Installationshilfe
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Der Bootbildschirm
Lasse den Computer von der CD/DVD starten um mit der Installation zu beginnen. In dem darauf erscheinenden Bootbildschirm werden mehrere Optionen für den Installationsvorgang angezeigt. Wähle mit den Pfeiltasten eine der folgenden Installationsoptionen aus um das System zu installieren:
- Von Festplatte booten - Das bereits installierte System wird gebootet. Dieser Eintrag ist standardmäßig ausgewählt, da die CD häufig im Laufwerk vergessen wird.
- Installation- Der normale Installationsmodus. Alle modernen Hardware-Funktionen sind aktiviert.
- Installation – ACPI deaktiviert - Wenn bei der normalen Installation ein Fehler auftritt, kann dies an der fehlenden Unterstützung der ACPI (Advanced Configuration and Power Interface) durch das System liegen. Wenn dies der Fall ist, verwende diese Option, um die Installation ohne ACPI-Unterstützung durchzuführen.
- Installation – Sichere Einstellungen - Startet das System mit deaktiviertem DMA-Modus (für CD-ROM-Laufwerke), die Energieverwaltungsfunktionen werden ebenfalls deaktiviert. Experten können auch die Befehlszeile verwenden, um Kernel-Parameter einzugeben oder zu ändern.
Verwende die im unteren Bildschirmbereich angegebenen Funktionstasten, um einige Installationseinstellungen zu ändern:
- F1 - Kontextabhängige Hilfe für das aktive Element des Bootbildschirms.
- F2 - Wähle die Anzeigesprache der Installation aus.
- F3 - Hier können verschiedene Modi für die grafische Darstellung während der Installation auswählt werden. Der Textmodus sollte benutzt werden, wenn es bei der grafischen Installation zu Problemen gekommen ist.
- F4 - In der Regel wird die Installation von der eingelegten CD oder DVD ausgeführt. Hier können andere Quellen, wie FTP- oder NFS-Server, ausgewählt werden. Wenn die Installation mit einem SLP-Server in einem Netzwerk erfolgt, kann eine der auf dem Server verfügbaren Installationsquellen ausgewählt werden.
- F5 - Hiermit wird im System angeben, dass ein optionaler Datenträger mit einer Treiberaktualisierung für openSUSE verwendet wird. Zum entsprechenden Zeitpunkt des Installationsvorganges wird dazu aufgefordert, den Datenträger für die Aktualisierung einzulegen.
Falls du den graphischen Bootbildschirm nicht siehst oder dieser eingefroren ist, halte während des Systemstarts die Alt und die Umschalttaste (Shift) gedrückt. Dadurch gelangst du in den Textmodus des Startmenüs
Installationseinstellungen
System
In diesem Dialogfeld werden alle Informationen angezeigt, die YaST von dem Computer abrufen konnte. Wähle einen beliebigen Eintrag in der Liste aus und klicke auf Details, um detaillierte Informationen zum ausgewählten Eintrag anzuzeigen. In diesem Dialogfeld können auch PCI-IDs zu den Treibern hinzufügt werden.
Tastaturbelegung
Wähle die gewünschte Tastaturbelegung in der Liste aus. Standardmäßig entspricht das Layout der ausgewählten Sprache. Teste nach dem Ändern der Tastaturbelegung die besonderen Zeichen für die ausgewählte Sprache, um sicherzustellen, dass die richtige Auswahl getroffen wurde. Wenn spezielle Optionen für das Verhalten der Tastatur festlegt werden sollen, klicke auf Einstellungen für Experten.
Partitionierung
In den meisten Fällen schlägt YaST ein passendes Partitionierungsschema vor, das ohne Änderungen übernommen werden kann. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, die Partitionierung mit YaST anzupassen, dabei sollten folgende Empfehlungen bezüglich der Mindestanforderungen der unterschiedlichen Systeme berücksichtigt werden.
- Minimalinstallation: 500 MB
- Minimales grafisches System: 700 MB
- Standardsystem mit KDE oder GNOME: 3 GB
Abhängig vom verfügbaren Speicherplatz sollten folgende Partitionen erstellt werden:
- Festplatten mit bis zu 4 GB:
Eine Partition für den Swap-Speicherplatz (swap).
