KDE/KDE4
aus openSUSE, der freien Wissensdatenbank
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Was man von KDE 4.0 erwarten kann
Gefährliches Halbwissen - es gab viele Diskussionen über das, was versprochen wurde und was mit 4.0 nun veröffentlicht wird. Um KDE 4.0 und die von openSUSE bereitgestellten Pakete richtig einschätzen zu können, sollten Sie die folgenden Informationen lesen und weiterverbreiten: [1] [2] [3] (alle auf Englisch)
Lange Rede, kurzer Sinn: KDE 4.0 wird, und war auch nie dazu gedacht, 3.5.x für normale Nutzer zu ersetzen. Hauptziel waren die Portierung auf Qt4 und die Erstellung all der Rahmenwerke, die benötigt werden, um die für KDE 4 angekündigten Dinge zu realisieren. Leider sind Rahmenwerke für die Nutzer in der Regel kaum sichtbar, so dass die meisten Dinge, die diese nutzen, wie Plasmoids, Panel-Funktionalität usw., erst in Angriff genommen werden, wenn die Rahmenwerke zur Verfügung stehen, bspw. also erst mit 4.1 zur Verfügung stehen werden.
Beachten Sie, dass verschiedene Anwendungen, vor allem die aus KDEPIM (KAddressbook, KMail, KOrganizer, Kontact) und Quanta, noch nicht als Teil von KDE 4.0 veröffentlicht wurden. Viele andere KDE3-Anwendungen wurden ebenfalls noch nicht auf die KDE 4.0-Bibliotheken portiert oder sind bisher nur als instabile Entwicklungsversionen verfügbar. Man kann aber die KDE3-Versionen ohne Probleme unter KDE4 nutzen.
4.0 ist der Beginn von KDE 4 und benötigt Tests durch die Gemeinschaft; aus diesem Grund wurde es veröffentlicht und aus diesem Grund sollten Sie es installieren. Wenn es ihre Bedürfnisse bereits erfüllt, freuen Sie sich; falls es das nicht tut, dann wissen Sie nun dass 4.0 diesen Anspruch nie hatte.
Aktueller Status
- Build-Service-Projekt: Das KDE:KDE4:STABLE:Desktop Build Service-Projekt enthält KDE 4.0.3-Pakete. Informationen zur Installation mit ihrer Paketverwaltung finden Sie weiter unten. Diese Pakete sind so aktuell wie möglich und enthalten einige openSUSE-Anpassungen, um es beispielsweise einfacher zu machen, KDE 3-Anwendungen im Kickoff-Startmenü zu erkennen. Das KDE:KDE4:UNSTABLE:Desktop Build Service-Projekt enthält Entwicklerversionen der KDE-Pakete. Diese werden zur Verfügung gestellt, wie sie sind und werden als experimentell und topaktuell betrachtet. Rückmeldungen sind erwünscht.
- Live-CD: KDE Four Live ist eine regelmäßig aktualisierte KDE 4.0 Live-CD, die die obigen Pakete enthält. Die aktuelle Ausgabe steht in zwei Versionen zur Verfügung, von denen eine KDE 4.0.3 und eine KDE 4.1 Alpha1 enthält.
- openSUSE Factory enthält zur Zeit KDE 4.0.3.
- openSUSE 10.3: CD, DVD und Standardpaketdepot von openSUSE 10.3 enthalten eine Vorschau von KDE4 (Beta2). Das KDE Team arbeitete an den Basistechnologien von KDE4 und teilte die Pakete in Plattform, Arbeitsfläche und Anwendungen auf. openSUSE 10.3 bietet standardmäßig eine KDE3-Arbeitsumgebung mit ausgewählten KDE4-Anwendungen an. openSUSE 10.3 kann mit Hilfe des Build Service auf KDE 4 aktualisiert werden.
Sicherheitshinweis ;-)
Unsere KDE4-Anwendungen nutzen ~/.kde4 zur Speicherung ihrer Daten und Konfiguration. KDE3-Anwendungen verwenden weiterhin ~/.kde, auch wenn Sie unter KDE 4.0.0 aufgerufen werden.
