings mehrere virtuelle Computer mit der gleichen Netzwerkschnittstelle und damit der gleichen Hardware-Adresse ausführen, sollten sie hier eine eindeutige Kennung in beliebigem Format eingeben.

Unter Zu sendender Hostname wird eine Zeichenkette angegeben, die für das Optionsfeld "Hostname" verwendet wird, wenn dhcpcd Nachrichten an den DHCP-Server sendet. Einige DHCP-Server aktualisieren Namenserver-Zonen gemäß diesem Hostnamen (dynamischer DNS). Bei einigen DHCP-Servern muss das Optionsfeld "Zu sendender Hostname" in den DHCP-Nachrichten der Clients zudem eine bestimmte Zeichenkette enthalten. Übernehmen sie die Einstellung AUTO, wenn der aktuelle, in '/etc/HOSTNAME' festgelegte Hostname gesendet werden soll. Lassen sie das Optionsfeld leer, wenn kein Hostname gesendet werden soll.

Der Karteireiter Übersicht enthält Informationen zu den installierten Netzwerkkarten. Jede korrekt erkannte Netzwerkkarte wird dort mit ihrem Namen aufgelistet. In diesem Dialogfeld können sie Karten manuell hinzufügen, entfernen oder ihre Konfiguration ändern.

Auf dem Karteireiter Hostname/DNS können der Hostname des Computers sowie die zu verwendenden Namenserver festgelegt werden.

Auf dem Karteireiter Routing legen Sie das Standard-Gateway und die Routing-Einstellungen fest.

IP-Adressen konfigurieren

Wenn möglich, werden die während der Installation erkannten, verkabelten Netzwerkkarten automatisch für die automatische Adresseneinrichtung DHCP konfiguriert.

DHCP sollten sie auch verwenden, wenn sie eine DSL-Leitung verwenden, Ihr ISP (Internet Service Provider) Ihnen aber keine statische IP-Adresse zugewiesen hat. Wenn sie DHCP verwenden möchten, konfigurieren sie dessen Einstellungen auf dem Karteireiter Netzwerkeinstellungen. Auf dem Karteireiter Globale Optionen unter Optionen für DHCP-Client. Geben sie unter Broadcast-Antwort anfordern an, ob der DHCP-Client den Server anweisen soll, seine Antworten immer per Broadcast zu versenden. Diese Einstellung ist vermutlich erforderlich, wenn Sie ihren Computer als mobilen Client in verschiedenen Netzwerken verwenden. In einer virtuellen Hostumgebung, in der mehrere Hosts über dieselbe Schnittstelle kommunizieren, müssen diese anhand der Kennung für DHCP-Client unterschieden werden.

DHCP eignet sich gut zur Client-Konfiguration, aber zur Server-Konfiguration ist es nicht ideal. Wenn sie eine statische IP-Adresse festlegen möchten, gehen Sie wie folgt vor:

  1. Wählen sie auf dem Karteireiter Übersicht aus der Liste der erkannten Karten eine Netzwerkkarte aus und klicken sie auf Konfigurieren.
  2. Wählen sie auf dem Karteireiter Adresse die Option Statically assigned IP address (Statisch zugewiesene IP-Adresse) aus.
  3. Geben sie die IP-Adresse und die Subnetzmaske ein.
  4. Klicken sie auf Weiter.
  5. Klicken sie auf Verlassen, um die Konfiguration zu aktivieren.

Wenn sie die statische Adresse verwenden, werden die Namenserver und das Standard-Gateway nicht automatisch konfiguriert.

Konfigurieren von Aliassen

Ein Netzwerkgerät kann mehrere IP-Adressen haben, die Aliasse genannt werden. Wenn sie einen Alias für ihre Netzwerkkarte einrichten möchten, gehen Sie wie folgt vor:

  1. Wählen sie auf dem Karteireiter Übersicht aus der Liste der erkannten Karten eine Netzwerkkarte aus und klicken sie auf Konfigurieren.
  2. Klicken sie auf dem Karteireiter Adresse im Bereich Zusätzliche Adressen auf Hinzufügen.
  3. Geben sie den Aliasnamen, die IP-Adresse und die Netzmaske ein. Nehmen sie den Schnittstellennamen nicht in den Aliasnamen auf.
  4. Klicken sie auf OK.
  5. Klicken sie auf Weiter.
  6. Klicken sie auf Verlassen, um die Konfiguration zu aktivieren

Konfigurieren des Hostnamens und DNS

Wenn sie die Netzwerkkonfiguration während der Installation noch nicht geändert haben und die verkabelte Karte verfügbar war, wurde automatisch ein Hostname für Ihren Computer erstellt und DHCP wurde aktiviert. Dasselbe gilt für die Namensservicedaten, die Ihr Host für die Integration in eine Netzwerkumgebung benötigt. Wenn DHCP für eine Konfiguration der Netzwerkadresse verwendet wird, wird die Liste der Domain Name Server automatisch mit den entsprechenden Daten versorgt. Falls eine statische Konfiguration vorgezogen wird, legen Sie diese Werte manuell fest.

