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SDB:Partitionieren

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Dieser Artikel beschreibt die verschiedenen Möglichkeiten der Partitionierung von Medien um openSUSE zu installieren.

Anliegen

Sie möchten openSUSE installieren und manuell Platz auf Ihrer Festplatte schaffen, weil z.B. die auf Ihrem System vorliegende Partitionstabelle YaST2 keine sinnvolle Partitionierung ermöglicht.

Vorgehen

Dieser Artikel liefert neben Grundlagen auch Hinweise nach denen Sie Ihre Festplatte für openSUSE vorbereiten können. Anschließend ist es mit YaST2 möglich, gezielt den geschaffenen Platz zur Installation von openSUSE zu nutzen.

Beachten Sie bei dem Partitionieren Ihrer Festplatte immer folgende Punkte:

  • eine Festplatte kann nur 4 primäre (eng. primary) Partitionen beinhalten
  • eine Festplatte kann nur 1 erweiterte (eng. extended) Partition beinhalten
  • die erweiterte Partition wird als primäre Partition gezählt
  • die erweiterte Partition muss mit logischen (eng. logical) Partitionen gefüllt werden
  • die erweiterte Partition kann viele logische Partitionen beinhalten
  • die maximale Anzahl von Partitionen auf einer Festplatte liegt bei 15, davon können maximal 11 logische Partitionen sein
  • openSUSE sollte bei Koexistenz neben einem anderen Betriebssystem immer am Ende der Festplatte installiert werden

Daraus ergibt sich, daß es oftmals am besten ist für openSUSE eine erweiterte Partition am Ende der Festplatte anzulegen, damit YaST2 ermöglicht wird, den Platz für openSUSE in 3 sinnvolle (logische) Partitionen zu unterteilen.

Bitte überprüfen Sie anhand der o.g. Kriterien zunächst, ob es mit Ihrer Partitionstabelle überhaupt möglich ist, ein logische Partition für openSUSE anzulegen.

Sie können sich die Informationen der Partitionstabelle während des laufenden YaST2-Installationsprogramms anzeigen lassen. Starten Sie dazu die Installation und warten Sie, bis der erste grafische YaST2 Bildschirm erscheint (Sprachauswahl). Drücken Sie an dieser Stelle die Tastenkombination STRG+ALT+F2 (mit STRG+ALT+F7 können Sie wieder zum YaST2 Installationsprogramm zurückwechseln). Es erscheint ein schwarzer Bildschirm mit einer Eingabeaufforderung. Geben Sie hier nun den Kommandozeilenbefehl

fdisk -l

ein. Es wird Ihnen z.B. folgende Ausgabe angezeigt:

Festplatte /dev/sda: 255 Köpfe, 63 Sektoren, 7476 Zylinder
Einheiten: Zylinder mit 16065 * 512 Bytes

    Gerät boot.  Anfang      Ende    Blöcke   Id  Dateisystemtyp
/dev/sda1   *         1       638   5124703+   b  Win95 FAT32
/dev/sda2           639      7476  54926235    f  Win95 Erw. (LBA)
/dev/sda5           639      1403   6144831    b  Win95 FAT32
/dev/sda6          1404      2168   6144831    b  Win95 FAT32
/dev/sda7          2169      2933   6144831    b  Win95 FAT32
/dev/sda8          2934      3698   6144831    b  Win95 FAT32
/dev/sda9          3699      4463   6144831    b  Win95 FAT32
/dev/sda10         4464      5228   6144831    b  Win95 FAT32
/dev/sda11         5229      5993   6144831    b  Win95 FAT32
/dev/sda12         5994      6758   6144831    b  Win95 FAT32
/dev/sda13         6759      7476   5767303+   b  Win95 FAT32

Da für primäre Partitionen der Bereich sda1 bis sda4 reserviert ist und logische Partitionen ab sda5 beginnen, können wir an diesem Beispiel erkennen, daß

  • die ersten beiden Partitionen primär sind und
  • die restlichen Partitionen logisch, d.h. diese logischen Partitionen befinden sich in der erweiterten Partition sda2

Darüberhinaus ist an der Spalte Dateisystemtyp zu erkennen, daß die zweite Partition eine erweiterte Partition ist.

