Nouveau-Grafiktreiber

aus openSUSE, der freien Wissensdatenbank

Geeko
nouveau ist ein quelloffener Grafiktreiber für Grafik-Chips von NVIDIA. Da NVIDIA keine Informationen über seine GPUs veröffentlicht, wird der Treiber durch Reverse Engineering entwickelt. Er befindet sich noch in einem frühen Entwicklungsstadium, ist dem anderen quelloffenen Treiber nv aber teilweise schon überlegen. Die 3D-Unterstützung ist bis jetzt experimentell. Wollen Sie die 3D-Beschleunigungsfunktionen ihrer NVIDIA-Grafikkarte nutzen, sind Sie bisher noch auf die proprietären NVIDIA-Grafiktreiber angewiesen. Einen Überblick über die verschiedenen Treiber für NVIDIA-Grafikkarten finden Sie hier.


Dieser Artikel beschreibt die Installation und Konfiguration des Grafiktreibers nouveau für NVIDIA-GPUs. Dafür werden vorkompilierte Pakete aus dem openSUSE Build Service genutzt. Eine Anleitung zur manuellen Übersetzung des Treibers finden Sie auf der Seite des Projekts.


Inhaltsverzeichnis

Installation des Treibers

Um den nouveau-Treiber nutzen zu können, darf nicht gleichzeitig der Proprietäre NVIDIA-Grafiktreiber installiert sein. Wie Sie diesen aus ihrem System entfernen, erfahren Sie hier.


Pakete mit dem nouveau-Treiber finden Sie im Build Service-Projekt X11:Drivers:Video. Wie Sie ein Paketdepot einbinden, erfahren Sie im hier, weitere Informationen zur Paketverwaltung finden Sie hier.

Der nouveau-Treiber ist zur Zeit in drei Pakete aufgeteilt:

  • nouveau-kmp-Kernel-Art
    Enthält das Kernel-Modul. Sie müssen bei der Installation das Paket mit der richtigen Kernel-Art (default, pae, ...) auswählen. Der Befehl uname -r zeigt ihnen ihre Kernel-Art und die Kernel-Version an.
  • xorg-x11-driver-video-nouveau
    Enthält den X.Org-Treiber.
  • xorg-x11-driver-video-nouveau-3d
    Enthält die optionale und noch experimentelle Unterstützung für die 3D-Beschleunigung.

Im folgenden ein kleines Beispiel für openSUSE 11.1:

Hinzufügen des Paketdepots:

# sudo zypper ar http://download.opensuse.org/repositories/X11:/Drivers:/Video/openSUSE_11.1/ X11:Drivers:Video

Prüfen der Kernelvariante:

# uname -r 2.6.27.23-0.1-default

Installation der Pakete (wir brauchen das -default-Kernel-Paket):

# sudo zypper in nouveau-kmp-default xorg-x11-driver-video-nouveau xorg-x11-driver-video-nouveau-3d


Konfiguration des Treibers

Um den nun installierten Treiber nutzen zu können, müssen Sie die X.Org-Konfigurationsdatei /etc/X11/Xorg.conf anpassen, wofür Sie root-Rechte benötigen.

Tragen Sie dort im Abschnitt Device bei Driver nouveau ein.

Section "Device"
  ...
  Driver   "nouveau"
  ...
EndSection

Um die experimentelle 3D-Beschleunigung zu nutzen, müssen im Abschnitt Module die Module glx und dri eingetragen sein, was meist schon der Fall ist.

Section "Module"
  ...
  Load     "glx"
  Load     "dri"
  ...
EndSection

Starten Sie nun den X-Server neu, indem Sie sich aus der grafischen Oberfläche ab- und danach wieder anmelden.


Problemlösungen

Die 3D-Beschleunigung funktioniert nicht

Das drm-Kernel-Modul der Kernel bis openSUSE 11.1 ist noch nicht weit genug fortgeschritten, um dem Treiber die 3D-Beschleunigung zu ermöglichen. Darüber hinaus benötigen neuere Treiberversionen auch aktueller Kernel, weshalb für bereits veröffentliche openSUSE-Ausgaben nur ein Treiber aus dem Januar 2009 als Paket zur Verfügung steht. Wenn Sie die experimentelle 3D-Beschleunigung unbedingt ausprobieren wollen, müssen Sie sich den Treiber samt aktuellem drm-Kernel-Modul selber bauen, was auf der Seite des Projekts beschrieben wird.

Der Treiber ist instabil

Moderne X-Server wie der von openSUSE 11.1 laden automatisch die Erweiterung AIGLX, die sich allerdings wie ein OpenGL-Programm verhält, was auf Grund der mangelnden 3D-Beschleunigung nicht so gut ist. Sie können AIGLX explizit deaktivieren, indem Sie dem Abschnitt ServerFlags in ihrer /etc/X11/xorg.conf den Eintrag Option "AIGLX" "off" hinzufügen.

Section "ServerFlags"
  ...
  Option    "AIGLX" "off"
  ...
EndSection


Siehe auch


WWW-Verweise