Falls Sie ihre .profile oder .bashrc angepasst haben, um KDEHOME zu ändern, werden Anwendungen aus KDE 3 und KDE 4 die gleichen Konfigurationsdateien teilen. Dies ermöglicht es KDE 4-Anwendungen, die Konfigurationsdateien zu 'aktualisieren', führt aber dazu, dass KDE 3-Anwendungen wahrscheinlich nicht mehr in der Lage sind, diese aktualisierten Dateien zu nutzen.
Paketnamen
Die Paketierung von KDE4 ist feiner untergliedert, als es noch bei KDE3 der Fall war. Für Anwendungen ist es im Augenblick "kde4-<Anwendungsname>". Das Präfix "kde4-" bleibt solange bestehen, bis die Anwendung stabil genug ist und keine Verwechslungen mit den KDE3-Äquivalenten mehr vermieden werden müssen. Die Modulpakete (mit Ausnahme von kdelibs4 und kdebase4) sind normalerweise leer und existieren nur aufgrund der korrespondierenden Debug-Pakete. Die Benennung und Aufteilung der Pakete ist derzeit noch nicht endgültig und kann jederzeit geändert werden, Anwendungen können bspw. immer noch in KDE-Module aufgenommen oder aus ihnen herausgenommen werden, außerdem könnten Pakete auch noch auf Grundlage der aktuellen openSUSE Paketnamensrichtlinie, wie der für Bibliotheken, umbenannt werden.
KDE3 und KDE4
KDE3 und KDE4 lassen sich unter openSUSE nebeneinander installieren und nutzen jeweils eigene Konfigurationsverzeichnisse im Heimatordner (.kde für KDE3 und .kde4 für KDE4). Wenn man nichts an den Systemvariablen geändert hat, so wird kmail3 auch dann die alten Einstellungen aus .kde verwenden, wenn es aus KDE4 heraus gestartet wurde. Die Einstellungen von KDE3 und KDE4 bleiben komplett getrennt, so dass man ohne Probleme wieder zu KDE3 wechseln kann.
Die KDE4-Pakete werden im Gegensatz zu den KDE3-Paketen in das /usr Verzeichnis installiert, womit auch der FHS eingehalten wird. Um zu vermeiden, dass innerhalb einer KDE3-Sitzung KDE4-Anwendungen gestartet werden, fügen Sie bitte am Anfang von /opt/kde3/bin/startkde folgende Zeile hinzu:
PATH=/opt/kde3/bin:${PATH/:\/opt\/kde3\/bin}
export PATH
Dieses ist in den Paketen aus Factory und KDE:KDE3 bereits erledigt, welche auch noch weitere Patches für ein besseres Nebeneinander von KDE 3 und 4 enthalten. (Kann sein, dass es erst nötig ist, einmal kbuildsycoca --noincremental laufen zu lassen, damit diese voll aktiv werden).
Nicht alle KDE4-Anwendungen sind schon so weit, dass sie ihre KDE3-Pendants ersetzen können. Vor allem die Anwendungen aus kdepim4 (Kontact, KMail, usw.) benötigen noch etwas Feinschliff und sind erst ab KDE 4.1 voll einsatzbereit. An ihrer Stelle sollten sie weiterhin die Versionen aus KDE3 verwenden, was problemlos auch unter KDE4 möglich ist. Allerdings benötigen Sie dafür weiterhin die KDE3-Umgebung.
Anwendungen aus KDE3 werden im Kickoff-Menü auch als solche gekennzeichnet.