Mit diesen Informationen analysieren Sie nun Ihre eigene Partitionstabelle. Stellen Sie beim Betrachten Ihrer Partitionstabelle fest, daß auf Ihrer Festplatte

  • 4 primäre Partitionen und keine erweiterte Partition vorhanden sind, so werden Sie nicht umhin kommen Ihre gesamte Festplatte neu zu unterteilen. Nur so können Sie überhaupt weitere Partitionen anlegen. Löschen Sie z.B. eine einzelne (primäre) Partition und legen stattdessen eine erweiterte Partition mit logischen Partitionen darin an.
  • vier primäre Partitionen inkl. einer erweiterten Partition auf Ihrem System installiert haben, welche jedoch keinen freien Platz mehr aufweist, so ist es erforderlich von den letzten Partitionen eine oder mehrere zu löschen. An dessen Stelle ist eine logische Partition für Linux anzulegen.

Auf der Kommandozeile, die Sie mit der Tastenkombination ALT+STRG+F2 aufgerufen haben, können Sie nun fdisk im interaktiven Modus aufrufen:

fdisk /dev/sda

Sollte Ihre Festplatte an einem anderen Ort als /dev/sda angeschlossen sein, so tauschen Sie diesen Teil des Befehls entsprechend aus.

Sie erhalten folgende o.ä. Ausgabe des Programms fdisk inkl. eines Eingabeprompts:

The number of cylinders for this disk is set to 1245.
There is nothing wrong with that, but this is larger than 1024,
and could in certain setups cause problems with:
1) software that runs at boot time (e.g., old versions of LILO)
2) booting and partitioning software from other OSs
   (e.g., DOS FDISK, OS/2 FDISK)

Command (m for help):
  • Mit der Taste "p" können Sie sich nochmal die Tabelle anzeigen lassen.
  • Mit der Taste "d" können Sie Partitionen löschen. Sie werden bei dieser Funktion nach der zu löschenden Partitionsnummer gefragt. Möchten Sie z.B. /dev/sda13 löschen, so geben Sie die Ziffer "13" ein.
  • Mit der Taste "n" werden neue Partitionen angelegt. Dabei wird im ersten Schritt gefragt, ob Sie eine primäre (p), erweiterte (e) oder eine logische (l) Partition angelegen möchten. Bei primären und erweiterten Partition folgt nun die Frage nach der zu verwendenden Partitionsnummer (1-4). Im darauf folgenden Schritt wird die Größe der neuen Partition festgelegt. Den vorgeschlagenen Wert des Startzylinders können Sie mit Return übernehmen. Den Endzylinder sollten Sie z.B. mit der Angabe "+500M" für eine Größe von 500 MB angeben. Möchten Sie den kompletten restlichen Platz verwenden, bestätigen Sie einfach nur mit Return.
  • Mit der Taste "w" wird die geänderte Partitionstabelle auf die Festplatte geschrieben und das Programm fdisk beendet.
  • Mit der Taste "q" wird das Programm fdisk ohne schreiben der geänderten Partitionstabelle beendet.

Nachdem Sie auf diese Weise die Partitionstabelle geändert haben, rebooten Sie Ihr System mit der Tastenkombination STRG+ALT+Entf, damit auf jeden Fall die geänderte Partitionstabelle eingelesen und von YaST2 verwendet wird.

Sie starten nun die Installation von openSUSE. Verwerfen Sie dabei den Partitionierungsvorschlag von YaST2 und wählen Ihre Festplatte aus. Es wird Ihnen eine Liste mit allen Partitionen Ihrer Festplatte angezeigt. Wählen Sie hier nun die für openSUSE vorbereitete Partition aus.

Sollten Sie in Ihrer erweiterten Partition auch logische Partitionen für Windows Betriebssysteme verwenden, so achten Sie darauf, daß die erweiterte Partition die Id "f" trägt. überprüfen Sie dies mittels der Partitionstabelle (Taste "p"). Ggf. ändern Sie die Einstellung mit der Taste "t".