Eine Root-Partition (/) - Festplatten über 4 GB:
Eine Partition für den Swap-Speicherplatz (swap).
Eine Root-Partition (/)
Eine Partition für das Benutzerverzeichnis (/home).
Partitionierung mit YaST
Wenn der Partitionseintrag im Vorschlagsfenster zum ersten Mal ausgewählt wird, werden im Dialogfeld für die YaST-Partitionierung die Einstellungen des aktuellen Vorschlags angezeigt, diese können übernommen werden (Vorschlag annehmen) oder geändert werden (Partitions-Setup basierend auf diesem Vorschlag). Alternativ können auch alle Einstellungen verworfen werden und ganz neu angelegt werden (Benutzerdefiniertes Partitions-Setup erstellen).
Ändern der Größe einer Windows-Partition
Falls eine Festplatte mit einer vorhandenen Windows FAT- oder NTFS-Partition als Installationsziel ausgewählt wurde, bietet YaST die Möglichkeit, diese Partition zu verkleinern oder zu löschen. Auf diese Weise kann openSUSE auch installiert werden, wenn zurzeit nicht ausreichend Festplattenspeicher verfügbar ist. Dies ist oftmals der Fall, wenn auf der ausgewählten Festplatte nur eine Windowspartition vorhanden ist, die die gesamte Festplatte in Anspruch nimmt.
Falls eine Windowspartition verkleinert werden soll, breche die Installation ab und boote Windows, um die Partition entsprechend vorzubereiten. Zwar ist dieser Schritt für FAT-Partitionen nicht zwingend erforderlich, er beschleunigt jedoch den Vorgang der Größenänderung und sorgt für mehr Sicherheit. Auf NTFS-Partitionen spielen diese Schritte eine entscheidende Rolle.
- FAT-Dateisystem
Führe unter Windows zunächst Scandisk aus, um sicherzustellen, dass auf der FAT-Partition keine einzelnen Dateifragmente Querverbindungen vorhanden sind. Führe anschließend eine Defragmentierung aus, um die Dateien an den Anfang der Partition zu verschieben. Dadurch wird die Größenänderung unter Linux beschleunigt.
Wenn du die Einstellung des virtuellen Speichers für Windows optimiert hast, ist es sinnvoll, diese Optimierungen vorübergehend zu deaktivieren und sie nach Abschluss der Größenänderung erneut zu aktivieren. - NTFS-Dateisystem
Führe unter Windows zunächst Scandisk und dann eine Defragmentierung aus, um die Dateien an den Anfang der Festplatte zu verschieben. Im Gegensatz zum FAT-Dateisystem müssen die Schritte für dieses Dateisystem ausgeführt werden. Ansonsten kann die Größe der NTFS-Partition nicht geändert werden.
Kehre nach diesen Vorbereitungen zur Konfiguration der Linux-Partitionierung zurück und wähle Windows-Partition verkleinern. Nach einer kurzen Überprüfung der Partition öffnet YaST ein Dialogfeld mit einem Vorschlag für die Größenänderung der Windowspartition. Im ersten Balkendiagramm wird dargestellt, wie viel Festplattenspeicher momentan von Windows belegt und wie viel Speicher noch verfügbar ist. Im zweiten Balkendiagramm wird dargestellt, wie der Speicherplatz nach der Größenänderung gemäß dem aktuellen
Vorschlag von YaST verteilt wäre. Übernehme die vorgeschlagenen Einstellungen oder ändere die Partitionsgröße mithilfe des Schiebereglers.
Nach Auswahl von Weiter werden die Einstellungen gespeichert und du gelangst zurück zum vorherigen Dialogfeld. Die tatsächliche Größenänderung findet später vor der Formatierung der Festplatte statt.
Software-Auswahl
openSUSE enthält mehrere Software-Pakete für verschiedene Anwendungszwecke. Da es sehr aufwändig wäre, die erforderlichen Pakete einzeln auszuwählen, bietet openSUSE vier Systemtypen mit jeweils eigenem Installationsumfang an. Je nach Umfang des verfügbaren Festplattenspeichers wählt YaST eines der vordefinierten Systeme aus und zeigt den Vorschlag im Fenster an.