Installation
Build Service-Projekt (KDE:KDE4:STABLE)
Unter openSUSE 10.3 und Factory, sowie bei openSUSE 10.2 mit installiertem Paket yast2-metapackage-handler, können Sie KDE4 einfach mit der 1-Klick-Installation installieren. Die Softwarekollektion KDE 4 Base stellt eine KDE4-Basisarbeitsfläche zur Verfügung, während KDE 4 Default die typischen Anwendungen hinzufügt. Das kdebase4-session-Paket fügt dem Begrüßungsbildschirm eine "KDE 4"-Sitzung hinzu. Folgend die KDE4-Paketquellen:
| Version: 10.3
| ![]() Sie können auch nur eine KDE 4-Basisarbeitsfläche installieren. Entwickler können optional die KDE 4-Bauabhängigkeiten installieren: alle Pakete die Sie brauchen, um KDE 4.0 selber aus dem Quellcode zu kompilieren (nur für Experten). |
| Version: 10.2
| Geben Sie in einer Konsole als root die folgenden Befehle ein:
zypper sa http://software.opensuse.org/KDE:/KDE4:/STABLE:/Desktop/openSUSE_10.2/ 102-kde4-desktop zypper sa http://software.opensuse.org/KDE:/KDE4:/STABLE:/Extra-Apps/openSUSE_10.2/ 102-kde4-extra-apps zypper install -t pattern 'KDE 4 Default' |
| Version: Factory
| ![]() Sie können auch nur eine KDE 4-Basisarbeitsfläche installieren. Entwickler können optional die KDE 4-Bauabhängigkeiten installieren: alle Pakete die Sie brauchen, um KDE 4.0 selber aus dem Quellcode zu kompilieren (nur für Experten). |
KDE 4 starten
Nach der Installation finden Sie in ihrem Anmeldungsverwalter (KDM oder GDM) im Sitzungsmenü einen neuen Eintrag namens "KDE4". Wenn Sie also KDE 4 starten möchten, müssen Sie vor der Anmeldung diesen Sitzungstyp auswählen. Falls Sie die automatische Anmeldung aktiviert haben, müssen Sie sich erst abmelden, um zur Anmeldung zurückzukehren, dort den Sitzungstyp ändern und sich daraufhin erneut anmelden.
KDE 4 UNSTABLE-Paketdepot -- Das kommende KDE4
Das KDE:KDE4:UNSTABLE:Desktop Build Service-Projekt enthält Entwicklungsversionen von KDE -- Schnappschüsse des aktuellen trunk/. Diese werden so bereitgestellt, wie sie sind und sollten als experimentell angesehen werden. Rückmeldungen dazu werden gerne gesehen.
Aus den Quellen selber bauen
Um KDE4 selber aus dem Quellcode zu kompilieren, folgen Sie den verfügbaren Anleitungen im KDE Techbase Wiki.
Geschwindigkeitsprobleme
- KWin 4.0 Veröffentlichungshinweise und 3D-Effekte HOWTO
- Es scheint ein Problem mit dem fglrx-Treiber und KDE4 zu geben, dass dazu führt, dass die Fenster unter KDE sehr langsam gezeichnet/neu gezeichnet werden, wobei dieses Problem unter KDE3 nicht auftritt. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Compositing-Effekte von KDE4 aktiviert sind oder nicht. Die Verwendung der freien Treiber radeon oder radeonhd, scheint nicht solche Geschwindigkeitsprobleme auszulösen. Falls Sie den fglrx-Treiber nicht komplett deinstallieren wollen, müssen Sie das Modul fglrx in /etc/modprobe.d/blacklist auf die schwarze Liste setzten, um zu verhindern, dass es beim Start automatisch geladen wird. Falls Sie ihre xorg.conf zur Nutzung des radeon- oder radeonhd-Treibers anpassen, dass fglrx-Modul aber immer noch geladen ist (auch wenn es nicht genutzt wird), kann es sein, dass die Geschwindigkeitsprobleme unter KDE4 bestehen bleiben.
- Wenn der radeon-Treiber verwendet wird, kann mit der Nutzung der EXA-Beschleunigung an Stelle von XAA ein signifikanter Geschwindigkeitszuwachs erreicht werden, was zur Zeit allerdings aber teilweise auch zu Stabilitätsproblemen führen kann. Fügen Sie dafür im Device-Abschnitt ihrer xorg.conf die folgende Zeile ein:
Option "Accelmethod" "EXA"
Zeitplan
Zur Zeit existiert ein grober Zeitplan für die weitere KDE 4-Zukunft.
