SDB:Ndiswrapper

aus openSUSE, der freien Wissensdatenbank


Version: 9.1

Anliegen

Sie möchten eine Netzwerkkarte die durch Windows-Treiber unterstützt wird (NDIS), unter Linux verwenden.

NDIS ist die Abkürzung für "Network Device Interface Specification" und stellt einen Standard für die Anbindung von Netzwerkkarten (Hardware) an Netzwerkprotokolle (Software) dar.

Einige Hersteller von Wireless LAN Hardware möchten die Hardwarespezifikationen und/oder Treiber für ihre Produkte für andere Betriebssysteme, ausser Microsoft Windows, nicht offenlegen.

Das Ndiswrapper Projekt ermöglicht die Verwendung dieser Hardware unter Linux durch den Einsatz eines Kernelmoduls welches sich sozusagen um den NDIS-Treiber "herumlegt" (wrap around) und dadurch eine Unterstützung für einige Windows-Netzwerktreiber unter Linux darstellt.

Eine Liste unterstützter Chipsets finden Sie hier:

http://ndiswrapper.sourceforge.net/joomla/index.php?/component/option,com_openwiki/Itemid,33/id,list/

Vorgehen

Installieren Sie zunächst das Paket ndiswrapper mit YaST2.

Dann müssen Sie den Treiber für die Karte vom Hersteller herunterladen. Auf der oben angegebenen Webseite [1] sind auch etliche direkte Verweise zu den entsprechenden Herstellerseiten die Sie verwenden können.

Wir empfehlen die Verwendung von Archiven (.zip,.tar.gz) da diese unter Linux entpackt werden können.

Im folgenden beispielhaft die Vorgehensweise für die Netzwerkkarte RTL8180L.

Öffnen Sie die Seite des Herstellers und speichern das entsprechende ZIP Archiv im Ordner /tmp.

Öffnen Sie dann eine Textkonsole, das Icon dazu finden Sie in der unteren KDE-Leiste. Es wird als Bildschirm mit einer Muschel dargestellt. Geben Sie in dem nun erscheinenden Fenster den Befehl

su -

ein.

Sie werden nach dem Root-Passwort gefragt, bitte geben Sie es ein. Beachten Sie dass dabei keinerlei Ausgabe erscheint.

Entpacken Sie dann die Datei mit dem Befehl:

unzip -d treiber /tmp/winxp-8180\(168\).zip

Hinweis:
Die beiden Backslash \ im Dateinamen müssen Sie entweder manuell angeben um die Klammern zu maskieren, oder Sie verwenden die TAB-Extensions um den Dateinamen automatisch angeben zu lassen.

Durch das Entpacken entsteht ein neues Unterverzeichnis /tmp/treiber in welchem sich die .INF Datei befindet die vom Ndiswrapper benötigt wird.

Nun muss der Treiber installiert werden, dazu muss man den Pfad zur INF-Datei angeben (ndiswrapper -i /PFAD_ZUR_DATEI/NET8180.INF), in unserem Fall also:

ndiswrapper -i /tmp/treiber/NET8180.INF

Sie sollten eine Ausgabe ähnlich der folgenden erhalten:

Installing net8180

Danach können sie sogleich mit dem Befehl

ndiswrapper -l

prüfen ob der Treiber korrekt installiert wurde. Folgende Ausgabe sollte erfolgen:

Installed ndis drivers:
net8180

Mit dem folgenden Befehl laden Sie dann das Modul:

modprobe ndiswrapper

Erscheint keine Fehlermeldung, wurde der Treiber erfolgreich geladen. Die Ausgabe des Befehls dmesg zeigt dann weitere Informationen an:

ndiswrapper version 0.6+CVS loaded
ndiswrapper adding rtl8180.sys

Nun ist der Treiber geladen und es muss noch die WLAN-Schnittstelle konfiguriert werden.

Verwenden Sie dazu bitte den zugehörigen Artikel SDB:Wireless LAN mit SuSE Linux


Dies kann manuell oder mit YaST2 durchgeführt werden.