- Textmodus (wird nur für spezielle Zwecke empfohlen)
Dies umfasst das Kernbetriebssystem mit verschiedenen Diensten, jedoch ohne grafische Benutzeroberfläche. Der Computer kann nur über die Konsole betrieben werden. Dieser Systemtyp ist insbesondere für Serverszenarien geeignet, für die wenig direkte Benutzerinteraktion erforderlich ist. - Minimales grafisches System (ohne GNOME und KDE)
Wenn KDE oder GNOME nicht verwendet werden soll oder nicht genügend freier Festplattenspeicher zur Verfügung steht, installiere diesen Systemtyp. Das installierte System enthält das X-Window-System und einen einfachen Fenstermanager. Es können alle Programme verwendet werden, die über eine eigene grafische Benutzeroberfläche verfügen. Es werden keine Officeanwendungen installiert. - Standardsystem mit GNOME
Dieses System umfasst die Arbeitsumgebung GNOME sowie die meisten GNOME- und Officeanwendungen. - Standardsystem mit KDE
Dieses System umfasst die Arbeitsumgebung KDE sowie die meisten KDE- und Officeanwendungen.
Klicke im Fenster mit den Vorschlägen auf Software, um ein Dialogfeld zur Auswahl eines vordefinierten Systems zu öffnen. Klicke auf Erweiterte Auswahl um das Softwareinstallationsmodul (Paket-Manager) zu starten und den Installationsumfang des ausgewählten Systems zu ändern.
- Ändern des Installationsumfanges
Im Paket-Manager stehen verschiedene Filterkriterien für die einfache Auswahl mehrerer Pakete zur Verfügung. Das Feld für die Filterauswahl befindet sich oben links unterhalb der Menüleiste. Nach dem Starten ist der Filter Selektionen aktiviert. Dieser Filter sortiert die Programmpakete nach ihrem Anwendungszweck, beispielsweise Multimedia- oder Office-Anwendungen. Diese Gruppen werden unterhalb des Filterauswahlfeldes aufgeführt. Die im aktuell ausgewählten System enthaltenen Pakete sind bereits vorausgewählt. Klicke auf die entsprechenden Kontrollkästchen, um die Auswahl von Paketen oder Gruppen aufzuheben. - Andere Filter
Klicke auf das Filterauswahlfeld, um die anderen möglichen Filter anzuzeigen. Auch Paketgruppen kann für die Installation verwendet werden. Dieser Filter führt zu einer thematischen Sortierung in der Baumstruktur auf der linken Seite. Mit Suche kann nach einem bestimmten Paket gesucht werden. - Paketabhängigkeiten und -konflikte
Es kann nicht einfach eine beliebige Kombination an Software-Paketen installiert werden. Die verschiedenen Software-Pakete müssen miteinander kompatibel sein. Anderenfalls können sie sich gegenseitig beeinträchtigen und Konflikte mit Auswirkungen auf das gesamte System verursachen. Daher werden möglicherweise Warnmeldungen bezüglich nicht aufgelöster Paketabhängigkeiten oder Konflikte angezeigt, nachdem Softwarepakete ausgewählt oder die Auswahl von Paketen aufgehoben wurde. - Beenden der Software-Auswahl
Wenn die Software-Auswahl deinen Vorstellungen entspricht und alle Paketabhängigkeiten oder Konflikte gelöst sind, klicke auf Übernehmen. Die Änderungen werden intern gespeichert und später während der Installation angewendet.
Weitere Informationen zum Paket-Manager gibt es hier.
Systemstart
Bei der Installation schlägt YaST eine Bootkonfiguration für das System vor. Diese Einstellungen müssen in der Regel nicht geändert werden. Der Bootloader kann auch auf einer spezielle Bootdiskette gespeichert werden. Obwohl dies den Nachteil hat, dass die Diskette sich beim Booten immer im Laufwerk befinden muss, wird ein vorhandener Bootloader von dieser Methode nicht berührt. In der Regel ist dies jedoch nicht erforderlich, da YaST den Bootloader so konfigurieren kann, dass er auch andere bereits installierte Betriebssysteme bootet. Die Bootkonfiguration sollte nur von versierten Computerbenutzern geändert werden. Eine detaillierte Beschreibung der einzelnen Einstellungsmöglichkeiten finden Sie hier.