- KDE 4.0
- 7. Mai - KDE 4.0.4
- Anfang Juni - KDE 4.0.5
- Anfang Juli - KDE 4.0.6
- KDE 4.1
- 29. April - KDE 4.1 Alpha1
- 27. Mai - KDE 4.1 Beta1
- 24. Juni - KDE 4.1 Beta2
- 15. Juli - KDE 4.1 RC1
- 29. Juli - KDE 4.1.0
- August - KDE 4.1.1
- Weitere Versionen
- Januar 2009 - KDE 4.2
- Juli 2009 - KDE 4.3
Änderungen und Ziele für KDE4
Einige der wesentlichen Änderungen werden im Rahmen des Projekts Appeal entwickelt, dass es sich zum Ziel gesetzt hat, die Nutzung der KDE-Arbeitsfläche sowohl zu vereinfachen, als auch optisch besonders ansprechend zu gestalten. Dazu wurden innerhalb von Appeal Unterprojekte geschaffen, die sich den einzelnen Aufgaben widmen. So arbeitet das Projekt Oxygen an einem neuen Thema für die Symbole, während das Plasma-Projekt die Kontrollleiste und die Desktop-Oberfläche zusammenfassen und, auch mit Hilfe OpenGL-beschleunigter Effekte, neu gestalten will. Tenor soll schließlich die dem Nutzer zur Verfügung stehenden Informationen einfach und übersichtlich verfügbar machen, aber auch kontextsensitiv in Verbindung bringen.
Zu den außerhalb von Appeal stattfindenden Neuerungen zählt die Multimedia-API Phonon, welche den alten Soundserver aRts ablöst. Phonon stellt vergleichbar mit DirectShow unter Windows und QuickTime unter Mac OS X eine einheitliche API zur Entwicklung von Audio- und Video-Anwendungen bereit. Es selbst ist jedoch kein Soundserver wie aRts, sondern nur eine Zwischenschicht, die die Benutzung von verschiedenen Backends ermöglicht.
Das Projekt Solid hat das Ziel, den Benutzern den Umgang mit der Computer-Hardware zu erleichtern, insbesondere mit solcher, die während des Betriebs ein- und ausgesteckt werden kann. Eine weitere Intention von Solid ist es, KDE plattformunabhängiger zu gestalten: Um auch native Versionen von KDE für andere Betriebssysteme (z. B. Windows) zu veröffentlichen, ist eine Abstraktionsschicht nötig, die es Anwendungen ermöglicht, die Hardware unter allen Betriebssystemen gleich anzusteuern. Ohne diese Schicht müsste jede Anwendung für verschiedene Betriebssysteme angepasst werden, was ein sehr großer Aufwand wäre und deshalb nur einmal – für alle anderen Applikationen benutzbar – in Solid implementiert wird.
Des Weiteren verwednet KDE4 zur Kommunikation zwischen den Anwendungen nicht mehr DCOP, sondern das vom freedesktop.org-Projekt entwickelte D-Bus. Weitere Neuerungen sind der universale Dokumentenbetrachter Okular, der die bisherigen Einzelprogramme KPDF, KGhostview, KView, KFax und KDVI ersetzen soll, und der Dateiverwalter Dolphin, der sich anders als Konqueror allein auf die Verwaltung von Dateien konzentriert. Konqueror wird seine dahingehenden Fähigkeiten beibehalten, allerdings wird der Fokus mehr auf Web-Browsing gelegt.
Ebenfalls wird die Rechtschreibprüfung KSpell2 durch die Neuentwicklung Sonnet ersetzt. Sonnet verfügt neben der Rechtschreibprüfung auch über eine Grammatikprüfung, Übersetzungsfunktionen und die Erkennung der Sprache eines geschriebenen Textes. Das Team um Sonnet arbeitet dabei eng mit dem AbiWord-Team zusammen, und nutzt unter anderem deren Schnittstelle zum Zugriff auf verschiedene Rechtschreibprüfungssysteme.