Einrichtung der Schnittstelle mit YaST2:

Starten Sie das YaST2 Kontrollzentrum und wählen den Abschnitt 'Netzwerkgeräte'. Hier starten Sie das Modul 'Netzwerkkarte'.

  • Wählen Sie den Button Konfigurieren.
  • Als Gerätetyp geben Sie Drahtlos an.
  • Bei Konfigurationsname können sie das Feld einfach leer lassen; es wird dann wlan0 als Standardname verwendet.
  • Den Eintrag static-0 im Feld Name der Hardware-Konfiguration können Sie unverändert lassen oder einen anderen Namen frei wählen.
  • Wichtig ist dass im Feld Modulname der ndiswrapper als Modul angegeben wird.
  • Beim Feld Optionen können sie bei Bedarf etwaige Werte für den I/O Bereich oder den IRQ-Wert einer Karte angeben.

Im nächsten Schritt klicken Sie auf den Button Einstellungen für Funkverbindungen

  • Bei Betriebsmodus geben Sie Verwaltet an damit Accespoints (AC) verwendet werden können.
  • Bei Netzwerkname (ESSID) geben Sie den Netzwerknamen an den der Accesspoint verwendet.
  • Den Wert Netzwerkerkennung (NWID) können Sie unausgefüllt lassen.
  • Beim Wert Verschlüsselungs-Key können Sie eine 6-stellige Zahl für die 40-bit Verschlüsselung oder eine 10-stellige Zahl für die 128-bit Verschlüsselung angeben. Beachten Sie, dass Sie, um Dezimal-Werte angeben zu können, das Kürzel s: vor der Zahlenangabe verwenden müssen.
  • Der Spitzname bezeichnet den Stationsnamen, welchen Sie frei wählen können.

Beachten Sie bei Unklarheiten zu den einzelnen Werten unbedingt den Hinweistext am linken Rand.

Manuelle Einrichtung der Schnittstelle:

Benutzen Sie hierzu das Tool iwconfig um die WLAN-Schnittstelle zu konfigurieren. Der Befehl:

iwconfig

gibt den Namen der WLAN-Schnittstelle an (meist wlan0). Im Beispiel wird wlan0 verwendet, ersetzen sie den Namen durch den bei Ihnen angegebenen.

Um eine Verbindung mit einem Accesspoint aufnehmen zu können, führen Sie die folgenden Befehle aus:

iwconfig wlan0 mode managed

Hier wird der Modus auf managed umgestellt, damit Accesspoints benutzt werden können.

iwconfig wlan0 key restricted s:12345

Bei vielen Netzwerken muss der Netzwerkschlüssel angegeben werden (hier 12345). Sie können eine 6-stellige Zahl für die 40-bit Verschlüsselung oder eine 10-stellige Zahl für die 128-bit Verschlüsselung angeben. Eventuell müssen Sie, abhängig von den Einstellungen des Accesspoints, den sogenannten 'open' Sicherheits Modus statt des oben angegebenen 'restricted' Modus verwenden.

iwconfig wlan0 essid "Netzwerkname"

Außerdem ist der Netzwerkname wichtig. Setzen Sie für ESSID den Netzwerknamen den der Accesspoint verwendet, ein.

Der Befehl

ifconfig wlan0 up

macht dann schließlich die Netzwerkkarte unter Linux verfügbar.

Wenn alles korrekt funktioniert, können Sie jetzt, um das Modul beim Starten des Rechners zu laden, noch abschliessend folgenden Befehl eingeben:

ndiswrapper -m

Beachten Sie bitte, das die hier genannten Schritte nur für die 32bit Version von SUSE LINUX gelten. Für die 64bit Version ist noch kein ndiswrapper Paket verfügbar.

Beachten Sie bitte auch, dass wir für die Installation und Benutzung, sowie für eventuell auftretende Fehler, keinen kostenlosen Installationssupport anbieten.