Wenn sie den Namen Ihres Computers und die Namenserver-Suchliste ändern möchten, gehen sie wie folgt vor:

  1. Öffnen sie den Karteireiter Hostname/DNS.
  2. Geben sie den Hostnamen und bei Bedarf auch den Domänennamen ein. Der Hostname ist global und gilt für alle eingerichteten Netzwerkschnittstellen.
    • Wenn sie zum Abrufen einer IP-Adresse DHCP verwenden, wird der Hostname Ihres Computers automatisch durch DHCP festgelegt. Wenn sie in verschiedenen Netzwerken arbeiten, die Ihrem Computer unterschiedliche Hostnamen zuweisen, empfiehlt es sich, dieses Verhalten durch Deaktivieren der Option Hostnamen über DHCP ändern zu unterbinden, da eine Änderung des Hostnamens während der Laufzeit zu Problemen mit dem grafischen Desktop führen kann.
    • Wenn sie DHCP zum Abrufen einer IP-Adresse verwenden, wird Ihr Hostname standardmäßig in die Datei '/etc/hosts' geschrieben. Der Name kann in diesem Fall als 127.0.0.2-IP-Adresse aufgelöst werden. Wenn sie dieses Standardverhalten unterbinden möchten, deaktivieren sie Hostname in /etc/hosts schreiben. Allerdings kann ihr Hostname dann ohne aktives Netzwerk nicht aufgelöst werden.
  3. Geben sie die Namenserver und Domänensuchlisten an.
  4. Klicken sie auf Verlassen, um die Konfiguration zu aktivieren.

Konfigurieren des Routing

Damit ihre Maschine mit anderen Maschinen und Netzwerken kommuniziert, müssen Routing-Daten festgelegt werden. Dann nimmt der Netzwerkverkehr den korrekten Weg. Wird DHCP verwendet, werden diese Daten automatisch angegeben. Wird eine statische Konfiguration verwendet, müssen sie die Daten manuell angeben.

  1. Öffnen sie den Karteireiter Routing.
  2. Geben sie die IP des Standard-Gateways ein. Das Standard-Gateway passt zwar zu jedem möglichen Ziel, dies allerdings nicht besonders gut. Falls ein anderer Eintrag existiert, der besser zur benötigten Adresse passt, wird dieser statt der Standardroute verwendet.
  3. Wenn sie der Routing-Tabelle weitere Einträge hinzufügen möchten, aktivieren sie die Option Konfiguration für Experten. Fügen sie danach den gewünschten Eintrag mit Hinzufügen hinzu. Geben sie das Ziel und die Netzmaske ein und wählen sie optional das zu verwendende Gerät.
  4. Falls es sich bei dem System um einen Router handelt, aktivieren sie die Option IP-Weiterleitung.
  5. Klicken sie auf Verlassen, um die Konfiguration zu aktivieren.

Ändern der Hardware-Optionen

Bei Bedarf können sie den Gerätenamen der Netzwerkkarte während des laufenden Betriebs ändern. Genauso können Sie auch den Treiber wechseln.

  1. Wählen sie aus der Liste der erkannten Karten eine Netzwerkkarte aus und klicken sie auf Konfigurieren.
  2. Öffnen sie den Karteireiter Hardware. Die Matching rule (Übereinstimmungsregel) unter Udev rules (Udev-Regeln) kann nicht bearbeitet werden. Udev nutzt zur Identifizierung der Netzwerkkarte die Hardware-Adresse (MAC) oder die Bus-ID. Allerdings können sie den Gerätenamen der Karte unter Gerätename ändern.
  3. Unter Treibername können sie den Treiber festlegen, der für die Netzwerkkarte verwendet werden soll.
  4. Klicken sie auf Weiter.
  5. Um die Konfiguration zu aktivieren, klicken sie auf Verlassen.

Starten des Geräts

Wenn sie die traditionelle Methode mit ifup verwenden, können sie Ihr Gerät so konfigurieren, dass es beim Systemstart, bei der Verbindung per Kabel, beim Erkennen der Karte, manuell oder nie startet. Wenn sie den Gerätestart ändern möchten, gehen sie wie folgt vor:

  1. Wählen sie aus der Liste der erkannten Karten eine Netzwerkkarte aus und klicken sie auf Konfigurieren.
  2. In der Registerkarte Allgemein wählen sie den gewünschten Eintrag unter Geräte-Aktivierung.
  3. Wählen sie Beim Systemstart, um das Gerät beim Booten des Systems zu starten. Wenn Bei Kabelanschluss aktiviert ist, wird die Schnittstelle auf physikalische Netzwerkverbindungen überwacht. Wenn Falls hot-plugged aktiviert ist, wird die Schnittstelle eingerichtet, sobald sie verfügbar ist. Wählen sie Manuell, wenn sie die Schnittstelle manuell mit ifup steuern möchten. Wählen Sie Nie, wenn das Gerät gar nicht gestartet werden soll. Bei NFSroot verhält sich ähnlich wie Beim Systemstart, allerdings fährt das Kommando rcnetwork stop die Schnittstelle bei dieser Einstellung nicht herunter. Diese Einstellung empfiehlt sich bei einem NFS- oder iSCSI-Root-Dateisystem.
  4. Klicken sie auf Weiter.
  5. Klicken sie auf Verlassen, um die Konfiguration zu aktivieren.