Netzwerkeinstellungen
Firewall
Der Konfigurationsvorschlag für die Firewall wird immer dann automatisch aktualisiert, wenn die Konfiguration der Oberflächen oder Dienste geändert wird. Um die automatischen Einstellungen an die eigenen Voreinstellungen anzupassen, klicke auf Ändern und dann auf Firewall. Lege in dem dann erscheinenden Dialogfeld fest, ob die Firewall gestartet werden soll. Wenn die Firewall nicht gestartet werden soll, wähle die entsprechende Option aus und schließe das Dialogfeld. Klicke zum Starten und Konfigurieren der Firewall auf Weiter. Es erscheint eine Reihe von Dialogfeldern in denen die einzelnen Einstellungen der Firewall geändert werden können.
Testen der Internetverbindung
Wenn eine Internetverbindung konfiguriert wurde, kann diese jetzt getestet werden. Zu diesem Zweck stellt YaST eine Verbindung zum SUSE-Server her und überprüft, ob Updates für openSUSE verfügbar sind. Falls Updates vorhanden sind, können sie in die Installation integriert werden. Darüber hinaus werden die neuesten Versionshinweise heruntergeladen. Diese werden nach Abschluss der Installation angezeigt.
Wenn die Verbindung jetzt nicht überprüft werden soll, wähle Nein, diesen Test überspringen und anschließend Weiter. Hiermit wird auch das Herunterladen von Updates und der Versionshinweise übersprungen.
Laden von Software-Updates
Wenn eine Verbindung zu den SUSE-Servern hergestellt werden konnte, kann YaST jetzt ein Online-Update ausführen. Falls Pakete mit Patches auf den Servern vorhanden sind, sollten diese jetzt heruntergeladen werden, um bekannte Fehler oder Sicherheitslücken zu beheben.
Wenn jetzt ein Software-Update ausgeführt werden soll, wähle Ja, Online-Update jetzt laufen lassen und klicke auf OK. Daraufhin wird das Dialogfeld für das Online-Update von YaST mit einer Liste der verfügbaren Patches (sofern vorhanden) angezeigt. Dieses Update kann auch später nach der Installation jederzeit durchgeführt werden. Soll das Update jetzt nicht durchgeführt werden, wähle Nein, Update überspringen und klicke auf OK.
Benutzerauthentifizierung
Wenn der Netzwerkzugang in den vorherigen Schritten erfolgreich konfiguriert wurde, stehen jetzt vier Möglichkeiten zum Verwalten von Benutzerkonten zur Verfügung.
- Lokale Benutzerverwaltung
Die Benutzer werden lokal auf dem installierten System über die Datei /etc/passwd verwaltet. Dies ist eine geeignete Option für eigenständige Arbeitsrechner. - LDAP
Die Benutzer werden zentral auf einem LDAP-Server für alle Systeme im Netzwerk verwaltet. - NIS
Die Benutzer werden zentral auf einem NIS-Server für alle Systeme im Netzwerk verwaltet. - Samba
Die SMB-Authentifizierung wird häufig in heterogenen Linux- und Windowsnetzwerken verwendet.
Sind alle Anforderungen erfüllt, öffnet YaST ein Dialogfeld zur Auswahl der Benutzerverwaltungsmethode. Wenn die erforderliche Netzwerkverbindung nicht verfügbar ist, erstellt YaST ein lokales Benutzerkonto. (Siehe auch YaST: Benutzer bearbeiten und anlegen)
SUSE Linux über ein Netzwerk installieren, ohne Bootmedium
Besteht keine Möglichkeit über ein Medium zu booten (USB, CD,DVD, Diskette,...), dann kann man eventuell über ein reines Netzwerk booten und SUSE Linux installieren: SDB:Netzwerkinstallation_von_openSUSE_10.2_über_PXE-Boot