Konfigurieren der Firewall

Sie müssen nicht die genaue Firewall-Konfiguration, wie unter YaST/Sicherheit und Benutzer/Firewall, durchführen. Sie können einige grundlegende Firewall-Einstellungen für Ihr Gerät als Teil der Gerätekonfiguration festlegen. Führen sie dazu die folgenden Schritte aus:

  1. Wählen sie aus der Liste der erkannten Karten eine Netzwerkkarte aus und klicken sie auf Konfigurieren.
  2. Öffnen sie die Registerkarte Allgemein des Dialogfelds zur Netzwerkkonfiguration.
  3. Legen sie die Firewall-Zone fest, der Ihre Schnittstelle zugewiesen werden soll.
    • Firewall deaktiviert
      Die Firewall wird nicht ausgeführt. Verwenden sie diese Option nur, wenn Ihr Computer Teil eines größeren Netzwerks ist, das von einer äußeren Firewall geschützt wird.
    • Interne Zone (ungeschützt)
      Die Firewall wird ausgeführt, aber es gibt keine Regeln, die diese Schnittstelle schützen. Verwenden sie diese Option nur, wenn Ihre Maschine Teil eines größeren Netzwerks ist, das von einer äußeren Firewall geschützt wird.
    • Demilitarisierte Zone
      Eine demilitarisierte Zone ist eine zusätzliche Verteidigungslinie zwischen einem internen Netzwerk und dem (feindlichen) Internet. Die dieser Zone zugewiesenen Hosts können vom internen Netzwerk und vom Internet erreicht werden, können jedoch nicht auf das interne Netzwerk zugreifen.
    • Externe Zone
      Die Firewall wird an dieser Schnittstelle ausgeführt und schützt sie vollständig vor anderem (möglicherweise feindlichem) Netzwerkverkehr. Dies ist die Standardoption.
  4. Klicken sie auf Weiter.
  5. Aktivieren sie die Konfiguration, indem sie auf Verlassen klicken.

Konfigurieren einer unerkannten Netzwerkkarte

Ihre Karte wird unter Umständen nicht richtig erkannt. In diesem Fall erscheint sie nicht in der Liste der erkannten Karten. Wenn sie sich nicht sicher sind, ob Ihr System über einen Treiber für die Karte verfügt, können Sie sie manuell konfigurieren. Zur Konfiguration einer unerkannten Netzwerkkarte gehen sie wie folgt vor:

  1. Klicken sie auf dem Karteireiter Übersicht auf Hinzufügen.
  2. Legen sie den Gerätetyp der Schnittstelle im Dialogfeld Hardware mit Hilfe der verfügbaren Optionen fest und geben sie einen Konfigurationsnamen ein. Wenn es sich bei der Netzwerkkarte um ein PCMCIA- oder USB-Gerät handelt, aktivieren Sie das entsprechende Kontrollkästchen und schließen Sie das Dialogfeld durch Klicken auf Weiter. Wählen sie andernfalls über die Option Auswahl aus Liste das Modell Ihrer Netzwerkkarte aus. YaST wählt dann automatisch das geeignete Kernelmodul für die Karte aus. Falls ihre Karte nicht in der Liste aufgeführt ist, wählen sie den Namen des Moduls manuell aus.
  3. Klicken sie auf Weiter.
  4. In der Registerkarte Adresse legen sie den Gerätetyp der Schnittstelle, den Konfigurationsnamen und die IP-Adresse fest. Wenn sie eine statische Adresse verwenden möchten, wählen Sie Statically assigned IP Address (Statisch zugewiesene IP-Adresse). Geben sie dann die IP-Adresse und Subnetzmaske ein. Hier können Sie auch den Hostnamen und zusätzliche Schnittstellenadressen einrichten.
    Wenn sie für den Gerätetyp der Schnittstelle die Option Drahtlos gewählt haben, konfigurieren sie im nächsten Dialogfeld die drahtlose Verbindung.
  5. Legen sie auf dem Karteireiter Allgemein die Firewall-Zone und die Geräte-Aktivierung fest. Mit Enable Device Control for Non-root User via KInternet (Gerätesteuerung für Nicht-Root-Benutzer via KInternet ermöglichen) erlauben Sie auch normalen Benutzern die Kontrolle über die Verbindung.
  6. Klicken sie auf Weiter.
  7. Klicken sie auf Verlassen, um die neue Netzwerkkonfiguration zu aktivieren.

Siehe auch